Berufseinstieg: Der Start deiner Karriere

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Als Berufseinsteiger giltst du, wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst und deinen ersten Arbeitsvertrag in einem Beruf unterzeichnet hast.
  2. Nicht jeder Ausbildungs- oder Studienabsolvent schafft den direkten Berufseinstieg. Alternativen können Praktika, ein Volontariat oder ein Trainee-Programm sein.
  3. Soft Skills wie eine gute Kommunikationsfähigkeit und Eigeninitiative helfen dir bei deinem Karrierestart.
  4. Auch für Berufsanfänger lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung.

Es ist so weit: Du hast deine Ausbildung oder dein Studium abgeschlossen und bist bereit, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das kann ziemlich aufregend sein, schließlich hast du dich jahrelang auf deinen Berufseinstieg vorbereitet. Trotzdem solltest du ein bisschen Zeit einplanen, denn dieser gestaltet sich oft gar nicht so einfach. Wir verraten dir, welche Möglichkeiten du nach deinem Schulabschluss hast und geben dir ein paar Tipps für deinen Einstieg ins Berufsleben.

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Wer gilt als Berufseinsteiger?

Als Berufseinsteiger werden Arbeitstätige bezeichnet, die erst vor kurzem eine akademische, schulische oder betriebliche Ausbildung abgeschlossen haben. Sie verfügen also noch über wenig Berufserfahrung und haben nun ihren ersten richtigen Arbeitsvertrag unterschrieben. Vorangegangene Verträge für Nebenjobs werden hierbei nicht berücksichtigt.

Auch Quereinsteiger, die eine Weiterbildung oder Umschulung absolviert haben, gelten als Berufseinsteiger – unabhängig davon, wie viel Erfahrung sie in ihrem vorherigen Beruf gesammelt haben. Gute Chancen für den Quereinstieg ergeben sich unter anderem in der IT-Branche und im Pflegebereich.

Berufseinstieg nach Abitur

Als Abiturient startest du nicht direkt in die Arbeitswelt, sondern stehst zunächst vor der Entscheidung, wie du dich auf diese vorbereiten möchtest: Studium, Berufsausbildung oder vielleicht Freiwilligendienst? Einige Abiturienten entscheiden sich zunächst für Work and Travel im Ausland oder gönnen sich eine Auszeit daheim.

Wenn du dein Abitur in der Tasche hast, öffnen sich dir viele Türen. Welche du wählst, hängt unter anderem von deinen Interessen, Wünschen und Zielen ab. Bedenke aber, dass beispielsweise durch eine längere Auszeit, in der du dich nicht schulisch weiterbildest oder arbeitest, eine Lücke in deinem Lebenslauf entsteht. Für diese musst du später eine gute Erklärung parat haben, wenn du beispielsweise in einem Bewerbungsgespräch darauf angesprochen wirst.

Lass dich beraten

Um herauszufinden, was du wirklich möchtest und welcher Beruf oder Studiengang zu dir passt, kannst du schon während deiner Schulzeit verschiedene Beratungsangebote wahrnehmen. Du kannst zum Beispiel

  • Ausbildungsmessen besuchen,
  • an Schnuppertagen einen Blick in verschiedene Hochschulen werfen oder
  • dich bei der Bundesagentur für Arbeit informieren. 

Außerdem lohnt es sich, mehrere Praktika zu absolvieren, um verschiedene Jobs kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln

Mit einer Ausbildung direkt in die Praxis

Wer möglichst schnell praktische Erfahrungen in einem Job sammeln und direkt eine Vergütung erhalten möchte, der entscheidet sich in der Regel für eine Berufsausbildung. Je nach Beruf dauert diese zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Meist wirst du in einem Betrieb praktisch ausgebildet und besuchst parallel die Berufsschule, wo dir theoretische Kenntnisse nähergebracht werden. Anschließend kannst du direkt in den Beruf einsteigen, den du gelernt hast. Wer nach Abschluss der Lehre von seinem Ausbildungsbetrieb als festangestellter Mitarbeiter übernommen wird, kann sich besonders glücklich schätzen.

Aufgepasst: Wenn deine Berufsausbildung in rein schulischer Form stattfindet, erhältst du keine Ausbildungsvergütung. Dies ist unter anderem in Gesundheitsberufen häufig der Fall.

