Das Wichtigste auf einen Blick:

Altenpflegehelfer unterstützen Senioren bei alltäglichen Dingen wie dem Essen, Umziehen oder Zubettgehen. Bei medizinischen Belangen dürfen sie dagegen lediglich assistieren.
Zu ihren Aufgaben gehört auch das Dokumentieren des Tagesgeschehens.
Für die Arbeit in der Altenpflegehilfe braucht es vor allem Engagement, Empathie und Kreativität.
Die Ausbildung zum Altenpflegehelfer beträgt ein bis zwei Jahre in Vollzeit und höchstens ein Jahr in Teilzeit.

Jeder verdient es, in Würde zu altern. Oft stellt das Pflegeunterfangen Angehörige jedoch vor große Schwierigkeiten – zum Beispiel, wenn sich der Gesundheitszustand eines Senioren plötzlich verschlechtert. Dann kann es durchaus vorkommen, dass die Pflege der Angehörigen zum unbezwingbaren Fulltime-Job wird. Hier kommt nicht nur der Beruf des Altenpflegers, sondern auch des Altenpflegehelfers ins Spiel. Was alles zum Berufsbild gehört und wie eine Bewerbung in der Branche gelingt erfährst du hier.

Worauf muss ich bei einer Bewerbung zum Altenpflegehelfer achten?

Wer sich als Altenpflegehelfer bewerben möchte, muss selbstverständlich die üblichen Standards einer Bewerbung berücksichtigen. Dazu gehört zunächst einmal der korrekte Aufbau der Unterlagen. In deiner Bewerbungsmappe sieht das wie folgt aus:

  1. Anschreiben
  2. Deckblatt
  3. Lebenslauf
  4. Anlagen (Zeugnisse und Zertifikate)

Dabei ist nicht nur die Vollständigkeit der Dokumente zu beachten, sondern auch die Frage, was für den jeweiligen Arbeitgeber interessant ist. Passe deine Inhalte deshalb an den Arbeitgeber an und spare alle überflüssigen Unterlagen aus. Sie lenken den Personaler lediglich von den einstellungsrelevanten Infos ab.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf folgt dem gleichen Prinzip und sollte ausschließlich erwähnen, was einen Mehrwert für den potentiellen Arbeitgeber bietet. Im Fokus steht dabei stets die Berufserfahrung des Bewerbers. Branchenneulinge beschränken sich dagegen auf ihre Schul- und Berufsausbildung.

In diesem Fall bietet sich außerdem ein Hinweis auf Leistungsfächer wie Deutsch, Werte und Normen sowie Sozial- und Wirtschaftskunde an, denn sie gelten in der Pflege als besonders wichtig. Ebenfalls erwähnenswert: Hobbys, die auf einen offenen, empathischen und engagierten Bewerber schließen lassen. Hier kommen zum Beispiel Kochen oder gemeinnützige Arbeit infrage.

Aufbau des Lebenslaufs

Auch der Lebenslauf folgt einem festen Aufbau, den du unbedingt berücksichtigen solltest. Abweichungen können sogar das Ausscheiden im Bewerbungsverfahren nach sich ziehen. Daher sollte der Aufbau folgendermaßen aussehen:

persönliche Daten
Berufserfahrung
Berufsausbildung
akademische Ausbildung
Schulausbildung
Kenntnisse und Fähigkeiten
Hobbys

Jeder Abschnitt führt jeweils Unterpunkte an, die einem Datum zugeordnet werden. Die Reihenfolge der Lebensabschnitte ist dabei antichronologisch. Der neueste und relevanteste Abschnitt kommt also an erster Stelle, der älteste zuletzt.

Stationen, die besonders weit zurückliegen, kannst du übrigens auslassen. Infos zu deiner Grundschulzeit sind für den Personaler zum Beispiel uninteressant.

Lebenslauf für Altenpflegehelfer – Vorlage

Eine Bewerbung als Altenpflegehelfer sollte Seriosität ausstrahlen – hier eignen sich vor allem schlichte Layouts. Schau dir einfach unsere Vorlagen an und wähle eine passende aus.

Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben ergänzt den Lebenslauf – schließlich gibt es mehr über dich zu wissen, als die bloßen Fakten zunächst verraten. Daher solltest du das Anschreiben dazu nutzen, einen Kontext für die Informationen aus deiner Vita zu formulieren.

Das geht übrigens auch umgekehrt: Soft Skills wirken plausibler, wenn sie sich auf die Hobbys aus deinem Lebenslauf beziehen. Je besser die Dokumente aufeinander abgestimmt sind, desto stimmiger wirkt die Bewerbung.

Orientiere dich dabei vor allem an der Stellenausschreibung: Welche Fähigkeiten und Talente wünscht sich der Arbeitgeber von seinen Pflegekräften? Wo es sich anbietet, solltest du einen Bezug zu dir herstellen und ihn durch Beispiele untermauern. Versuche dabei jedoch stets, authentisch zu bleiben.

Kein Bewerber erfüllt alle Bedingungen und Wünsche aus der Stellenanzeige.

Wer zu dick aufträgt, muss im Vorstellungsgespräch mit Nachfragen rechnen. Kann der Bewerber die Erwartungen nicht erfüllen, fliegt das in der Regel schnell auf – und der Bewerber scheidet aus.

Ebenfalls wichtig ist der Bezug zur jeweiligen Pflegeeinrichtung. Erkläre, warum du dich gerade bei diesem Arbeitgeber bewirbst. So signalisierst du, dass du zum Unternehmen passt und der geeignete Kandidat für die Stelle bist.

Altenpflegehelfer kümmern sich nicht nur um Heimbewohner, sondern auch um Patientenakten. Daher sind gute Sprachkenntnisse in Wort und Schrift ein zentraler Bestandteil des Berufs. Anstatt deine Deutschkenntnisse nur zu behaupten, solltest du sie aber lieber unter Beweis stellen – am besten durch fehlerfreie Bewerbungsunterlagen. Achte daher unbedingt auf die Grammatik, Rechtschreibung und Formulierung deiner Dokumente. Besonders die Schreibweise von Namen und Adressen sollte hundertprozentig stimmen.

Vorlage für das Bewerbungsschreiben

Nicht nur der Inhalt des Lebenslaufs ist entscheidend. Ein übersichtlicher Aufbau sorgt dafür, dass der Personaler alle wichtigen Informationen leicht überblicken kann und dabei nichts übersieht. Ordentliche Unterlagen zeigen außerdem ein Talent für das Sortieren und Festhalten von Daten – eine zentrale Fähigkeit im Umgang mit Patientenakten.

Besonders für Word-Einsteiger bieten sich Vorlagen an. Allerdings nützt auch das beste Muster nichts, wenn du es einfach übernimmst. Kopierte Bewerbungen signalisieren dem Personaler nämlich vor allem eines: oberflächliches Interesse für die Stelle. Daher solltest du Vorlagen ausschließlich als Hilfe nutzen und stattdessen eigene Sätze formulieren.

Unser vollständiges Muster Anschreiben für den Beruf des Altenpflegehelfers gibt es hier als Download:

Wie sieht das Arbeitsumfeld eines Altenpflegehelfers aus?

Altenpflegehelfer unterstützen Senioren bei der Alltagsbewältigung. Zu ihrem Klientenkreis gehören vor allem besonders alte Menschen, die ohne Betreuung einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Auch Krankheiten wie Demenz stellen häufig einen Grund dar, warum Senioren die Hilfe von Pflegekräften in Anspruch nehmen.

Dabei unterscheidet sich die Pflege- und Wohnsituation von Fall zu Fall – und damit auch der Arbeitsplatz der jeweiligen Pflegekraft. Einige Senioren verbleiben zum Beispiel weiterhin in ihren eigenen vier Wänden. In diesem Fall kümmert sich eine ambulante Pflegekraft um die Dinge, die der Klient nicht mehr selbst bewerkstelligen kann.

