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Lücken im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf – richtig erklären & erfolgreich bewerben

Es ist zur Seltenheit geworden, dass Arbeitnehmer 20 oder 30 Jahre im gleichen Unternehmen arbeiten. Lückenhafte Lebensläufe sind daher nicht mehr ungewöhnlich, denn es ist nicht immer möglich, direkt von einem Arbeitsverhältnis ins nächste zu wechseln. Außerdem können die Gründe für Lücken im Lebenslauf vielseitig sein. Früher galten sie noch als Makel, wenn man sich um einen neuen Arbeitsplatz bewerben wollte. Dies hat sich inzwischen glücklicherweise geändert. Bewerber müssen keine Angst davor haben, dass Lebenslauflücken automatisch zur Absage führen. Freiwillige oder unfreiwillige Auszeiten vom Job sind nicht zwingend ein K.-o.-Kriterium – sofern Phasen ohne Anstellungsverhältnis in der Bewerbung plausibel erklärt und vorteilhaft formuliert werden. Wir haben für dich nützliche Tipps und Formulierungshilfen, wie du deinen lückenhaften beruflichen Werdegang gut in deiner Bewerbung darstellen kannst.

Was sind die Gründe für Lücken im Lebenslauf?

Es kommen zahlreiche Gründe in Betracht, warum man phasenweise in keinem Angestelltenverhältnis stand, sodass Lücken in der beruflichen Vita entstehen. Ob und in welcher Weise diese Auszeit beim Bewerben nachteilig ist, hängt maßgeblich von der Ursache der Auszeit ab und wie diese in der Bewerbung dargelegt wird.

Hier einige Beispiele für freiwillige und unfreiwillige Auszeiten vom Arbeitsleben:

  • Arbeitslosigkeit
  • Krankheit
  • Elternzeit
  • Erziehungszeit
  • Angehörigenpflege
  • Weiterbildung
  • berufliche Neuorientierung
  • Sabbatical
  • Bildungsreise
  • Aufbaustudium
  • Zweitstudium

oder auch einschneidende Lebensereignisse (z. B. Scheidung, Tod eines Angehörigen), die einem schon mal den Boden unter den Füßen wegreißen können.

Diese Aufzählung macht bereits auf den ersten Blick deutlich, dass es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Gründen gibt, warum man nicht berufstätig war. Hast du während deiner Auszeit in deine berufliche Zukunft investiert, indem du noch einmal die Uni besucht oder dich weitergebildet hast, kann eine solche Lücke im Lebenslauf sogar vorteilhaft sein, weil du dich weiterqualifiziert und dir somit zusätzliche Fähigkeiten angeeignet hast. Die neu erworbenen Fähigkeiten können für den neuen Arbeitgeber von besonderem Interesse sein, sodass dir eine solche Lebenslauflücke beim Bewerben sogar Vorteile bringen kann.

Für viele persönliche Gründe, die eine berufliche Auszeit erfordern, haben die meisten Personaler Verständnis. Dazu zählen vor allen Dingen Erziehungsarbeit und Angehörigenpflege, die im Übrigen auch Vorteile für das Berufsleben mit sich bringen. Intensive Familienarbeit erfordert häufig ein hohes Maß an Stressresistenz und Multitaskingfähigkeit. Wer es schafft, Haushalt, Kinder und das alltägliche Familienchaos zu bewältigen, wird vermutlich auch im Job Nervenstärke beweisen, wenn es stressig wird. Hat man sich indes um einen pflegebedürftigen Angehörigen gekümmert, wirkt sich dies positiv auf die sozialen Kompetenzen und die Belastbarkeit aus.

Problematisch kann es jedoch sein, wenn du arbeitslos warst. Die Arbeitslosigkeit gilt als kritischste Lücke im Lebenslauf. Jedoch muss dabei ganz klar nach dem Grund geschaut werden, weshalb diese eingetreten ist. Wurdest du arbeitslos, weil dein Arbeitgeber in die Insolvenz ging, trifft dich kein Verschulden. In diesem Fall sollten dir beim Bewerben keinerlei Nachteile entstehen, wenn du dem Arbeitsmarkt nicht zu lange fernbleibst.

