Das Austauschen von Kontaktdaten sollte im Zeitalter von Facebook und Twitter kein Problem darstellen, oder? Was in der Theorie stimmt, sieht in der Praxis meist ganz anders aus. Wer hat schon die Zeit, sich eine Handynummer diktieren zu lassen? Häufig gehen Kontaktinformationen auch zwischen unzähligen anderen Daten auf dem Smartphone verloren. Die Lösung für das Problem könnte klassischer nicht sein – die Visitenkarte. Wie sie das schafft und was zu einer gelungenen Gestaltung dazu gehört, erfährst du hier.

Visitenkarten: Welchen Zweck erfüllen sie heute?

Kunden anwerben, Kontakte knüpfen, Informationen austauschen – diese Funktion erfüllt die Visitenkarte in der Berufswelt noch heute. Vor allem bei Meetings und auf Messen gehören sie nach wie vor zum Gesamtbild. Trotz aller technischen Errungenschaften – einen digitalen Ersatz für die kleinen Kärtchen gibt es leider nicht.

Prinzipiell erfüllen Visitenkarten noch immer ihren ursprünglichen Zweck: Den Austausch der wichtigsten Informationen zwischen Geschäftspartnern, Kollegen oder potentiellen Arbeitgebern. Einige Aspekte haben dagegen an Wichtigkeit gewonnen.

Der neue Fokus der Visitenkarte

Zwar ist Erreichbarkeit heute leichter als je zuvor, allerdings müssen wir uns zwischen unzähligen Kontaktdaten zurechtfinden. Das ist nicht immer leicht.

Mittlerweile dient die Visitenkarte daher eher als eine Art Übersicht. Ich bin Person X, so kannst du mich erreichen, das mache ich beruflich – alles auf einer Karte und ganz ohne umständliches Diktieren von Handynummern. Einfacher geht es im Grunde nicht.

Zwei junge Frauen tauschen ihre Visitenkarten bei der Arbeit aus
Alles Wissenswerte auf einen Blick – Visitenkarten sind vor allem sinnvoll, wenn es schnell gehen muss.

Sie funktioniert außerdem als Vorauswahl dafür, wer wirklich wichtig ist. E-Mail-Adressen und Telefonnummern haben wir von allen unseren Bekanntschaften, aber nur von wenigen haben wir auch eine Visitenkarte. Überreichen wir sie unserem Gegenüber, wird sie in der Regel zusammen mit allen anderen Karten aufbewahrt. Somit werden wir automatisch in einen besonderen Personenkreis aufgenommen.

Zeitlos und greifbar

Ein weiteres wichtiges Stichwort ist die Haptik. Je schneller sich die Welt um uns herum verändert, desto mehr suchen wir nach Halt und Orientierung. Oft erinnern wir uns vor allem an Dinge, die wir nicht nur sehen oder hören, sondern auch anfassen können. Aus diesem Grund erfreuen sich Schallplatten und Bücher, aber auch Visitenkarten wieder größerer Beliebtheit.

Daten und Pixel sind überall und nirgends zugleich, irgendwo hinter unseren Bildschirmen und Displays. Übertragen wir Inhalte hingegen auf Papier, können wir einen Bezug herstellen – durch Berührung. Wer selbst im Gedächtnis bleiben möchte, kann sich dieses Prinzip mit einer Visitenkarte zunutze machen.

Die Visitenkarte als Beweis deiner Qualitäten

Über die eigenen Talente und Fähigkeiten zu sprechen, fällt vielen Menschen leichter, als sie auch zu zeigen. Besonders bei kurzen Begegnungen bietet sich dafür auch nicht unbedingt die Gelegenheit. Hier kann die Visitenkarte Abhilfe schaffen, indem du sie als Beweis deiner Stärken einsetzt.

Eine ordentliche Karte zeigt dich zum Beispiel als organisierten Menschen. Immerhin musst du ihre knappen Ausmaße möglichst geschickt nutzen, um alle wichtigen Informationen zu platzieren. Ein QR-Code oder ein Link zu deiner eigenen Website weisen dich dagegen als technisch begeisterten Menschen aus.

