Bewerbungsmappe

Die Bewerbung ist der erste Schritt zur Ausbildung

Wie wichtig ist eigentlich eine Ausbildung?

Eine Berufsausbildung ist die Grundlage für eine berufliche Karriere, gleich für welchen Beruf man sich entscheidet. Mit Bestehen der Abschlussprüfung sind noch lange nicht alle Wege und Möglichkeiten ausgeschöpft: Es ist immer möglich, Fort- und Aufstiegsweiterbildungen zu absolvieren, dadurch im Unternehmen aufzusteigen oder gar sein eigenes Unternehmen zu gründen. Auch ein Fernstudium kann nach absolvierter Ausbildung sinnvoll sein und bietet völlig neue Perspektiven und Chancen, denn es zeugt von einem hohen Maß an Eigeninitiative und Selbstorganisation. Ohne Berufsausbildung drohen Dauerarbeitslosigkeit und Jobs im Niedriglohnbereich.

Ausbildung – Vorbereitung und Bewerbung

Die Ausbildungsvorbereitung ist eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme und dauert ein Jahr. Sie eignet sich für Schüler, die einen Hauptschulabschluss anstreben oder den bereits vorhandenen Abschluss verbessern möchten. Der Schwerpunkt dieser Bildungsmaßnahme liegt in der Vorbereitung auf eine duale Ausbildung und beinhaltet neben den theoretischen Inhalten auch eine praktische Vorbereitung. Ergänzt wird die Weiterbildung durch Praktika in einem Betrieb. Die Schüler lernen, professionelle und aussagekräftige Bewerbungsanschreiben zu verfassen und ihre Bewerbungsunterlagen nach neuesten Richtlinien aufzubauen. Insgesamt stärkt die Maßnahme auch die sozialen Kompetenzen, die notwendig sind, um erfolgreich eine Ausbildung zu absolvieren.

Die Recherche nach Ausbildungsplätzen

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz ist für die allermeisten jungen Menschen mit sehr viel Arbeit verbunden, aber wer sie ernst nimmt, hat früher oder später auch Erfolg. Die Handwerkskammern haben in der Regel eine Stellenbörse für Ausbildungsplätze in den jeweiligen Berufen auf ihrer Webseite. Größere Unternehmen führen auf ihren Webseiten auch eine Stellenbörse für Ausbildungsplätze. Ansonsten ist noch die Online-Plattform der Arbeitsagentur zu empfehlen, und es bleibt auch noch der klassische Weg, den man nicht unterschätzen sollte: Die Stellenanzeigen in den regionalen Tageszeitungen. Sehr häufig finden sich hier bereits kurz nach Weihnachten Ausbildungsplatzangebote für das neue Ausbildungsjahr, das in der Regel im Spätsommer beginnt. Bei sehr großen Unternehmen ist die Bewerbungsphase oft schon ein Jahr vor Ausbildungsbeginn abgeschlossen. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist es daher ratsam, mit der Recherche und dem Schreiben von Bewerbungen schon ein Jahr vorher zu beginnen.

Wie ist eine ordentliche Bewerbung aufgebaut?

Bewerbungen werden bei den meisten Unternehmen nur noch online entgegen genommen. Ausnahmen bilden häufig eher kleinere Handwerksbetriebe, die gerne noch eine richtige Mappe in den Händen halten wollen. Eine ordentliche Bewerbung besteht aus einem lückenlosen Lebenslauf, einem Bewerbungsanschreiben und den Zeugnissen der letzten ein bis zwei Jahre. Praktikumsbescheinigungen oder Bescheinigungen über ehrenamtliche Tätigkeiten sollten, sofern vorhanden, auch unbedingt beigefügt werden. Wichtig: Das Bewerbungsanschreiben gehört nicht in die Bewerbungsmappe, sondern immer obenauf. Bei der Online-Bewerbung empfiehlt sich ein PDF für das Bewerbungsanschreiben. Über die Frage, ob ein Deckblatt verwendet wird oder nicht, streiten die Experten. Es sieht schöner aus, und insbesondere wenn man – wie es bei jungen Menschen der Fall ist – noch nicht zu viele Unterlagen beifügen kann, zeugt es doch davon, dass man sich Mühe in der Gestaltung gegeben hat. Gestaltung ist hier ein gutes Stichwort: Alle Unterlagen sollten einheitlich gestaltet sein! Handschriftliche Bewerbungen oder Lebensläufe verbieten sich übrigens schon seit Jahrzehnten von selbst. Eine gute Bewerbung sollte immer am Computer erstellt werden. In der Ausbildungsvorbereitung kümmern sich in der Regel die Berufseinstiegsbegleiter um die Optimierung der Bewerbungsunterlagen. Du musst das Rad nicht mit jeder Bewerbung neu erfinden: Wenn deine Bewerbungsunterlagen optimiert sind, verfügst du über ein gutes Muster für weitere Bewerbungen. Achte aber bitte darauf, dieses Muster nur als grobe Orientierung zu sehen. In den Formulierungen deiner Anschreiben solltest du immer sehr individuell auf den jeweiligen Ausbildungsplatz, die Stellenanzeige und das Unternehmen eingehen.