Bist du für die Kündigung durch den Arbeitgeber selbst verantwortlich, hast du es bei der Suche nach einem neuen Job definitiv etwas schwerer und musst mit Skepsis und bohrenden Nachfragen des Personalers im Vorstellungsgespräch rechnen. Dies gilt ebenfalls, wenn du beispielsweise eine Lebenskrise oder einschneidende Ereignisse bewältigen musstest und für längere Zeit nicht berufstätig warst. Der Tod des Lebenspartners oder eines engen Familienangehörigen kann Menschen aus der Bahn werfen. Folgt nach solch einem schweren Schicksalsschlag eine Auszeit, die zum Verarbeiten benötigt wird, haben die meisten Personalentscheider Verständnis dafür. Allerdings wird sich der Personaler selbst ein Bild von deiner emotionalen Stärke und deinem Kampfgeist machen wollen. Rechne deshalb damit, dass du im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen wirst.

Generell sollte jeder Bewerber zu den Lücken im Lebenslauf stehen und keinesfalls versuchen, diese zu verheimlichen oder gar mit einer Lüge zu kaschieren. Jeder erfahrene Personaler erkennt Berufslücken in der Bewerbung und versteht es, Bewerbern im Vorstellungsgespräch ordentlich auf den Zahn zu fühlen. Gelingt es einem Bewerbungskandidaten dann nicht, die Fehlzeiten plausibel zu erklären, ist mit einer Absage zu rechnen. Gleiches gilt, wenn im Bewerbungsgespräch eine Lüge auffliegt.

Ab wann ist eine Lücke eine Lücke?

Es wird zwischen “echten” und “unechten” Lücken im Lebenslauf unterschieden. Durch Kündigung bedingte Arbeitslosigkeit zählt zu den echten Lücken, wenn die Auszeit länger dauert. Wird die Zeit ohne Job sinnvoll genutzt, um sich weiterzubilden oder noch mal ein Studium zu absolvieren, handelt es sich um eine unechte Lücke. Auch ist davon auszugehen, dass Jobpausen bis zu drei Monaten am Stück als unechte Lücken gelten und bei Bewerbungen nicht als Manko des Bewerbers bewertet werden. Kurze Auszeiten von ein bis drei Monaten müssen deshalb in der Bewerbung nicht umfangreich erklärt werden. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um Übergangszeiten (z. B. bei Jobwechsel) handelt. Auszeiten, die länger als ein Quartal andauerten, sollten indes ausführlicher begründet werden.

Bewerber, die bereits einige Jahre im Berufsleben stehen, haben es beim Bewerben leichter, kurze Karrierepausen unerwähnt zu lassen, indem sie die einzelnen beruflichen Stationen lediglich mit Jahresangaben im tabellarischen Lebenslauf aufführen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Personalentscheider diese Methode kennen und garantiert beim Bewerbungsgespräch nachfragen.

Tipp: Um bereits im Vorfeld zu signalisieren, dass man eine Lücke nicht verschweigen will, bietet sich die Möglichkeit an, in der Bewerbung darauf hinzuweisen, hierauf gerne im Vorstellungsgespräch näher einzugehen. Das zeigt dem Personalentscheider, dass er es mit einem ehrlichen und vertrauenswürdigen Bewerbungskandidaten zu tun hat. Dies sind zwei Eigenschaften, die von Arbeitgebern sehr geschätzt werden. Dennoch beinhaltet diese Methode ein gewisses Risiko: Berufspausen werden in der Bewerbung möglicherweise zu sehr in den Fokus gerückt. Umso wichtiger ist es, auf unproblematische Formulierungen zurückzugreifen. Zahlreiche Tipps dazu findest du weiter unten in diesem Ratgebertext.

Warum können Lücken im Lebenslauf problematisch sein?

Obwohl der Arbeitsmarkt als angespannt gilt, wird im Allgemeinen davon ausgegangen: Wer Arbeit finden will, findet sie. Im Umkehrschluss kann deshalb leider auch unterstellt werden, dass jemand, der lange ohne festes Anstellungsverhältnis bleibt, keine Lust auf geregelte Arbeit hat oder sich nicht ausreichend um einen neuen Job kümmert.

Des Weiteren kommt hinzu, dass die Teilnahme am Berufsleben in der Regel auch dazu führt, dass Menschen besser auf ihre Gesundheit achten, fortwährend Berufserfahrung sammeln und sich zudem kontinuierlich weiterentwickeln. Längere Jobpausen bergen somit die Gefahr, branchen- und berufsspezifische Veränderungen und Neuerungen zu verpassen. Gerade deshalb ist es so wichtig, Unterbrechungen nicht nur plausibel erklären zu können, sondern während der Phasen ohne Festanstellung nicht untätig zu bleiben.

