Das Wichtigste auf einen Blick:

Ein gelungener Lebenslauf entspricht nicht nur den gängigen Anforderungen, sondern ist auch individuell gestaltet.
Das Dokument fasst deinen Werdegang für gewöhnlich auf maximal zwei Seiten zusammen.
Weiterbildungen und Hobbys, die für den Arbeitgeber interessant sind, solltest du unbedingt erwähnen.

Nur noch selten wird ein Lebenslauf in Fließtext verlangt. Das, so scheint es im ersten Moment, macht das Erstellen eines Lebenslaufes sehr einfach. Schließlich gibt es die verschiedensten Lebenslauf-Muster bereits vorgefertigt im Internet. Im Grunde genommen stimmt das, aber versetze dich einmal in die Lage des Personalers: Er erhält Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Bewerbungen und alle haben den gleichen Aufbau und benutzen die gleichen Vorlagen. Daher enthalten sie zwar die wichtigsten Angaben, aber keiner sticht so richtig heraus. Dann hält er plötzlich einen Lebenslauf in der Hand, dessen Absender seine Kompetenzen, Fähigkeiten und Kenntnisse so formuliert hat, dass er volle Aufmerksamkeit bekommt. Dieser Lebenslauf beziehungsweise diese Bewerbungsmappe wird womöglich nicht auf dem Stapel mit den Absagen landen.

Aber wie formuliert man einen Lebenslauf so, dass er einerseits den heutigen Normen entspricht, anderseits aber individuell ist? Dass du diesen Ratgeber liest, zeigt, dass du dich mit deinem Lebenslauf abheben und dich von deiner besten Seite präsentieren möchtest.

Wie das geht und wie du einen wirklich guten Lebenslauf formulierst, zeigen dir deshalb die folgenden Tipps.

Inhalt – Das gehört in einen professionellen Lebenslauf-Aufbau

Die meisten Bewerber machen es sich einfach, indem sie im Lebenslauf ihre persönlichen Daten angeben, gefolgt von einem Abschnitt zur Berufserfahrung. Hier zählt der Bewerber in der Regel seine bisherigen Tätigkeiten als Stationen auf. Abschließend werden Ausbildungen oder ein Studium, Weiterbildungen und eventuell Ehrenämter und Hobbys erwähnt. Prinzipiell ist das kein Fehler, allerdings vergibst du so die Chance, Qualifikationen und Erfahrungen hervorzuheben, die für den ausgeschriebenen Job besonders relevant sind. Sicher hast du einen Lebenslauf auf deinem PC abgespeichert und kannst innerhalb weniger Minuten die eine oder andere Formulierung im Lebenslauf anpassen. Auch den Inhalt des Lebenslaufs solltest du dabei ständig aktualisieren und entsprechend ergänzen.

Antichronologischer Aufbau

Der Aufbau des Lebenslaufs folgt einem einfachen Prinzip: Neues zuerst, Altes zuletzt. Das gilt sowohl für deine Berufserfahrung als auch für alle anderen Abschnitte.

Dieser sogenannte antichronologische Aufbau hilft dem Personaler vor allem bei der Übersicht. Da er die aktuellsten und damit wichtigsten Informationen direkt einsehen kann, muss er sich nicht durch unzählige unwichtige Daten kämpfen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Frustration und verbessert deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.

Besonders frühe Lebensabschnitte wie deine Schulzeit sagen im Grunde nur wenig über deinen derzeitigen Stand aus – vor allem zu einem späteren Zeitpunkt deiner Karriere. Deine Grundschulzeit kannst du daher gleich ganz auslassen. Das gilt im Übrigen auch für Praktika, die du nicht im Berufsleben oder im Studium, sondern in der Schule absolviert hast.

Tipps für die Formulierung im Lebenslauf:

  • Als deutscher Staatsangehöriger musst du den Punkt „Staatsangehörigkeit“ nicht zwingend im Lebenslauf erwähnen. Ansonsten empfiehlt es sich, kurz und knapp ergänzende Angaben zu machen. Zum Beispiel: Staatsangehörigkeit: Tunesien, Arbeitserlaubnis seit 2009.
  • Wenn du Kinder hast, kannst du die Bedenken des Arbeitgebers bezüglich Betreuung, vor allem auch im Krankheitsfall, gleich im Lebenslauf abschwächen. Mögliche Formulierungen:

2 Kinder (4 und 5 Jahre), Betreuung durch Großmutter
oder
1 Kind, geb. 2010, zuverlässige Ganztagesbetreuung ist organisiert

Im Vorstellungsgespräch werden dazu vielleicht Fragen gestellt, auf die du dich gut vorbereiten solltest.