Zeichen der Zugehörigkeit

Bestimmte Branchen verwenden Visitenkarten häufiger als andere – zum Beispiel im Bank- oder Immobiliengeschäft. Bei Geschäftspartnern aus diesen Bereichen kann es sich auszahlen, ebenfalls eine parat zu haben. Eine Visitenkarte signalisiert Professionalität und Zugehörigkeit. Das entscheidet vielleicht sogar, ob ein Geschäft zustande kommt oder nicht.

Die eigene Visitenkarte: Darauf kommt es an

Unter Adeligen war es früher üblich, den eigenen Besuch mit einer Visitenkarte anzukündigen. Dafür reichte es damals noch aus, den eigenen Namen auf eine Spielkarte zu schreiben.

Mit dieser Methode kommst du natürlich nicht mehr weit. Aber was unterscheidet einen einfachen Notizzettel eigentlich von einer Visitenkarte? Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten Regeln und Gestaltungsmöglichkeiten.

Das muss auf der Visitenkarte stehen

Inhaltlich lässt sich die Visitenkarte in Vorder- und Rückseite unterteilen. Beide Seiten erfüllen verschiedene Funktionen.

Die Vorderseite enthält die wichtigsten Kontaktdaten wie:

  • deinen Namen,
  • Telefonnummer,
  • Arbeitsadresse,
  • E-Mail-Adresse,
  • dein Logo oder das Logo deiner Firma
  • und gegebenenfalls Links zu deiner Webseite oder Social Media Profilen.

Die Rückseite beschränkt sich auf kreative Extras und Spielereien wie:

  • eine Wiederholung des Logos (zum Beispiel größer oder in einem anderem Farbverhältnis),
  • die Wiederholung der verwendeten Farben, oft auf der gesamten oder einer Teilfläche,
  • Muster und Grafikelemente (zum Beispiel ein QR-Code, in seltenen Fällen auch Fotos).

Ländersache: Das Format der Visitenkarte

Beim Format handelt es sich um eine ziemlich eindeutige Angelegenheit. Die Ausmaße der Visitenkarte sind innerhalb bestimmter Regionen einheitlich geregelt:

  • Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien:
    85 x 54 mm
  • USA, Kanada: 89 x 51 mm
  • Australien, Schweden, Norwegen, Dänemark: 90 x 55 mm
  • Japan: 91 x 55 mm
  • China, Hong Kong: 90 x 54 mm

Wichtig ist das einheitliche Format vor allem für das Lagern der Karten. Daher solltest du dich ebenfalls an die Regelgröße deiner Region halten. Sonst geht deine Visitenkarte vielleicht verloren – oder landet aus Frustration im Müll. Abgerundete Ecke und Aussparungen sollten aus den gleichen Gründen sparsam verwendet werden.

Ob du das jeweilige Format hochkant oder waagerecht nutzt, bleibt dir überlassen. Zwar wird für Visitenkarten noch immer überwiegend das Querformat gewählt, manche Elemente lassen sich jedoch anders vorteilhafter positionieren.

Dazu zählen zum Beispiel Firmenlogos. Auch Namen kommen im Hochformat zum Teil besser zur Geltung. Für längere Textbausteine wie Webadressen eignet sich das Querformat in der Regel besser.

Welche Schriftarten eignen sich für Visitenkarten?

Alle Schriftarten werden zunächst in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Serifenschrift mit winzigen Schnörkeln, zum Beispiel Times New Roman oder Garamond
  • serifenlose Schrift wie Helvetica oder Arial

Beide Varianten haben ihre Vorzüge: Serifenschriften wirken eher klassisch und etwas schicker. Serifenlose Schriften lassen sich dagegen besser entziffern – auch bei kleinen Schrifttypen.

Du solltest nicht mehr als insgesamt drei Schriftarten verwenden – inklusive des Schrift-Fonts, der im Logo verwendet wird. Sie müssen außerdem zusammenpassen. In der Regel empfiehlt es sich daher, unterschiedliche Versionen des gleichen Fonts zu benutzen.