Auch sehr wichtig: Bitte loch deine Bewerbungsunterlagen nicht! Eine Bewerbungsmappe enthält einen Klemmstreifen, in den man die Kopien seiner Zeugnisse und Unterlagen einfügen kann.

Damit kannst du punkten

Insbesondere bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz möchten sich die Unternehmen ein möglichst genaues Bild über den Menschen machen. Daher ist alles wichtig, was Aufschluss über deine Persönlichkeit gibt. Deine Hobbys brauchst du nicht erwähnen, wenn du gerne Fahrrad fährst oder Freunde triffst. Aber wenn du dich zum Beispiel um einen Ausbildungsplatz im KFZ-Bereich bewirbst und in deiner Freizeit gerne an Motoren herumschraubst, sogar schon Praktika in diesem Bereich absolviert hast, dann kann das schon die Tür in ein Unternehmen öffnen. Jedes Hobby, das auch nur ansatzweise mit dem Beruf zu tun hat, solltest du in deinem Lebenslauf hervorheben. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind sehr gerne gesehen, daher solltest du alles erwähnen, was dich zu einem besonderen jungen Menschen macht.

Informiere dich gut über das Unternehmen, bevor du die Bewerbung schreibst! Vielleicht kannst du in einem Nebensatz des Anschreibens etwas einfließen lassen, dass du über das Unternehmen weißt und damit die Entscheidung für dieses Unternehmen begründen.

Das perfekte Bewerbungsfoto

In Zeiten der digitalen Fotografie glauben viele Bewerber, dass ein privat aufgenommenes Foto ausreichend für eine Bewerbung ist, aber das ist leider ein Irrtum. Ein Bewerbungsfoto hat nach DIN-Vorschrift festgelegte Maße, doch nicht nur das: Wenn du ein Bewerbungsfoto bei einem Fotografen machen lässt, beweist du den Personalentscheidern, dass du die Bewerbung sehr ernst nimmst und bereit bist, aus deiner Komfortzone zu kriechen. Lass dir einen Termin beim Fotografen geben und probiere vorher einige Outfits aus, die auf den Bildern professionell wirken. Neben einem offenen Blick in die Kamera des Profis solltest du auf deinem Bewerbungsfoto gepflegt wirken. Ein Bewerbungsfoto sollte übrigens auch immer aktuell sein, gerade bei sehr jungen Menschen, die sich optisch sehr schnell verändern.

Nach der Bewerbung: Wie geht es jetzt weiter?

Die meisten jungen Menschen müssen über 100 Bewerbungen schreiben, wenn sie einen Ausbildungsplatz suchen. Da ist es wichtig, nicht den Mut zu verlieren und sich immer wieder neu zu motivieren, auch die nächste Bewerbung genauso ordentlich zu schreiben wie die letzte. Wenn die Bewerbung positiv wirkte und der Ausbildungsplatz noch nicht vergeben ist, wird das Unternehmen nun zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einladen. Große Unternehmen veranstalten auf diesen Gesprächen basierend Eignungstests mit ihren Bewerbern und führen danach noch einmal ein zweites Gespräch. In kleinen Unternehmen verlassen sich die Inhaber in der Regel auf ihre Menschenkenntnis und ihren Eindruck im Gespräch. Entweder gibt es nun eine Zusage – dann wird der Ausbildungsvertrag geschlossen. Oder eine Absage, dann heißt es weitersuchen.

Gibt es Schwachstellen?

Deine Bewerbung auf mögliche Schwachstellen zu überprüfen ist etwas, das du unbedingt schon vor dem gesamten Bewerbungsverfahren tun solltest. Wenn du aber nur Absagen bekommst, könnte es durchaus sein, dass die Bewerbung noch Schwachstellen hat. Am besten ist es, du lässt mehrere Personen über die Bewerbung schauen und bittest diese jeweils, ihren eigenen Schwerpunkten und Kenntnissen entsprechend, auf die relevanten Dinge zu achten: Mögliche Rechtschreib- und Grammatikfehler, komplizierte Formulierungen, wenig spannende Einleitungen im Anschreiben.

Prüfe bitte, ob deine Bewerbungsunterlagen einheitlich gestaltet sind, hinsichtlich Schriftart, Schriftgröße und Gestaltungstechniken. Checke auch dein Bewerbungsfoto nochmal. Ist es wirklich optimal? Mit gut optimierten Bewerbungsunterlagen wird es früher oder später gelingen, einen Ausbildungsplatz zu finden.