Umfassende Theorie im Studium

Möchtest du dich nach deinem Schulabschluss theoretisch weiterbilden und dir besonders gute Karriere- und Aufstiegschancen sichern, fällt deine Wahl vermutlich auf ein Studium an einer Universität oder Hochschule. Hierfür benötigst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife, die du an allgemeinbildenden Gymnasien und Privatschulen erlangst, oder die Fachhochschulreife, die du an Fach- oder beruflichen Gymnasien bekommst. 

Akademiker können schon beim Berufseinstieg mit einem ansprechenden Gehalt rechnen und ergattern in der Regel schneller Führungspositionen als Arbeitnehmer, die nicht studiert haben. Deshalb entscheiden sich ausgebildete Fachkräfte häufig auch später noch für eine Weiterbildung oder ein ergänzendes Studium.

Studienfinanzierung

Nachteil eines Studiums ist, dass unter anderem Studiengebühren und Kosten für Lernmittel auf dich zukommen. Deshalb musst du dich vorab mit dem Thema Studienfinanzierung auseinandersetzen. Du kannst zum Beispiel BAföG beantragen. Hierbei handelt es sich um eine staatliche Förderung für junge Studierende. Durch diese wird es ihnen ermöglicht, die finanziellen Herausforderungen des Studiums zu bewältigen, ohne dass sie mehrere Nebenjobs annehmen müssen. Sie können sich somit vollständig auf das Studieren konzentrieren. Allerdings ist nur die Hälfte des Studenten-BAföG ein Zuschuss. Das bedeutet, dass du die andere Hälfte nach Beendigung deines Studiums zurückzahlen musst.

Leider erhält nicht jeder Studierende diese Förderung. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Leistungsnachweise fehlen oder die Eltern ein zu hohes Einkommen haben. Wenn sich die Studierenden nicht auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern verlassen möchten oder können, dann ist ein Studienkredit eine alternative Finanzierungsmöglichkeit. Diesen müssen Kreditnehmer jedoch vollständig und zuzüglich Zinsen zurückzuzahlen.

Duales Studium als Alternative

Eine beliebte Möglichkeit, Theorie und Praxis zu kombinieren, bietet das Duale Studium. Hierbei arbeitest du in einem Betrieb und studierst gleichzeitig an einer Hochschule oder Universität. Duale Studienplätze findest du unter anderem in den Bereichen Technik, IT und Wirtschaft sowie in sozialen Berufen.

Anders als beim klassischen Studium erhältst du ein Gehalt und die Studiengebühren bezahlt in der Regel dein Arbeitgeber. Deshalb ist es möglich, dass in deinem Vertrag festgehalten wird, dass du nach deinem erfolgreichen Abschluss zunächst für eine bestimmte Zeit in dem Betrieb arbeiten musst. Wenn du gute Leistungen erbringst und dich in dem Unternehmen wohlfühlst, stellt dies also eine gute Art des Berufseinstiegs dar.

Berufseinstieg nach Studium

Als Bachelor- oder Masterabsolvent hast du verschiedene Möglichkeiten, den Berufseinstieg zu wagen. Je nachdem, was du studiert hast, kannst du nun mit einer Ausbildung oder einem Volontariat beginnen, als Trainee in einem Unternehmen tätig werden oder aber den Direkteinstieg wählen, indem du dich um eine vollwertige Arbeitsstelle bewirbst.

Obwohl Akademiker auf dem deutschen Arbeitsmarkt gefragt sind, gestaltet sich die Jobsuche manchmal schwieriger als gedacht. Nicht jeder Hochschulabsolvent schafft nach dem Studium den nahtlosen Übergang in den Beruf. Gründe hierfür sind zum Beispiel schlechte Noten, fehlende Zusatzqualifikationen oder eine Bewerbung, die nicht ansprechend gestaltet oder wenig aussagekräftig ist.

Auch fehlende Praxis kann ein Argument dafür sein, dass du für einen Job nicht in Erwägung gezogen wirst. Zwar hast du während deines Studiums bereits in Praxisphasen oder im Rahmen eines Praktikums berufliche Erfahrungen sammeln können, aber das genügt nicht immer. Werkstudentenjobs und die freie Mitarbeit in Unternehmen können deine Chancen steigern. Vielleicht ist es ja auch möglich, dass du deine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen verfasst, für das du dich interessierst. Auf diese Weise kannst du es näher kennenlernen und Kontakte knüpfen. 

