Niemand ist gerne arbeitslos und noch weniger gern gibt man das gegenüber einem potenziellen neuen Arbeitgeber zu. Dementsprechend groß ist die Versuchung, die Arbeitslosigkeit im Lebenslauf ganz einfach zu verschweigen oder zu beschönigen. Doch dabei ist größte Vorsicht geboten. Denn ein geübter Personaler wird den Schwindel spätestens im Vorstellungsgespräch schnell aufdecken. Wir zeigen dir, wie du souverän mit der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf umgehst.

Was du bei Karriereunterbrechungen durch Arbeitslosigkeit nicht tun solltest

Zu behaupten, du hättest die Phasen der Arbeitslosigkeit effektiv genutzt, wenn es nicht stimmt, ist eine glatte Lüge. Und wenn diese ans Licht kommt, ruiniert das das Vertrauensverhältnis zum Unternehmen, noch bevor du es richtig aufgebaut hast.

Wenn du also während der Zeit ohne Beschäftigung keine Weiterbildungsmaßnahmen oder Praktika absolviert hast, dann erfinde solche Stationen auch nicht.

Im Zweifelsfall ruft ein Personaler in der genannten Einrichtung an und fragt nach oder erbittet von dir Nachweise über deine Tätigkeiten. Das könnte dich in eine unangenehme Situation manövrieren. Also bleib in Sachen Arbeitslosigkeit im Lebenslauf und Anschreiben lieber transparent und ehrlich – auch wenn es vielleicht schwerfällt.

Wie du Arbeitslosigkeit im Lebenslauf verpackst

Arbeitslosigkeit ist bei vielen Menschen, allen voran Betroffenen, negativ behaftet. Die gute Nachricht: Kurze Phasen der Erwerbslosigkeit kannst du getrost auslassen. Damit sind allerdings nur Zeitspannen gemeint, die drei Monate nicht überschritten haben. Und auch nur dann, wenn sie sich nicht häufen.

Bei ein, zwei Phasen der Arbeitslosigkeit verteilt über zehn Jahre Gesamtberufstätigkeit, ist es vollkommen legitim, diese nicht gesondert aufzuführen. Vor allem dann, wenn der Lebenslauf ohnehin entsprechend lang und ausführlich ist. Bei längeren oder wiederkehrenden Zeiten der Arbeitslosigkeit kommst du allerdings nicht umhin, sie im Lebenslauf aufzuführen.

Mit günstigeren Formulierung aufhübschen

Zum Glück gibt es in der deutschen Sprache genügend Möglichkeiten, einen Karriereknick so zu umschreiben, dass er kaum noch negativ klingt. Die Wortwahl ist bei der Darstellung deiner Arbeitslosigkeit im Lebenslauf daher die halbe Miete.

Verwende die Formulierungen „arbeitssuchend“ oder „berufliche Orientierung“, statt „arbeitslos“. Schon wirkt deine (ungewollte) Auszeit proaktiv und damit deutlich positiver.

Noch besser ist es, wenn du deine Arbeitslosenphase auch tatsächlich sinnvoll genutzt hast. Etwa indem du Weiterbildungsmaßnahmen besucht, Sprachkurse belegt oder dich ehrenamtlich betätigt hast. Diese nützlichen Zwischenstationen solltest du dann unbedingt auch angeben. Schreibe etwa:

  • Arbeitssuchend und Teilnahme am Programmierkurs [C++] der IHK [Musterstadt]
  • Arbeitssuchend, währenddessen Betätigung als Trainer der C-Jugend [des VfB Musterstadt]
  • Arbeitssuchend, Intensivierung meines Engagements bei der Freiwilligen Feuerwehr [Musterstadt]
  • Arbeitssuchend, deshalb Aufnahme einer Tutorentätigkeit bei der städtischen Nachhilfeeinrichtung
  • Arbeitssuchend nach Aufgabe selbstständiger Tätigkeit/Sabbatical/Wohnortwechsel von [Bundesland] nach [Bundesland]

Wenn du dich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbst

Wenn deine Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit liegt, reicht es aus, sie im Lebenslauf im Absatz „Karriere“ beziehungsweise „Berufserfahrung“ zu erwähnen. Bewirbst du dich aber aus der Arbeitslosigkeit heraus, solltest du das der Fairness halber im Anschreiben erwähnen. Auch dort ist die richtige Verpackung wichtig.

Unterstreiche, dass du die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll überbrückst.

Verwende hier ebenfalls lieber die Formulierung „arbeitssuchend“. Außerdem hast du die Gelegenheit, deine Überbrückungsmaßnahmen im Lebenslauf ausführlicher zu unterstreichen. Verweise darauf, wie dein soziales Engagement deine Soft Skills geschult hat, oder wie das Unternehmen von deinen neu erworbenen Programmierkenntnissen profitieren kann. Selbstverständlich nur dann, wenn diese Fortbildungen relevant für die Stelle sind, auf die du dich bewirbst.

Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit im Lebenslauf erwähnen

Hast du deine letzte Stelle selbst gekündigt? Dann erwähne den Grund deiner Arbeitslosigkeit im Lebenslauf kurz, aber prägnant. Achte darauf, deinen letzten Arbeitgeber nicht schlecht aussehen zu lassen. Das geht nach hinten los. Ein Personaler könnte denken, dass du nicht viel von Loyalität und Vertraulichkeit hältst.

Die beste Formulierung für selbstverursachte Arbeitslosigkeit lautet „berufliche Neuorientierung“. Aber das musst du natürlich entsprechend untermauern. Wenn Du in der gleichen Branche bleibst, benutze besser den Begriff „aktive Arbeitssuche“.

