Mit Sicherheit wirst du im Vorstellungsgespräch aufgefordert, etwas über dich zu erzählen. Dann heißt es, sich selbst kurz, überzeugend und ehrlich zu präsentieren. Unter Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch ist jedoch wesentlich mehr zu verstehen als eine mündliche Selbsteinschätzung. Der Personalverantwortliche hat sich bereits aufgrund deiner Bewerbungsunterlagen einen Eindruck von dir verschafft und ist der Meinung, dass du die richtige Person für die zu besetzende Stelle sein könntest.

Wenn du dich mit deiner Bewerbungsmappe erfolgreich „verkaufen“ konntest, solltest du unbedingt die Chance nutzen, um den guten Eindruck im Dialog mit dem Personalverantwortlichen nochmals zu unterstreichen. Dabei geht es aber nicht ausschließlich um Fragen und Antworten: Dein Auftreten und deine Persönlichkeit gehören ebenfalls zur Selbstpräsentation.

Die beste Ausbildung und die besten Arbeitszeugnisse nützen nichts, wenn du in deiner alten Jeans auf der Matte stehst oder arrogant herüberkommst. Befasse dich also vor dem Vorstellungstermin nicht nur mit der Vorbereitung auf eine Kurzvorstellung, sondern auch mit folgenden Punkten.

Der erste Eindruck zählt

Nutze den ersten Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt: Beweise Stil, indem du gepflegt und mit angemessener Kleidung zum Vorstellungsgespräch erscheinst.

Auch falls du Knigge im Privatleben für ziemlich altbacken hältst: Im Berufsleben werden gute Umgangsformen nach wie vor erwartet und entsprechend honoriert. Das gilt vor allem dann, wenn du dich für einen Job mit Kundenkontakt bewirbst. Ein fester – aber nicht zu fester – Händedruck und Blickkontakt mit einem freundlichen Lächeln sind ein Muss. Falls du sitzt, wenn der Personaler zur Begrüßung auf dich zukommt, stehst du auf.

Mit Milch und Zucker

Dankend annehmen

Wird dir ein Glas Wasser oder ein Kaffee angeboten, wird erwartet, dass du annimmst und weder Glas noch Tasse unberührt auf dem Tisch stehen, wenn du dich verabschiedest. Wahrscheinlich wirst du aber ohnehin froh sein, zwischendurch einen Schluck trinken zu können. Zum einen wird der Mund schnell trocken, wenn man viel sprechen muss, zum anderen kannst du dadurch etwas Zeit gewinnen, wenn dir auf eine Frage eine passende Antwort fehlt.

Befasse dich vor dem Gespräch mit deiner Körpersprache. Am besten holst du dir Feedback von Bekannten. Wenn du dich als selbstsichere, sympathische Person präsentieren möchtest, ist es wichtig, Angewohnheiten wie an den Haaren zu zupfen, mit dem Schmuck zu spielen, die Hände unter dem Tisch zu verstecken oder auf dem Stuhl eher zu „hängen“, als zu sitzen, unbedingt abzulegen.

Zeige Interesse

Stellen sich mehrere Kandidaten mit gleicher Qualifikation positiv und sympathisch vor, wird derjenige den Zuschlag bekommen, der das größere Interesse zeigt. Es macht einen guten Eindruck, wenn du dir während des Vorstellungsgespräches Notizen machst. Das hat auch den Vorteil, dass du daheim das Gespräch nochmals reflektieren kannst, aber auch am Ende des Gesprächs die richtigen Fragen stellst.

Für eine stilvolle Selbstpräsentation besorge dir eine hochwertige Schreibmappe und einen guten Kugelschreiber oder Füller. Ein paar zusammengefaltete Zettel und der bunte Füllfederhalter deiner Tochter hinterlassen beim Personaler garantiert einen merkwürdigen Eindruck.

Beim Vorstellungsgespräch solltest du trotzdem nicht mit Laptop oder iPad „Protokoll führen“.

Unbedingt bei der Wahrheit bleiben

Wohl jeder Personalverantwortliche könnte die eine oder andere Story zum Besten geben, wenn es darum geht, was Arbeitnehmer so alles im Vorstellungsgespräch auftischen. Versuche nicht, dich beispielsweise durch ausgefallene oder trendige Hobbys interessant zu machen.