Wo ist die richtige Stelle, um Karrierepausen in der Bewerbung zu erwähnen?

Bei einem qualifizierten Bewerber sollten dessen Fähigkeiten im Vordergrund stehen, nicht dessen beschäftigungsfreie Zeiten. Da Ausbildung sowie berufliche Stationen und Fortbildungsmaßnahmen eine hohe Aussagekraft bezüglich deiner Eignung haben, sollte der Fokus deiner Bewerbung genau darauf ausgerichtet sein. Das Bewerbungsanschreiben wird ausschließlich dazu genutzt, Einstellungsargumente an präsenter Stelle anzuführen. Karrierepausen sollten möglichst spät in der Bewerbung zu lesen sein und gehören daher in den unteren Teil des Lebenslaufs. Bei der Gestaltung deines tabellarischen Lebenslaufs ist eine thematische Gliederung nach einzelnen Etappen deiner Vita empfehlenswert.

Indem der Lebenslauf in einzelne Themenblöcke (z. B. “Schulische Laufbahn”, “Beruflicher Werdegang” oder “Berufserfahrung”) unterteilt wird, bietet sich dem Leser eine vorteilhafte Übersicht des Dokumentes und dir als Bewerbungskandidat die Chance, die Lücken im Lebenslauf möglichst weit nach unten zu schieben. Denn je später sie in den Bewerbungsunterlagen auftauchen, desto weniger fallen sie ins Gewicht. Außerdem vermeidest du dadurch, die Auszeiten vom Berufsleben im Bewerbungsanschreiben zu erwähnen, und fokussierst das Thema nicht unnötig.

Lücken im Lebenslauf positiv formulieren

Der Ton macht die Musik – dies gilt auch bei der Formulierung von Karrierepausen. Das Wort Arbeitslosigkeit hat einen schlechten Beigeschmack. Es impliziert womöglich, der oder die Arbeitslose habe sich in der Phase der Arbeitslosigkeit nicht ausreichend um die berufliche Zukunft gekümmert. Obwohl es ein Vorurteil ist: Die Assoziation zum Hartz-4-Empfänger, der schon am Vormittag mit einer Flasche Bier auf dem Sofa lümmelt und gar kein Interesse an einem neuen Job hat, liegt nicht fern.

Arbeitslosigkeit vorteilhaft in der Bewerbung formulieren

Einen wesentlich besseren Eindruck macht es dagegen, wenn statt des Wortes ‘arbeitslos’ Formulierungen verwendet werden, die wesentlich positiver klingen:

  • arbeitssuchend
  • Arbeit suchend
  • auf Jobsuche
  • aktiv auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle
  • aktiv auf Arbeitssuche
  • auf der Suche nach einem neuen Job
  • ohne feste Anstellung, derzeit aktiv auf Jobsuche

Solche Formulierungen machen auf Anhieb deutlich, dass sich der Bewerber nicht auf die faule Haut legt, sondern sich aktiv um Arbeit bemüht.

Arbeitslos, aber nicht untätig: So klingt es in der Bewerbung besser

Wird die Zeit ohne festen Job sinnvoll genutzt, um beispielsweise ein Praktikum zu verrichten, einen Nebenjob während der Überbrückungsphase aufzunehmen oder an einem Fortbildungsseminar teilzunehmen, lässt sich den gängigen Vorurteilen gegenüber Arbeitslosen vorbeugen. Gut gewählte Formulierungen eröffnen dem Bewerber die Möglichkeit, die durch Arbeitslosigkeit bedingten Lücken im Lebenslauf durch eine vorteilhafte Ergänzung positiv darzustellen:

  • von ... bis ... arbeitssuchend, währenddessen Nebenjob als xy
  • auf Jobsuche, zur Überbrückung Aushilfstätigkeit als xy
  • von ... bis ... ohne feste Anstellung, jedoch Praktikum/Minijob bei der Firma xy
  • im Zeitraum von ... bis ... auf Arbeitssuche, gleichzeitig Fortbildungsmaßnahme (diese näher beschreiben, z. B. Seminar ‘Strategische Kommunikation’)

In ähnlicher Weise kannst du den Grund deiner Arbeitslosigkeit im Lebenslauf anführen, wenn diese ohne dein Eigenverschulden eingetreten ist. Wurdest du aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses plötzlich arbeitslos, ist es vollkommen nachvollziehbar, wenn du nicht sofort ein neues Beschäftigungsverhältnis aufgenommen hast. Typische Gründe für unverschuldete Arbeitslosigkeit können beispielsweise der Stellenabbau oder die Firmeninsolvenz sein. Ein paar Beispiele:

