Bewerbungsmappe

Fragen und Antworten

Fünf häufige Fragen & clevere Antworten darauf – So meisterst du das Bewerbungsgespräch mit Bravour

Ein Bewerbungsgespräch ist im Endeffekt nichts anderes als ein Slalom aus Fragen, ein Ping-Pong-Spiel, ein Hin- und Herspielen des Balls. Es gilt, natürlich, clever und schlagfertig zu antworten.

Um dich bestmöglich vorzubereiten, haben wir für dich eine Liste mit häufigen Fragen beim Vorstellungsgespräch zusammengestellt.

Welche Fragen kommen auf dich zu?

1. „Was sind Ihre Schwächen?”

Das ist die wohl am meisten gefürchtete Frage eines jeden Bewerbungsgesprächs. Sie ist mittlerweile so standardisiert, dass es gar nicht mehr so einfach ist, kreativ darauf zu antworten, weil zahlreiche Ratgeber dieses Thema bereits in alle Einzelheiten zerpflückt haben und Arbeitgeber die klassischen Antworten darauf kennen.

Aus diesem Grund gibt es eine ganz einfache Konsequenz, um aus der Masse herauszustechen: ehrlich sein. Spar dir Floskeln wie: „Ich bin sehr perfektionistisch und verwende manchmal zu viel Zeit darauf, jedes Detail richtig zu machen” oder „Ich bin sehr ordentlich und bekomme schon die Krise, wenn mal ein Stift rumliegt”. Antworten dieser Art hat dein Gegenüber wahrscheinlich bereits dutzendmal gehört und beeindrucken daher wenig.

Klar, Unpünktlichkeit, Vergesslichkeit und Unzuverlässigkeit sind definitiv keine Eigenschaften, die du in einem Vorstellungsgespräch nennen solltest. Versuche einfach, so nah wie möglich an der Wahrheit zu bleiben. Mit Sicherheit hast auch du einen Charakterzug, der auf den ersten Blick negativ klingt, bei der richtigen Auslegung aber auch positive Aspekte mit sich bringt.

Die Schlüsselfrage, die du dir selbst stellen solltest, lautet: Was empfindest du vielleicht als negativ, andere aber als positiv? Das kann deine Schüchternheit, dein unkontrollierbarer Tatendrang oder dein stark ausgeprägter Sozialfaktor sein.
Wenn du nicht sicher bist, frag in deinem engen Freundes- und Verwandtenkreis, welche Eigenschaften sie an dir schätzen.

Unser Tipp:

Wirf am besten gleich einen Lösungsansatz hinterher. Wenn du zugibst, deine eigenen Schwächen zu kennen, und im gleichen Atemzug sogar bereits präsentieren kannst, auf welchem Weg du an diesen Schwächen arbeiten willst, wird dies deinen Gesprächspartner von deiner Motivation überzeugen.

Du bist schüchtern? Als Lösung hast du dir vorgenommen, jeden Monat einen neuen Kontakt zu knüpfen, oder dich bei einem Mannschaftssport angemeldet.

Dein Tatendrang ist unkontrollierbar? Damit du Prioritäten richtig setzen kannst und dich nicht verzettelst, führst du jeden Tag eine To-do-Liste.

Du hast einen ausgeprägten Helferinstinkt? Damit deine Arbeit nicht zu kurz kommt, während du anderen hilfst, planst du eine feste Zeit ein, in der du anderen hilfst – der Rest der Zeit gehört nur dir.

2. „Was sind Ihre Stärken?”

Diese Frage ist das Gegenstück zur Frage nach den Schwächen. Schreibe dir am besten die Charaktereigenschaften auf, die du an dir selbst am liebsten magst. Wenn du nicht sicher bist, frag in deinem engen Freundes- und Verwandtenkreis, welche Eigenschaften sie an dir schätzen. Aus dieser Liste wählst du dann die Eigenschaften aus, die am besten zu dem Job passen, auf den du dich bewirbst. Wenn du viel in Kundenkontakt stehst, sind Offenheit, eine gute Kommunikationsgabe oder Improvisationstalent gefragt, wenn du vor allem Bürotätigkeiten verrichtest, ist deine Struktur- und Organisationsgabe relevanter.