Auch wenn du ein sehr kommunikativer Mensch bist, fasse dich im Lebenslauf kurz! Denn Weltanschauung, Partei- und Religionszugehörigkeit, Angaben über die Berufe der Eltern oder Anzahl der Geschwister gehören heute nicht mehr in den Lebenslauf!

Deine persönlichen Angaben im Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf beginnt immer mit den persönlichen Daten. Pflichtangaben sind hier: Name, Vorname, Adresse und Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Normalerweise gehören auch Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Familienstand und Kinder dazu, jedoch ist dies nicht zwingend vorgeschrieben. Lässt du diese Angaben im Lebenslauf weg, muss dir einfach bewusst sein, dass spätestens im Vorstellungsgespräch Herkunft, Alter und persönliche Lebensumstände zur Sprache kommen.

Zusätzliche Qualifikationen – Fortbildungen und Weiterbildungen im Lebenslauf

In diesem Abschnitt des Lebenslaufs listest du alle relevanten Weiterbildungen auf. Am besten ist es, eine Übersicht über alle deine Kenntnisse zu erstellen, also Fremdsprachen, PC- und EDV-Kenntnisse, Fahrerlaubnis und sämtliche für die Arbeitswelt wichtigen Aus- und Weiterbildungen. Möglicherweise kommt hier eine recht lange Liste zusammen, die du aber nicht immer mitschicken solltest. Erwähne deshalb höchstens kurz, was überhaupt nichts mit der Stelle, auf die du dich bewirbst, zu tun hat. Formuliere wichtige Kenntnisse und Fortbildung im Lebenslauf für die jeweilige Stellenbeschreibung hingegen so, dass sie besonders hervorgehoben werden.

Beispiele für Formulierungen bei zusätzlichen Qualifikationen

  • Du bist im Besitz des Führerscheins (A bis L). Das wird so im Lebenslauf erwähnt.
  • Bewirbst du dich als Busfahrer, kannst du zusätzlich formulieren, in welchem Jahr du den Führerschein erworben hast und ob du seitdem unfallfrei unterwegs bist.
  • Aber: Sollte es sich zum Beispiel um ein Reisebusunternehmen handeln, gehört nicht in den Lebenslauf, dass du gerne mit Menschen arbeitest und dich für fremde Kulturen interessierst. Diese Informationen teilst du nicht im Lebenslauf, sondern im Anschreiben mit.
  • Besitzt du die genannten Führerscheine zwar, aber du bewirbst dich auf eine Bürostelle, dann sind Datum der Fahrprüfung und nähere Einzelheiten im Lebenslauf nicht relevant.
Kochmütze Icon

Besuchst du als leidenschaftlicher Hobbykoch regelmäßig Kochkurse und sind diese mit Zertifikaten belegt, gehören diese Angaben in den Lebenslauf, wenn du dich für einen Job in der Gastronomie bewirbst. Ansonsten passen sie im Lebenslauf, wenn überhaupt, in die Rubrik „Hobby“.

Sprachkenntnisse formulierst du im Lebenslauf nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER), der die Kenntnisse in sechs Stufen und drei Level aufteilt. Werden in der Stellenbeschreibung explizit hervorragende Spanischkenntnisse verlangt, hebst du dich von den Mitbewerbern ab, indem du deinen Sprachaufenthalt mit entsprechendem Datum im Lebenslauf erwähnst.

PC- und EDV-Kenntnisse sind heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dass du eine Mail schreiben und in Google Informationen suchen kannst, wird in den meisten Jobs vorausgesetzt. Sollten vertiefte Kenntnisse gewünscht werden, die du noch nicht hast, lohnt es sich, sich diese anzueignen. Im Lebenslauf formulierst du das dann beispielsweise so:

Microsoft Office:
MS Word und MS Outlook: gute Kenntnisse
Microsoft Excel: zurzeit Kursbesuch in Bildungseinrichtung XY

Wichtig: Alle Angaben im Lebenslauf bezüglich Aus- und Weiterbildungen sowie Sprachaufenthalte musst du belegen können!

