Nach dem Abitur geht es für viele endlich los: das Studentenleben. Wer allerdings glaubt, er könne sich nun einfach an der Universität seiner Wahl einschreiben, der irrt. Daher sollten künftige Studenten sich rechtzeitig umfassend über ihre gewünschten Studiengänge und die Zulassungsverfahren informieren. Wir verraten, was bei der Bewerbung für ein Studium wichtig ist.

Die einfache Immatrikulation

Wenn du dich für einen Studiengang entscheidest, für den kein Numerus Clausus (NC) festgelegt ist, kannst du dich hierfür einfach einschreiben. Und doch gilt es, ein paar wichtige Dinge zu beachten. So ist an jeder Universität der Zeitraum für die Einschreibungen festgelegt. Du kannst dich daher nicht einfach zu jeder Zeit einschreiben, sondern musst klare Fristen einhalten. Du solltest also rechtzeitig herausfinden, ob für dein gewünschtes Studium eine einfache Einschreibung möglich ist, in welchem Zeitraum, welche Unterlagen du einreichen musst und wann die Studiengebühren zu zahlen sind.

Die Immatrikulation ist an klare Fristen gebunden.

In jedem Fall musst du deine Hochschulzugangsberechtigung vorlegen: Dabei handelt es sich in der Regel um dein Abiturzeugnis oder das Fachabiturzeugnis. Darüber hinaus musst du dich mit einem Personalausweis oder Reisepass ausweisen können und den Nachweis einer Krankenversicherung vorlegen. Hierfür genügt die Versichertenkarte nicht: Du brauchst eine aktuelle Bescheinigung deiner Krankenkasse.

Einige Universitäten verlangen optional einen Lebenslauf, die Geburtsurkunde und möglicherweise auch einen Beleg über die Vorabzahlung der Studiengebühren für das kommende Semester.

Zulassungsbeschränkte Studiengänge

Hierbei handelt es sich um Studiengänge, für die der Numerus Clausus gilt.

Das heißt, dass ein festgelegter Notendurchschnitt im Abiturzeugnis nicht überschritten werden darf.

Der NC ist in der Regel für Fächer in der Human- oder Veterinärmedizin, der Psychologie und häufig auch für Fächer wie Jura, Betriebswirtschaft oder Naturwissenschaften angesetzt. Er kann sich in den einzelnen Bundesländern unterscheiden, kann sinken, steigen oder, je nach Situation an den jeweiligen Universitäten, ganz wegfallen.

Für zulassungsbeschränkte Studiengänge ist daher ein entsprechendes Bewerbungsverfahren zur Immatrikulation notwendig und hier heißt es im Besonderen: Informiere dich bitte rechtzeitig über die Bedingungen und Aufnahmevoraussetzungen. Für diese Studiengänge wirst du ein Bewerbungsschreiben benötigen; häufig wird ein zusätzliches Motivationsschreiben verlangt.

Ähnliche Rahmenbedingungen gelten übrigens für künstlerische Studiengänge wie Schauspiel, Musik und Tanz, nur dass hier in der Regel kein NC festgesetzt ist. Für diese Studiengänge gibt es jedoch an allen Universitäten ein mehrstufiges Auswahlverfahren, mit dem man sozusagen die “künstlerische Eignung” feststellen möchte und an dessen Ende bei erfolgreichem Bestehen die Zulassungsbescheinigung steht.

Wie gestaltest du deine Bewerbung für ein Studium?

Grundsätzlich bestehen deine Bewerbungsunterlagen aus einem Bewerbungsanschreiben an den jeweiligen Fachbereich, einem Lebenslauf, deinem Abiturzeugnis und allen Nachweisen über Qualifikationen und Voraussetzungen, die du fachbezogen bereits erreichen konntest.

Ein Mann sitzt vor dem Computer und arbeitet an seinem Lebenslauf.
Die Bewerbungsunterlagen sollten einheitlich gestaltet und fehlerfrei sein.