Varianten wie bold, light und medium eignen sich dafür hervorragend. Von Kursivschriften solltest du jedoch prinzipiell die Finger lassen, da sie besonders in kleingedruckter Variante schwer zu lesen sind.

Verschiedene Schriftarten auf einer Visitenkarte: Geht das?

Auch verschiedene Schriften können zueinander passen. Wir haben hier ein paar Kombinationen herausgesucht, die in Designerkreisen als gelungen gelten:

  • Rubik & Karla
  • Domine & Roboto
  • Domine & Open Sans
  • Fira Sans & Merriweather
  • Poppins & PT Serif
  • Halant & Nunito Sans
  • Montserrat & Source Sans Pro
  • Chivo & Overpass
  • Work Sans & Bitter
  • Cabin & Old Standard TT
  • Lato & Merriweather
  • Montserrat & Cardo
  • Open Sans & Gentium Book Basic
  • Source Sans Pro & Source Serif Pro
  • Cardo & Josefin Sans

Welche Schriftart eignet sich am besten?

Auf diese Frage gibt es leider keine definitive Antwort. Das hängt auch von deiner Branche und der Kundschaft ab. In seltenen Fällen können auch spezielle Fonts verwendet werden – dann allerdings nur vereinzelt und mit Bezug auf das Unternehmen. Eine Kalligraphie-Schrift passt zum Beispiel hervorragend zu einem Tattoo-Studio.

In Sachen Schrift ist vor allem der Kontext des Unternehmens entscheidend. Für handwerkliche Betriebe empfiehlt sich zum Beispiel ein simples, robustes und klares Design. Zu Modeboutiquen passt dagegen eher eine leichte und elegante Schrift.

Auffallen, aber nicht zu sehr

Grundsätzlich bietet es sich an, subtil von der Norm abzuweichen. Manche Schriftarten offenbaren erst auf den zweiten und dritten Blick Besonderheiten. Das lädt zum erneuten Ansehen der Visitenkarte ein. Stelle dir außerdem die Frage, über welchen Zeitraum du deine Visitenkarten benutzen möchtest. Aktuelle Trends sehen in einem halben Jahr vielleicht schon verbraucht und albern aus.

Unser Auge findet kleine Unstimmigkeiten unangenehmer als große. Darauf solltest du vor allem achten, wenn du unterschiedliche Schrifttypen benutzt. Hier empfiehlt es sich, besonders ähnliche Fonts zu benutzen – oder aber auffallend unterschiedliche.

Vorsicht, Urheberrecht!

Nicht jede Schriftfont darfst du einfach so verwenden. Insbesondere bei der gewerblichen Nutzung kann es durchaus Ärger mit dem Urheber geben. Daher solltest du dich in jedem Fall über Nutzungsrechte informieren. Erkundige dich im Zweifelsfall bei einem Grafikdesigner.

Hauptsache lesbar: die Schriftgröße

An erster Stelle steht die Lesbarkeit der Visitenkarte. Wie willst du deinen Kundenstamm erweitern, wenn niemand den Namen deines Geschäfts entziffern kann? Mit einer Schriftgröße von 7 bis 9 Punkten liegst du für gewöhnlich richtig, allerdings unterscheiden sich Schriften und ihre Varianten im Detail. Hier kann sich ein vergleichender Blick – und eventuell eine Korrektur nach oben – auszahlen.

Größer ist immer besser als zu klein, die Stelle nach dem Komma kann bei manchen Schriftarten aber einen entscheidenden Unterschied ausmachen.

Aufbau und Farbgestaltung

Das Layout legt fest, wo sich die Textbausteine auf der Visitenkarte befinden. Dabei ist ein stimmiger Aufbau beinahe noch wichtiger als die Auswahl der Schrift. Vor dem Lesen muss sich der Betrachter nämlich erst einmal orientieren. Ein gelungenes Layout hilft dabei und lenkt den Blick, wohin er zuerst fallen soll.