Fremdverschuldete Arbeitslosigkeit im Lebenslauf positiv darstellen

Ein grünes Haken-Symbol

Da ein Unternehmen eine personen- oder verhaltensbedingte Kündigung in Deutschland sehr gut begründen muss, sind diese vom Arbeitgeber ausgesprochenen Kündigungen sehr selten (siehe Box unten). Die meisten Kündigungen werden stattdessen aus betrieblichen Gründen ausgesprochen. Entsprechend kannst du eine solche unternehmensseitige Kündigung ganz beruhigt im Lebenslauf angeben, ohne dass es auf dich zurückfällt.

Mögliche Formulierungen deiner unverschuldeten Arbeitslosigkeit im Lebenslauf lauten:

  • Arbeitssuchend, Entlassung aufgrund von Filialschließung
  • Arbeitssuchend seit Insolvenz von [Arbeitgebername]
  • Arbeitssuchend, bedingt durch Personalabbau wegen Umstrukturierungsmaßnahmen
  • Arbeitssuchend, Entlassung aus betrieblichen Gründen

Solltest du doch personenbedingt oder verhaltensbedingt gekündigt worden sein, musst du auch das wahrheitsgemäß angeben. Das ist zwar unangenehm, aber nur die Wahrheit hält einer Überprüfung beim Ex-Arbeitgeber stand. Verleihe deinem schlechten Gewissen über ein eventuell nachweisbares Fehlverhalten im Job lieber authentisch Ausdruck und verdeutliche deine Entwicklung zum Besseren.

Kurze (aber viele) Lücken im Lebenslauf schließen

Manche Menschen sind einfach Pechvögel: Erst geht der Arbeitgeber in Konkurs, dann wird der nächste Job von längerer Krankheit unterbrochen. Die nächste Anstellung erfüllt die Erwartungen nicht – und diese Liste ließe sich ewig fortsetzen. Egal aus welchen Gründen dein Lebenslauf mehrere Lücken aufweist, wichtig ist, dass du ehrlich bleibst.

Bei mehreren Phasen der Arbeitslosigkeit solltest du alle deine (ungewollten) Erwerbspausen wahrheitsgemäß begründen.

Dabei gilt: Je häufiger und länger die Auszeiten, desto fundierter sollte die Begründung sein. Im Idealfall kannst du diese Lücken durch oben erwähnte Freiwilligenarbeit oder Fortbildungen auffüllen.

Mache keinen Hehl aus einer Krankheitsphase oder einer bewusst genommenen Auszeit. Wenn du dir den Atem sparen möchtest, reiße diese Karrierepausen im Lebenslauf nur knapp an. Verweise darauf, dass du die Motivation dafür oder die Details darüber gern persönlich in einem vertraulichen Gespräch mitteilst.

Langzeitarbeitslosigkeit im Lebenslauf nicht verschweigen

Bist du bereits mehrere Jahre am Stück nicht erwerbstätig? Dann spricht zunächst einmal für dich, dass du nicht aufgibst und eine motivierte Bewerbung einreichst. Auch wenn Langzeitarbeitslosigkeit oft ein Stigma ist, kannst du sie vor einem möglichen Arbeitgeber nicht verstecken.

Umfragen haben ergeben, dass die Grenze zur Langzeiterwerbslosigkeit für Personaler bei siebeneinhalb Monaten liegt. Alles darüber hinaus wird dir potenziell negativ ausgelegt. Umso wichtiger, dass du deine Zeit sinnvoll und proaktiv nutzt.

Gerade längere Erwerbslosigkeit kannst du mit guter Begründung und der Wahrnehmung qualifizierender Angebote gekonnt ausgleichen. Dabei beschränken sich diese Fortbildungen nicht auf vom Jobcenter vermittelte Maßnahmen. Besonders im Selbstengagement zeigt sich nämlich, dass du nicht auf der faulen Haut liegst.

  • Ist eine Fremdsprache für deine Jobsuche hilfreich? Dann erkundige dich bei der örtlichen VHS. Die bieten oft auch Ratenzahlung für Kursgebühren an. Vielleicht sind einige Kurse sogar vom Amt bezuschusst.
  • Im Internet gibt es auf Seiten wie Udemy und Google kostenlose Online-Seminare rund um alles, was mit neuen Medien zu tun hat – Teilnahmezertifikate inklusive.
  • Auch mit Büchern kannst du dich weiterbilden. In der Stadtbücherei musst du die nicht einmal kaufen.

Mit einer detaillierten Darstellung deiner selbstinitiierten Bemühungen kannst du dem Personaler beweisen, dass du engagiert und motiviert bist und deine Expertise auf dem neuesten Stand hältst. Lass dein Know-how gern in strategisch platzierten Halbsätzen im Anschreiben einfließen. So kannst du bekräftigen, dass du im Lebenslauf nichts erfunden hast.

Je länger du ohne Arbeit bist, desto besser kannst du mit hoher Eigeninitiative punkten. Für 77 Prozent der Personaler ist dies ein Auswahlkriterium bei Neueinstellungen.

Das Wichtigste zur Arbeitslosigkeit im Lebenslauf zusammengefasst

  • Verschweige deine Arbeitslosigkeit nicht.
  • Erfinde nichts, um besser dazustehen.
  • Nutze Phasen der Erwerbslosigkeit zur Weiterbildung.
  • Begründe deine Arbeitslosigkeit zumindest knapp.
  • Nutze positive, aber wahrheitsgetreue Umschreibungen.

Lücken im Lebenslauf gehören im Gros der Branchen längst dazu. Das wissen auch die meisten Personaler. Sie drücken aber nur ein Auge zu, wenn du die Arbeitslosigkeit nicht tatenlos verstreichen lässt und bei der Angabe ehrlich bist.

Dann ist Arbeitslosigkeit im Lebenslauf ganz klar kein Ausschlusskriterium für die Einstellung.

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