  • von ... bis ... bei Firma xy als Maurer, seit ... arbeitssuchend, weil Firmeninhaber verstarb
  • von ... bis ... bei Unternehmen xy als Sekretärin, nach Insolvenz ohne festes Beschäftigungsverhältnis, jedoch aktiv auf Jobsuche
  • seit ... nach Jobverlust durch Stellenabbau selbstständig und jobsuchend

Lücke durch selbst verschuldete Arbeitslosigkeit

Bei selbst verschuldeter Arbeitslosigkeit ist es schwierig, das Interesse und Vertrauen eines neuen Arbeitgebers zu gewinnen. Dennoch: Jeder Mensch macht Fehler und hat eine zweite Chance verdient, wenn er dazu steht und glaubhaft versichert, dass er aus dem Fehlverhalten gelernt hat. Hast du deine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet, stehen deine Chancen vermutlich besser, bei einem kleineren Unternehmen wieder Arbeit zu finden. Dort gehen weniger Bewerbungen ein, wodurch kleinere Betriebe eine geringere Bewerberanzahl zur Auswahl haben und deshalb eher über negative Eigenschaften eines Bewerbungskandidaten hinwegschauen können (und müssen). Daher sind bei klein- und mittelständigen Betrieben die Erfolgsaussichten auch für Bewerber mit lückenhaftem Lebenslauf etwas besser.

Ein weiterer möglicher Weg kann es sein, den Kündigungsgrund in der Bewerbung nicht anzugeben. Stattdessen könnte das Thema selbst verschuldete Kündigung offen im Vorstellungsgespräch angesprochen werden. Dabei ist es immens wichtig, dass man als Bewerber nicht auf die unangenehme Frage vom Personaler wartet, warum es zur Kündigung kam, sondern alleine darauf zu sprechen kommt. Hat man sich in einem früheren Arbeitsverhältnis etwas zuschulden kommen lassen, hilft nur eines: eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Fehlverhalten und die Einsicht bezüglich des eigenen Verschuldens.

Weitere Formulierungsbeispiele: So lassen sich Lücken im Lebenslauf richtig erklären

Neben der Arbeitslosigkeit kommen viele weitere Gründe in Betracht, weshalb Menschen für eine gewisse Zeit ohne festen Arbeitsplatz sind. Nachfolgende Formulierungsbeispiele helfen, entsprechende Gründe vorteilhaft in der Bewerbung anzusprechen.

Zurück in den Job nach Krankheit

Verkehrsunfall, größere Operation oder längerer Genesungsprozess nach einer Krankheit sind häufig Anlass dafür, warum man über mehrere Monate oder vielleicht sogar über Jahre nicht berufstätig war. Die Ausfallzeit sollte definitiv mit etwas ausführlicherer Begründung im Lebenslauf erklärt werden. Sofern in dieser Zeit eine Fremdsprache erlernt oder anderweitig eine Fortbildung gemacht wurde, lässt sich dies im Lebenslauf ebenfalls anführen. Hier ein Beispiel:

von ... bis aktuell aufgrund eines Verkehrsunfalls und anschließender Reha-Maßnahme arbeitsunfähig, Teilnahme Onlinesprachkurs “Spanisch für Fortgeschrittene”, derzeit aktiv auf Jobsuche zwecks Rückkehr in das Berufsleben

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Müttern und Vätern steht zweifelsfrei eine Babypause zu, um sich Zeit für ihren Nachwuchs zu nehmen. Begibst du dich nach dieser Auszeit vom Berufsleben auf Jobsuche, kannst du diese Lücke im Lebenslauf wie folgt erwähnen:

nach der Geburt meines Kindes vom ... bis voraussichtlich zum ... in Elternzeit und derzeit aktiv arbeitssuchend für den Wiedereinstieg in den Beruf

Tipp: Falls du während der Elternzeit eine kleine Nebentätigkeit oder eine selbstständige Tätigkeit ausgeübt hast, werte damit deinen Lebenslauf auf, indem du dies ergänzend zur Familienpause erwähnst. Besonders vorteilhaft: Präzisiere in deiner Vita, welche Tätigkeiten oder Aufgaben du währenddessen übernommen hast. Somit zeigst du, dass du auch in der Elternpause keinen beruflichen Stillstand hattest. Übrigens kannst du hier sogar eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzählen – insbesondere, wenn diese in irgendeiner Form etwas mit deinem Beruf zu tun hat.