Unser Auge hasst kleine Unregelmäßigkeiten. Einen symmetrischen Aufbau und klare Linien solltest du daher unbedingt einhalten – oder gleich ein völlig freies Layout wählen.

Ränder einhalten!

Ein anderes Problem stellen gedrängte Textbausteine und andere Elemente dar. Nicht nur der Text ist wichtig, sondern auch die Lücken dazwischen. Ist das Auge überfordert, wirft der Betrachter schnell das Handtuch. So zerknüllt die Visitenkarte vielleicht in irgendeiner Jacketttasche.

Achte auf die Außenränder. Sie betragen in der Regel drei bis fünf Millimeter. Hier kann es beim finalen Schnitt der Karten zu kleinen Toleranzen kommen. Besonders bei farbigen Rändern fallen die Schwankungen negativ auf.

Gewicht und Dicke des Papiers

Sogar das Gewicht ist ein Faktor für eine gelungene Visitenkarte. Abhängig von der Qualität des Papiers oder des Kartons gibt es zum Teil bedeutende Unterschiede.

Besonders schwere Materialien kommen immer mehr in Mode. Galt 250 g/m2 früher noch als gängiger Standard, hat sich das durchschnittliche Gewicht mittlerweile bei 300 g/m2 eingependelt.

Dicke Visitenkarte mit Farbschnitt
Besonders schwere Karten fallen vor allem durch bunte Kanten, sogenannte “Farbschnitte”, auf.

Besonders schwere Visitenkarten erreichen sogar 400 g/m2 oder 600 g/m2. Sie werden zum Teil im Buchdruckverfahren verarbeitet, mit farbigen Außenkanten oder aufwendigen Prägungen. Das geht durch den hohen Aufwand natürlich ins Geld, liefert aber beeindruckende Ergebnisse.

Farbgestaltung: vorne schlicht, hinten bunt

Ein gelungenes Farbkonzept vereint eine ansprechende Gestaltung mit hoher Lesbarkeit. In der Regel hat es sich auch für Visitenkarten bewährt, von einem weißen Hintergrund auszugehen und dunklere Farbtöne für die Schrift zu verwenden. Bunte Hintergründe, Muster und ähnliche Extras gehören hingegen auf die Rückseite.

Schriftfarbe

Als erster Anhaltspunkt dient in der Regel das Firmenlogo. Ist es bereits farbig gestaltet, können die Farben des Logos im Text der Visitenkarte wiederaufgenommen werden. Verwendest du hingegen andere Farben, sollten sie zum Logo passen und vor allem nicht zu zahlreich sein.

Eine schwarze Schrift hat sich als Klassiker auf Visitenkarten bewährt. Auch dunklere Grautöne erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie sich angenehmer lesen lassen als Schwarz. Voraussetzung für das Gelingen ist jedoch ein hochwertiger Druck – sonst leidet die Lesbarkeit der grauen Schrift. Auch dunkles Blau oder Oker funktionieren, solange sie mit dem übrigen Farbkonzept harmonieren.

Welches Papier eignet sich am besten für Visitenkarten?

Hier gibt es keine falsche Antwort, nur verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Jedes Papier hat sowohl Stärken als auch Schwächen. Abgesehen vom Budget ist entscheidend, was am besten für dein Gesamtkonzept funktioniert.

Gestrichenes Papier

Gestrichenes Papier wird mit einer Streichmasse, dem „Strich“, bearbeitet. Dadurch bekommt es eine glattere, glänzende Oberfläche. Unterschiedliche Varianten reichen von matt über seidenmatt bis glänzend, je nachdem, wie viel Strich verwendet wird.

Gestrichenes Papier gewährleistet eine hohe Farbbrillanz und eine schnelle Trocknung im Druck. Allerdings vermindert die Behandlung den Weißegrad des Papiers. Hochglänzende Sorten beeinträchtigen außerdem die Lesbarkeit der Schrift.