Volontariat oder Traineeprogramm

Es kann sinnvoll sein, zunächst als Volontär oder Trainee in ein Unternehmen einzusteigen. Sowohl das Volontariat als auch das Traineeprogramm dienen als Einführung in das Berufsleben. Die Absolventen lernen die Arbeit und ihre Kollegen in den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens kennen und sammeln Berufserfahrung. Während ein Traineeprogramm Absolventen aus nahezu allen Studienbereichen eine Perspektive bietet, werden Volontariate überwiegend in der
 Medienbranche angeboten.

(Schwieriger) Start in die Arbeitswelt

Nicht nur Hochschulabsolventen haben mitunter Probleme bei der Jobsuche, sondern auch Auszubildende, die nicht von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Zwar haben sie während ihrer Lehre sowohl die theoretischen als auch die praktischen Grundlagen des Berufs erlernt, aber das reicht nicht immer aus, um auf dem Arbeitsmarkt zu überzeugen.

Wenn Berufseinsteiger gewünscht sind, wird dies häufig in der Stellenanzeige angegeben. Oft suchen Arbeitgeber aber möglichst junge Mitarbeiter mit umfangreicher oder mehrjähriger Berufserfahrung. Als Berufsanfänger kannst du diesen hohen Anspruch in der Regel nicht erfüllen. Bewirbst du dich dennoch, hast du es im Bewerbungsprozess entsprechend schwer, gegen erfahrenere Bewerber zu bestehen. 

Deshalb solltest du großen Wert auf eine ansprechende Gestaltung deiner schriftlichen Bewerbung legen und deine Qualifikation und Motivation für einen Job präzise darlegen. Sowohl dein Anschreiben als auch dein Lebenslauf sollten übersichtlich, geordnet und sprachlich korrekt sein.

Bewerbungsgespräch

Kannst du mit deiner Bewerbung überzeugen und wirst zum Vorstellungsgespräch eingeladen, solltest du dich gut darauf vorbereiten. Informiere dich vorab im Internet über das Unternehmen und schau dir an, welche Fragen in Vorstellungsgesprächen häufig an die Bewerber gerichtet werden. Personaler achten zudem darauf, wie du dich präsentierst. Versuche, Persönlichkeit zu zeigen, und lege ein soziales Auftreten an den Tag. Mache deutlich, dass du über sogenannte Soft Skills verfügst. Dazu gehören unter anderem

  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Teamfähigkeit,
  • Eigeninitiative und
  • Zielstrebigkeit.

Dein Gegenüber muss dein Potenzial erkennen, damit du eine realistische Chance auf die Arbeitsstelle hast. Schließlich kannst du noch nicht so viele berufliche Erfolge vorweisen wie andere Bewerber.

Dein Vorteil im Einstellungstest

Wenn ein Einstellungstest zum Bewerbungsverfahren gehört, kannst du davon profitieren, dass du gerade erst deine Lehre abgeschlossen hast. Das fachliche Wissen, dass du dir angeeignet hast, ist noch ganz frisch und auf aktuellem Stand. Außerdem ist es ratsam, dass du dich vorab im Internet darüber informierst, welche Inhalte Teil eines solchen Tests sein können. Eine gute Vorbereitung steigert auch hier deine Chancen.

„Wir melden uns“

Wenn du dein Bewerbungsgespräch und gegebenenfalls einen Einstellungstest hinter dich gebracht hast, musst du auf eine Rückmeldung warten. In der Regel wird dir vorab mitgeteilt, wie lange es voraussichtlich dauern wird. Manchmal bekommst du auch direkt eine Zu- oder Absage.

Wenn du dich gegen die anderen Bewerber durchsetzen konntest, hältst du schon bald deinen Arbeitsvertrag in den Händen und hast den Berufseinstieg geschafft. Dann beginnt in der Regel eine Probezeit, in der du dein Können unter Beweis stellen und weitere Erfahrungen sammeln kannst.

Steuererklärung Berufseinstieg

Spätestens wenn du deinen Berufseinstieg geschafft hast, bist du selbst für deinen Lebensunterhalt verantwortlich. Somit stellt sich dir sicherlich die Frage, ob sich eine Steuererklärung für dich lohnen könnte. Die Antwort ist ein ausdrückliches „Ja“. Als Berufseinsteiger kannst du dir Geld vom Staat zurückholen, zum Beispiel Kosten, die während des Bewerbungsverfahrens oder wegen eines berufsbedingten Umzugs entstanden sind. Auch Ausgaben, die im Rahmen deiner akademischen oder beruflichen Ausbildung notwendig wurden, kannst du geltend machen.