ab ... Betreuung meines neugeborenen Kindes und ehrenamtliche Tätigkeit im Verein ... als Webmaster; derzeit arbeitssuchend als Programmierer

Umzugsbedingter Arbeitsplatzwechsel

Musstest du deinen alten Job kündigen, weil dein Partner oder deine Partnerin eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt oder einem anderen Land angenommen hat, sodass ein Umzug erforderlich war? Dann ist eine solche Formulierung möglich:

Aufgrund der beruflichen Veränderung meines Lebensgefährten/meiner Lebensgefährtin habe ich mein aktuelles Arbeitsverhältnis zum ... gekündigt und bin ich derzeit auf Jobsuche an meinem neuen Wohnort (Stadt).

Beruflicher Wiedereinstieg nach Angehörigenpflege

Du hast ein Familienmitglied gepflegt und es kam deshalb zu einer größeren Lücke in deinem Lebenslauf? Dies stellt bei den meisten Personalern kein Problem dar. So lässt sich die Angehörigenpflege transparent im Lebenslauf anführen:

von ... bis ... Pflege und Betreuung meiner pflegebedürftigen Mutter; jetzt aktiv arbeitssuchend

Ein weiteres Beispiel:

Von der Geburt meines behinderten Kindes am ... bis zum ... Pflege und Betreuung meiner Tochter/meines Sohnes. Da mein Kind ab dem ... eine Ganztagseinrichtung besucht, befinde ich mich derzeit auf Suche nach einem Arbeitsplatz mit Festanstellung.

Unechte Lücken im Lebenslauf

So genannte unechte Lücken im Lebenslauf dienen meist als Investition in die berufliche Zukunft. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist ein ausgelassenes Semester, das dazu genutzt wurde, um das weitere Studium zu finanzieren. Hier gibt es keinen Anlass, diese studienfreie Zeit in der Bewerbung zu verheimlichen, da es vollkommen nachvollziehbar ist, dass du als Student zwischendurch Geld verdienen musstest. Außerdem werden unechte Lücken dazu genutzt, echte Lücken im Lebenslauf zu vermeiden – etwa dann, wenn in konjunkturschwachen Zeiten kaum neue Mitarbeiter eingestellt werden und daher nach dem Jobverlust beispielsweise ein Aufbaustudium oder Zweitstudium angetreten wird.

Hast du dich nach einem beendeten Beschäftigungsverhältnis für ein Zweitstudium, Aufbaustudium oder eine Fortbildung entschieden, kann der Lebenslauf in Blöcke unterteilt werden. Die wichtigsten beruflichen Etappen tauchen im rückwärts-chronologischen Lebenslauf weit oben auf. Erst im unteren Abschnitt des Lebenslaufs werden “Aktuelle Qualifizierungsmaßnahmen” wie Aufbaustudium, Zweitstudium bzw. Lehrgänge und Ähnliches aufgeführt.

Das Sabbatical ist eine Auszeit, die insbesondere bei Führungskräften keiner großen Erklärung bedarf. Allerdings sollte nur dann das Sabbatical im Lebenslauf Erwähnung finden, wenn die Karrierepause auch tatsächlich zum Reisen und Erholen nach einer langen und stressigen Arbeitsphase genutzt wurde. Optimal: Für das Sabbatical gab es eine offizielle Freistellung durch den Arbeitgeber. Dann ist diese wohlverdiente Auszeit sogar als Anerkennung für überaus engagiertes Arbeiten zu verstehen.

Lücken im Lebenslauf: gut erklärt meist kein Problem

Heute ist ein lückenhafter Lebenslauf meist nicht problematisch, wenn man als Bewerber offen damit umgeht, berufsfreie Phasen geschickt im Lebenslauf verpackt und nachvollziehbar erklärt. Sogar der selbst verschuldete Verlust des Arbeitsplatzes muss dann nicht zwingend ein Ausschlusskriterium bei der Jobvergabe sein. Zumindest dann nicht, wenn im Vorstellungsgespräch glaubhaft gemacht werden kann, dass man aus diesem Fehler seine Lehre gezogen hat. Schaffst du es auch im Vorstellungsgespräch, deine beruflichen Fähigkeiten zu präsentieren und von deiner Person zu überzeugen, wirst du dich erfolgreich bewerben und dich schon bald über einen Arbeitsvertrag freuen dürfen.