Ungestrichene Papiere

Unbehandeltes Papier überzeugt dagegen mit einem strahlenden Weiß. Es ist von Natur aus matt und versprüht einen gewissen Retro-Charme. Ein weiterer Vorteil besteht in der natürlichen Festigkeit des Papiers, da bereits dünnere Papiere im Bereich von 240 g/m2 hervorragende Ergebnisse abliefern. Selbst günstigere Varianten geben wahre Handschmeichler ab.

Leider gehen diese Vorteile auf Kosten der Druck-Brillanz. Während schwarze Drucke noch angenehm matt wirken, erzielen Farbdrucke eine geringere Qualität als auf anderen Papieren.

Satiniertes Papier

Satiniertes Papier ist ebenfalls glatt, kommt aber ohne Strich aus. Stattdessen glätten mechanische Walzen das Papier bei der Produktion. So kombiniert es die Vorteile von gestrichenem und ungestrichenem Papier und erreicht so in allen Bereichen ein gutes Mittelmaß.

Strukturiertes Papier

Walzen können nicht nur zur Glättung eingesetzt werden, sondern auch zur Prägung von Papier. Es bekommt dann eine gut sichtbare, faserige Oberfläche. Strukturiertes Papier vereint ein interessantes Aussehen mit einer außergewöhnlichen Haptik. Für Visitenkarten eignet es sich daher besonders gut.

Seine Herstellung ist allerdings aufwendig und kostspielig. In puncto Farbbrillanz erreicht es zudem nur eine mittlere Qualität.

Die gängigen Druckverfahren für Visitenkarten: Offset-Druck

Offset, also der Klassische Druck mit Platten, ermöglicht eine enorm hohe Auflösung. Das macht sich vor allem bei der Lesbarkeit von Text bemerkbar. Auch schmalere Schriftarten lassen sich im Offset-Druck gestochen scharf umsetzen. In Sachen Auflösung holen digitale Drucke zwar auf, bislang können sie der Druckplatte jedoch nicht den Rang ablaufen.

Eine Offset Druckpresse druckt bunte Grafiken
Wer einen Jahresvorrat an Visitenkarten braucht, liegt mit Offset-Druck genau richtig.

Das gilt auch für die Positionierung der Schrift. Das geringe Spiel des Verfahrens gewährleistet höchste Präzision. Davon profitieren insbesondere Visitenkarten mit farbigem Rahmen. Die farbliche Gestaltung steht dir beim Offset-Druck ebenfalls frei. Die Maschinen drucken neben Mischfarben beinahe jede Sonderfarbe, die du in Auftrag geben könntest.

Nachteile des Offset-Drucks

Leider bedingt das Verfahren große Abnahmemengen. Sie werden gewissermaßen in „Sammelbestellungen“ abgehandelt. Da die Komponenten nicht innerhalb eines Druckvorgangs gewechselt werden können, schränkt das die Papierauswahl und besondere Farbwünsche letztendlich doch ein.

Als einzige Lösung bieten sich große Abnahmemengen an. Ob das für deine Visitenkarten infrage kommt, hängt allerdings von deinem Bedarf und dem Budget ab.

Auf dem Vormarsch: digitale Drucke

Da sich die Qualitätsunterschiede beider Verfahren mit dem technischen Fortschritt angleichen, erfreut sich der digitale Druck immer größerer Beliebtheit. Selbst Profis haben immer öfter Schwierigkeiten, Digitaldruck von Offset-Druck zu unterscheiden. Besonders ausgefeilte Drucker erreichen sogar schärfere Ergebnisse als durchschnittliche Plattendrucke.

Der größte Vorteil ist vor allem die flexible Abnahmemenge. Theoretisch können sogar einzelne Testexemplare gedruckt werden, bevor die eigentlichen Karten in Druck gehen. Ebenso unkompliziert gestaltet sich die Weiterverarbeitung. In Sekundenschnelle getrocknet, kann die Druckerei direkt zum nächsten Arbeitsschritt übergehen.