Stell dir vor, du gibst Golf als Hobby an, hast aber lediglich vor einigen Jahren einen Schnupperkurs belegt und der Personaler ist ein passionierter Golfspieler. Anstatt dich selbst in eine peinliche Situation zu bringen, bleibe einfach bei der Wahrheit – sowohl im Lebenslauf als auch im Bewerbungsgespräch.

Ein souveränes Auftreten ist die beste Selbstpräsentation.

Das betrifft sowohl Ehrlichkeit als auch Authentizität. Ein geschulter Personalchef merkt ziemlich schnell, wenn du die Antworten auf seine Fragen auswendig gelernt hast. In der heutigen Zeit, in der sich jeder Arbeitgeber agile Mitarbeiter wünscht, kann dies bereits ein Ausschlusskriterium sein.

Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch – sich selbst präsentieren können

Am besten gelingt es selbstbewussten Menschen, sich selbst erfolgreich zu präsentieren. Wenn es dir genau daran mangelt, solltest du etwas für dein Selbstbewusstsein tun. Du könntest dich coachen lassen, lernen, vor mehreren Menschen zu sprechen, oder ein Karriereseminar besuchen.

Findet das Vorstellungsgespräch aber schon in den nächsten Tagen statt, dann erstelle eine Liste mit allen Erfolgen, die du in den letzten Jahren verbuchen konntest. Du wirst überrascht sein, wie viel da zusammenkommt, garantiert!

Übrigens wird auch im Bewerbungsgespräch oft nach deinen Erfolgen im Beruf und in der Freizeit gefragt. Stelle hier dein Licht niemals unter den Scheffel, sondern zähle auf, worauf du stolz bist. Sei es der LKW-Führerschein, der bestandene Spanisch-Sprachkurs oder die Erwanderung des Jakobsweges.

Mache dir auch deine Schwächen bewusst!

Bei der unvermeidbaren Frage nach deinen Schwächen ist es nicht die Absicht des Personalers, dich damit bloßzustellen. Jeder Mensch hat Schwächen und im Grunde genommen ist es schon eine Stärke, diese zuzugeben oder darüber zu reden. Oft ist Bewerbern jedoch unklar, was in Bezug auf eine neue Stelle als Schwäche angesehen wird. Floskeln und eigentliche Stärken als Schwäche zu verpacken, das wird schnell durchschaut – damit punktest du nicht.

Was als Schwäche in Vorstellungsgesprächen oft gesagt, aber nicht gern gehört wird:

  • Ich arbeite zu viel.
  • Angefangene Arbeit lasse ich nicht gerne liegen.
  • Ich bin ungeduldig.
  • Ich bin perfektionistisch.

Zeige dich ruhig selbstkritisch. Schwächen sind menschlich und Selbstreflexion und Ehrlichkeit kommen immer gut an. Wann immer es sich anbietet, solltest du aber klarstellen, dass du an deinen Schwächen arbeitest, dich verbessern möchtest. Wer seine Schwächen als unabänderliche Fakten auffasst und präsentiert – nach dem Motto „naja, so ist das eben“ –, wird keinen guten Eindruck hinterlassen:

  • „Ich kann nicht gut vor vielen Menschen sprechen, da werde ich leicht nervös und verzettele mich. Allerdings trete ich vor kleineren Gruppen mittlerweile schon deutlich selbstsicherer auf – das kommt mit der Übung. Mit etwas mehr Erfahrung gehe ich Präsentationen vor einem großen Publikum vielleicht bald so souverän an wie direkte Verkaufsgespräche oder Telefonate.“
  • „Wegen meiner kleinen Kinder bin ich ortsgebunden und trete daher eher ungern Dienstreisen an. Dafür bin ich in meiner Region sehr gut vernetzt und kann viele Kontakte mobilisieren.“ 
  • „Ich bin Raucher, aber seit letztem Monat dabei, das Rauchen zu reduzieren. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, bis zum Sommer ganz damit aufzuhören – bis jetzt bin ich zuversichtlich, dass das gelingt.“ 

Sprichst du über deine Erfolge, über deine Ausbildung, Arbeit und Projekte, zähle nicht einfach emotionslos auf, was du vorzuweisen hast, sondern lasse deine Begeisterung für deine Berufung und das, was du wirklich gern machst, spüren!

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