Altenpflegehelfer werden also nicht nur in Altenwohnheimen und ähnlichen Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Zu ihren Arbeitsplätzen gehören außerdem:

Ambulante Altenpflege- und Betreuungsdienste
Hospizen
Rehabilitations- und Pflegekliniken
Spezielle Abteilungen in Krankenhäusern für Senioren
Privathaushalte

Senioren in Pflegeeinrichtungen müssen in der Regel rund um die Uhr betreut werden. Um das zu gewährleisten, arbeiten Pflegekräfte meist im Schichtdienst, also abwechselnd in Früh-, Spät- oder Nachtschichten. Sie wechseln sich in der Regel wöchentlich ab.

Welche Aufgaben erledigt ein Altenpflegehelfer?

Mit dem Arbeitsumfeld unterscheiden sich natürlich auch die Aufgaben des Altenpflegehelfers. Zu den zentralen Tätigkeiten gehören aber in jedem Fall folgende:

Hilfe im Alltag: Alte Menschen benötigen Unterstützung – oft bei ganz alltäglichen Dingen wie dem Ankleiden, der persönlichen Hygiene oder dem Essen.

Pflege und Betreuung: Altenpflegehelfer beaufsichtigen Senioren innerhalb und außerhalb der Einrichtung, zum Beispiel bei Einkäufen, Behörden- und Spaziergängen oder anderen Terminen.

Dialog: Da es bei der Pflege viel zu berücksichtigen gibt, ist es wichtig, Senioren und ihre Familien stets auf dem Laufenden zu halten. Bei Bedarf vermittelt der Altenpflegehelfer zwischen der Einrichtung, den Patienten und ihren Angehörigen.

Begleiten sterbender Menschen: Leider kommt es vor, dass ältere Menschen krankheitsbedingt oder natürlich versterben. Deshalb gehört es auch zur Arbeit von Pflegekräften, sie auf diesem Weg zu begleiten oder die Verbliebenen zu trösten.

Notieren und Festhalten: Wichtige Ereignisse müssen vom Pflegepersonal unbedingt festgehalten werden, damit sie später ausgewertet und besprochen werden können. Daher hält der Altenpflegehelfer das Tagesgeschehen schriftlich fest.

Unterstützen: Altenpflegehelfer unterstützen Altenpfleger häufig bei bestimmten Tätigkeiten, die sie nicht selbst ausführen können oder dürfen. Zwar handelt es sich in beiden Fällen um Fachpersonal – jedoch mit unterschiedlichen Befugnissen.

Alltagsgestaltung: Natürlich gehört zu einem erfüllten Leben weit mehr als die Grundbedürfnisse. Daher kümmert sich das Pflegepersonal um die Freizeitgestaltung der Senioren und organisiert Spiele, Gesprächsrunden oder Spaziergänge.

Bei welchen Aufgaben darf der Altenpflegehelfer nur assistieren?

Medizinische Aufgaben gehören grundsätzlich zu den Tätigkeiten des entsprechenden Fachpersonals oder ausgebildeter Altenpfleger. Hier dürfen Altenpflegehelfer lediglich assistieren:

Das Empfehlen, Verschreiben oder Verabreichen von Arznei und Medikamenten
Das Anlegen von Verbänden
Das Legen von Infusionen
Das Verabreichen von Spritzen

Altenpflegehelfer – Ausbildung und Dauer

Die unterschiedlichen Befugnisse von Altenpflegern und Altenpflegehelfern lassen sich vor allem durch ihre unterschiedlichen Ausbildungen begründen. Dabei spielen nicht nur die vermittelten Inhalte, sondern auch die Ausbildungsdauer eine entscheidende Rolle.

Sie beträgt im Fall des Altenpflegehelfers ein bis zwei Jahre in Vollzeit und zwei Jahre in Teilzeit. Die Ausbildung zum Altenpfleger dauert dagegen im Schnitt drei Jahre – somit können Inhalte natürlich ausführlicher behandelt und vertieft werden.

Wie lange die Ausbildung dauert, hängt auch vom jeweiligen Standort ab. Einige Bundesländer geben hier eine feste Zeitspanne vor, die in der Regel ein Jahr beträgt. Gibt es dagegen keine klaren Vorgaben, entscheiden die Berufsfachschulen über die Ausbildungsdauer. Sie fällt dann mit zwei Jahren meist deutlich länger aus.