Digitale Drucke sind weniger aufwendig und ermöglichen die flexible Gestaltung deiner Visitenkarte. Das spart Zeit und Geld, das du stattdessen in hochwertige Materialien investieren kannst.

Kostspieliger Exot: Letterpress

Am oberen Ende des Preisspektrums findet sich das Letterpress-Verfahren – der Druck mit einer Buchdruckpresse. Sie ist die wohl älteste und komplizierteste Methode. Buchdruckpressen sind immerhin rare Antiquitäten.

Buchstaben-einer-Buchdruckpresse-werden-in-einer-Holzkiste-verstaut
Drucken wie vor 100 Jahren – alle Buchstaben müssen beim Buchdruck einzeln angepasst werden.

In Handarbeit wird die Presse mit den benötigten Buchstaben bestückt. Sie prägen, zusätzlich zur Farbe, die Umrisse des Buchstabens fühlbar in die Oberfläche der Visitenkarte. Letterpress ermöglicht natürlich weniger Gestaltungsmöglichkeiten als Offset- und digitaler Druck. Das gleicht der Buchdruck aber durch seine unvergleichliche Qualität wieder aus.

Gesamtkonzept Visitenkarte

Die Visitenkarte muss natürlich zu deinem Beruf, deinem Produkt und dir selbst passen. Hast du dein eigenes Geschäft oder vermittelst du Aufträge für ein großes Unternehmen? Stehst du selbst oder dein Produkt im Mittelpunkt – oder vertrittst du in erster Linie die Firma, für die du arbeitest?

Jobs im Management und Start-ups verlangen der Visitenkarte zum Beispiel sehr unterschiedliche Qualitäten ab.

Kleine Unternehmen und Start-ups

Visitenkarte mit starkem Konzept für ein Musikgeschäft
Regler, Tasten, Metalloberfläche – diese Visitenkarte in Radio-Optik wäre genau das richtige für ein Hifi-Geschäft.

Dein Name vermittelt noch nicht von selbst, was du anbietest? Hier kann eine Visitenkarte für dich sprechen. Dafür bieten sich starke Konzepte und auffällige Designs an. Je aussagekräftiger, desto besser.

Das erreichst du zum Beispiel durch ein wiedererkennbares Farbkonzept, spezielle Fonts oder einen eindringlichen Slogan auf der Rückseite. Erlaubt ist, was dein Konzept verdeutlicht. Trotzdem solltest du stets auf die Lesbarkeit der Visitenkarte achten.

Ein QR-Code auf der Rückseite ermöglicht das direkte Weiterleiten auf deine Webseite. Hier findet der Kunde alles, was ihn interessiert. So sparst du Platz für wichtige Informationen.

Visitenkarten im Management

Visitenkarten im Management profitieren von einer schlichten und zeitlosen Gestaltung, kombiniert mit hochwertigen Materialen. Dafür eignet sich Offset- oder sogar Letterpress-Druck, schweres Papier und klassische Schriftarten wie Garamond.

Das Design der Visitenkarte sollte subtil und ruhig ausfallen. Als Farben empfehlen sich ruhigere Töne wie Oker oder Anthrazit auf weißem Grund. Auch Creme-Töne eignen sich als Farbe für den Untergrund.

Farbige Flächen und Muster sollten dagegen nur vereinzelt eingesetzt werden und mit dem Firmenlogo harmonieren. Im besten Fall vermittelt die Karte die Vorzüge des Unternehmens: Sorgfalt, Erfahrung, Effizienz. Das erreichst du mit einer zeitlosen Gestaltung.

Bildnachweise: EM Karuna / Shutterstock.com; Ashihara / Shutterstock.com; silvano audisio / Shutterstock.com; GaudiLab / Shutterstock.com; PRAIRAT FHUNTA / Shutterstock.com; palll / Shutterstock.com; Peter Bushuev / Shutterstock.com; motuwe / Shutterstock.com; Uncleloon / Shutterstock.com; Sputanski / Shutterstock.com; kristi_ti / Shutterstock.com