Lebenslauf – Deine Berufsausbildung

Früher war es so, dass die meisten Arbeitnehmer vom Lehrbetrieb nach der Ausbildung übernommen wurden und oft bis zur Rente in diesem Unternehmen blieben. Dagegen ist es heute üblich, den Arbeitsplatz mehrfach zu wechseln. Viele Arbeitnehmer haben ferner mehr als eine Ausbildung absolviert.

Doktorandenhut Icon

Wichtig ist, dass zu jeder Berufsausbildung, zu jedem Hochschul- oder Universitätsbesuch der Abschluss vermerkt im Lebenslauf wird. Ansonsten kann der Personaler annehmen, dass die Prüfungen nicht bestanden wurden. Ein Personalverantwortlicher möchte auf einem Blick die nötigen Informationen haben und sich diese nicht in deinen Bewerbungsunterlagen zusammensuchen müssen!

Hobbys – Persönliche Interessen im Lebenslauf

Hobbys können, aber müssen nicht im Lebenslauf erwähnt werden. Alles, was überhaupt nichts mit der angestrebten Stellen zu tun hat, sollte weggelassen werden. Manche Freizeitbeschäftigungen und Interessen können sich aber positiv auf den Entscheid des Personalers auswirken. Beispielsweise sollte ein Dachdecker, der in seiner Freizeit im Hochgebirge klettert, dies unbedingt als Hobby im Lebenslauf angeben.

Letzte Tipps für den Lebenslauf

Es lohnt sich, den Lebenslauf individuell zu erstellen und sorgfältig zu formulieren. Denn so kann er schnell auf die jeweilige Stellenbeschreibung angepasst werden. Hier findest du ein paar generelle Tipps, wie das am besten gelingt:

  • Habe Mut zur Lücke! Personaler finden Lügen und Widersprüche in der Bewerbung nämlich meist problemlos – schließlich ist das ihr Job. Bist du dagegen ehrlich und erwähnst im Anschreiben, dass du im Bewerbungsgespräch gerne Auskunft über deine persönliche Auszeit im Jahr XY gibst, wird die Lücke im Lebenslauf kein Grund zur vorzeitigen Ablehnung sein.
  • Schreibe den Lebenslauf so, dass er zur gesuchten Stelle, deinem beruflichen Werdegang und dem Stelleninserat passt. Das heißt: Nimm, wenn nötig, vor dem Versenden kleine Anpassungen vor. Das Layout muss dabei jedoch nicht verändert werden.
  • Gib dem Personaler einen Lebenslauf in die Hand, der so formuliert ist, dass er innerhalb kürzester Zeit einen Überblick hat, wer du bist, was du mitbringst und was dich für diese Stelle qualifiziert.
  • Formuliere den Lebenslauf präzise, sachlich und ohne Ausschweifungen. Er sollte möglichst maximal zwei A4-Seiten betragen.
  • Benutze eine geeignete Schriftart, die zur Lesbarkeit der Bewerbung beiträgt. Besonders eignen sich dafür Schriften wie Arial, Calibri oder Helvetica. Achte außerdem darauf, dass deine gesamte Bewerbung den gleichen Font benutzt.
  • Nicht nur die Schriftart, auch die Schriftgröße ist wichtig für die Lesbarkeit des Lebenslaufs. Auch sie sollte für alle Abschnitte einheitlich gestaltet werden, sodass alle Überschriften und Textabschnitte eine feste Größe zugeordnet bekommen. Dafür eignet sich in der Regel eine Schriftgröße von 10 oder 12, bei Überschriften dagegen 13 oder 14.
  • Zwar kann der Lebenslauf ein Bewerbungsfoto enthalten, eine Pflicht dazu gibt es allerdings nicht. Das Deckblatt deiner Bewerbung eignet sich dafür ebenfalls.
  • Im Grunde gibt es keine Verpflichtung dazu, den Lebenslauf zu unterschreiben. Trotzdem macht eine Unterschrift einen guten Eindruck. Sie zeigt nämlich, dass das es sich um ein offizielles Dokument handelt, das persönlich verfasst wurde.

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