Ablauf der Ausbildung zum Altenpflegehelfer

Die Ausbildung zum Altenpflegehelfer wird durch die einzelnen Bundesländer geregelt und findet üblicherweise an zwei Orten beziehungsweise in zwei Phasen statt. Während der ersten besucht der Azubi eine Berufsfachschule, in der er sowohl praktischen als auch theoretischen Unterricht erhält. Diese Inhalte spielen dabei eine zentrale Rolle:

Schulfächer wie Deutsch, Sozial- und Wirtschaftskunde
Wissen zu typischen Krankheiten von Senioren
körperliche und geistige Veränderung im Alter
Umgang mit Demenz

Im Anschluss arbeitet der Azubi für mehrere Wochen in einer Pflegeeinrichtung, um das zuvor Gelernte praktisch anzuwenden. Zum Abschluss der Ausbildung muss der Azubi sein Wissen und seine Fähigkeiten in einer schriftlichen Prüfung unter Beweis stellen.

Schulische Voraussetzungen

Um eine Ausbildung als Altenpflegehelfer zu beginnen, müssen bestimmte Eignungen vorliegen. Dazu gehört in jedem Fall ein Hauptschulabschluss, häufig auch ein ärztliches Attest. In seltenen Fällen muss der Bewerber sogar sein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Auch die schulischen Schwerpunkte spielen eine Rolle bei der Eignung, mitunter sogar eine wichtigere als der Notendurchschnitt des Bewerbers. Diese Fächerwahl verbessert deine Chancen bei einer Bewerbung zum Altenpflegehelfer:

Werte und Normen oder Religion
Wirtschaftskunde
Sozialkunde
Musik
Kunst

Strebst du also den Beruf des Altenpflegehelfers an, solltest du dich möglichst früh auf diese Schulfächer konzentrieren. So kannst du dein Interesse später glaubhaft vermitteln.

Altenpflegehelfer – Gehalt während der Ausbildung

Für die Ausbildung des Altenpflegehelfers gibt es keine festen Regeln in Sachen Gehalt. In der Praxis bedeutet das, dass der Azubi meist keine oder nur eine sehr niedrige Vergütung erhält. In diesem Fall beträgt sie zwischen 300 und 600 Euro. Auch ein kleines Lehrgangstaschengeld wird in seltenen Fällen erstattet.

Handelt es sich dagegen um eine private Berufsfachschule, ist die Ausbildung sogar grundsätzlich mit einer Lehrgangsgebühr verbunden. Aus diesem Grund solltest du dich unbedingt mit der jeweiligen Einrichtung vertraut machen, um Kosten bereits vorher einplanen zu können.

Altenpflegehelfer – Gehalt nach der Ausbildung

Das durchschnittliche Gehalt in der Altenpflegehilfe beträgt in Deutschland 1.950 Euro. Wie hoch es im Einzelfall ausfällt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel

der Arbeitserfahrung,
dem Standort des Arbeitgebers,
der Art der Einrichtung,
den Zusatzqualifikationen des Altenpflegehelfers.

Berufseinsteiger bewegen sich dabei meist an der Untergrenze von ungefähr 1.700 Euro. Das absolute Maximum liegt dagegen bei 3.200 Euro und wird – wenn überhaupt – nur von erfahrenen Altenpflegehelfern erreicht.

Altenpflegehelfer – Alternativen und Weiterbildung

Wer möglichst schnell auf dieses Niveau klettern möchte, hat die Möglichkeit, Weiter- und Fortbildungen zu besuchen. Solche Erfahrungen verbessern die eigene Position in Lohnverhandlungen und die Chancen auf ein besseres Gehalt.

Das gilt übrigens auch für Ausbildungsberufe, die nur mit einem mittleren Schulabschluss besucht werden können. Hier gilt die abgeschlossene Ausbildung zum Altenpflegehelfer gewissermaßen als Ersatz für den Realschulabschluss. Bei diesen Berufen haben Altenpflegehelfer eine Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln:

Haus- und Familienpfleger
Familienpfleger

Auch ein Studium zum Pflegepädagogen oder Pflegemanager stellt – bei entsprechender Vorbildung – eine Option dar. Voraussetzung für diese Berufe ist jedoch ein Abitur oder ein vergleichbarer Schulabschluss.

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