3. „Warum haben Sie sich bei diesem Unternehmen beworben?”

Um diese Frage solltest du dir im besten Fall nicht nur für das Bewerbungsgespräch, sondern auch für dich selbst Gedanken machen. Denn wenn der Job oder das Unternehmen dich nicht überzeugt, dann solltest du darüber nachdenken, ob er wirklich das Richtige für dich ist. Sieh dir die Website und den gesamten Auftritt der Firma an, überlege dir genau, was dich daran fasziniert und wie sie sich von anderen abhebt. Ist die Firma vielleicht besonders innovativ, gibt es ein besonderes Projekt oder Produkt, das dich fasziniert?

4. „Warum möchten Sie den Job wechseln?”

Hier gilt als oberste Regel: Niemals deinen ehemaligen Arbeitgeber ins Bockshorn jagen! Personaler könnten daraus schließen, dass du über ihr Unternehmen irgendwann genauso sprechen wirst. Deshalb gilt: Egal was die Gründe für die Beendigung deines vorherigen Arbeitsverhältnisses waren, bleib immer möglichst neutral. Du kannst zum Beispiel von “schwer zu überbrückenden Differenzen” sprechen, anstatt von einem Rauswurf oder einer Kündigung aus Unzufriedenheit. Falls du deinen vorherigen Arbeitgeber im Guten verlassen hast, sind gute Gründe für einen Stellenwechsel folgende:

„Ich war dort zwar sehr zufrieden, sehe aber bei Ihrem Unternehmen mehr Chancen, mich langfristig weiterzuentwickeln.”

„Bei meinem vorherigen Job habe ich zwar viel lernen können, die Tätigkeit bei Ihnen entspricht aber mehr meinen persönlichen Interessen.”

5. „Wo sehen Sie sich in X Jahren?”

Die Antwort auf diese Frage ist auch recht simpel: bestenfalls bei dem Unternehmen, bei dem du dich bewirbst. Natürlich solltest du diese Aussage elegant verpacken, sonst könnte es unglaubwürdig wirken. Aber Personaler wünschen sich meist langfristige Mitarbeiter, die sich in das Team einarbeiten und die Prozesse im Unternehmen genau kennenlernen. Außerdem möchten sie sehen, dass du einen Karriereplan hast und nicht mal das Eine und mal das Andere ausprobierst. „Im Ausland”, „selbstständig tätig” oder „zur Ruhe gesetzt” sind also keine guten Antworten. Du könntest dich zum Beispiel so ausdrücken:

„In X Jahren sehe ich mich in einem Unternehmen, in dem ich mich beruflich weiterentwickeln und langfristig dazulernen kann. Ich möchte in den kommenden Jahren mehr Verantwortung übernehmen und auch meine persönliche Entwicklung verfolgen. Ihr Unternehmen scheint mir vielseitige Möglichkeiten und breites Fachwissen zu bieten.”

Natürlich gibt es noch viele weitere Fragen, die in einem Vorstellungsgespräch auf dich zukommen können, denn jedes Unternehmen ist anders, jeder Personaler hat eine eigene Persönlichkeit und jeder Gesprächsverlauf ist individuell. Die oberste Regel heißt jedoch immer: Bleib authentisch! Es bringt weder dir noch dem Personaler etwas, wenn du dich verstellst. Du solltest dich gut präsentieren, Positives hervorheben und Negatives unter den Tisch fallen lassen, aber niemals lügen. Sei lieber überzeugt von dir selbst, dein Gesprächspartner wird dein Selbstbewusstsein spüren und sich davon anstecken lassen.