Alle Unterlagen, die du selbst verfasst, sollten einheitlich gestaltet sein: Schriftgröße, Design, Schriftart und natürlich die gesamte Anordnung aller Elemente müssen ein einheitliches Gesamtbild vermitteln. Dieses sollte möglichst nicht „verschnörkelt“ wirken, sondern eher schlicht und elegant. Dem gleichen Prinzip sollte deine Bewerbungsmappe entsprechen, falls du deine Bewerbung überhaupt schriftlich einreichen sollst – und da liegt es an dir, das spezifisch für deine Wunsch-Uni herauszufinden. Die meisten Universitäten nehmen aufgrund der Papierflut nur noch Online-Bewerbungen entgegen.

In deinem Bewerbungsanschreiben hältst du es am besten „kurz und bündig“. Es handelt sich eher um ein Begleitschreiben zu deinen Bewerbungsunterlagen. Du bekundest darin deinen Willen, den genannten Studiengang zu absolvieren und weist auf deine Unterlagen in der Anlage hin.

Darin liegt übrigens der Unterschied zu einem Motivationsschreiben, denn ein solches ist wesentlich länger und spezifischer.

Das Motivationsschreiben – so gelingt es

Bezüglich der Gestaltung gelten bei einem Motivationsschreiben die gleichen Regeln wie bei allen anderen Bewerbungsunterlagen für das Studium: Es erfordert ein einheitliches Design. Es kann übrigens das wichtigste Dokument in deinen Bewerbungsunterlagen sein, denn das Motivationsschreiben soll dem zuständigen Leiter des Fachbereichs verdeutlichen, warum er dir einen Studienplatz geben sollte. Du solltest dich mit dem Thema auseinandersetzen, denn für zulassungsbeschränkte Studiengänge wird sehr häufig ein Motivationsschreiben verlangt. Für Masterstudiengänge ist es fast schon die Regel.

Das Motivationsschreiben ist eine Ergänzung zu deinen Zeugnissen und dem Lebenslauf. Denn du hebst darin deine besonderen Fähigkeiten und Begabungen hervor, bisherige Erfahrungen in Aufgaben, die thematisch dem Studiengang entsprechen, bereits erreichte Qualifikationen und persönliche Interessen. Es darf nicht nur, sondern sollte der Fachbereichsleitung einen guten Einblick in deine Persönlichkeit geben. Letztlich ist es auch deine Chance, zu verdeutlichen, warum du dich für diesen Studiengang entschieden hast, wie viel dir daran liegt, dieses Studium erfolgreich zu absolvieren, und welche Ziele du grundsätzlich mit diesem Studium für dich und deine berufliche Karriere erreichen möchtest.

Zuverlässigkeit, Ordnung und Disziplin – damit hebst du dich aus der riesigen Masse an Bewerbern um einen Studienplatz hervor. Je mehr Mühe du dir mit der Gestaltung und Formulierung deiner Bewerbungsunterlagen fürs Studium gibst, umso mehr kannst du punkten.

Deutsch oder Englisch?

Ob du deine Unterlagen in deutscher oder englischer Sprache verfassen solltest, hängt von deinem gewünschten Studiengang, aber auch von den Gewohnheiten deiner Wunsch-Uni ab. Du solltest daher vorab in Erfahrung bringen, in welcher Sprache du deine Unterlagen einreichen musst. Insbesondere bei Studiengängen, die im nachfolgenden Berufsleben auf internationaler Zusammenarbeit basieren, kann es notwendig sein, die Unterlagen in englischer Sprache zu gestalten. Dies ist häufig bei Fächern der Betriebswirtschaft der Fall, aber auch in Bereichen der Naturwissenschaften.

Bewerbung für ein duales Studium

Das duale Studium verknüpft die praktische Berufserfahrung mit den theoretischen Kenntnissen, die im Studium erworben werden, und endet mit dem Bachelor. Es gibt vier verschiedene Modelle des dualen Studiums:

  • ausbildungsintegrierend
  • praxisintegrierend
  • berufsintegrierend
  • praxisbegleitend

Die Form des Modells hängt von mehreren Faktoren ab: Zum einen natürlich von den Angeboten der gewählten Universität, zum anderen vom eigenen Berufsleben, von bisher erreichten Qualifikationen und selbstredend vom gewählten Studiengang.

Die Bewerbung für ein duales Studium enthält alle Unterlagen, die für den gewünschten Studiengang wichtig sind: Lebenslauf, Zeugnisse und bisher erreichte Abschlüsse. Das Anschreiben ist eine Mischung aus einem Bewerbungsanschreiben um einen Studienplatz und einem Motivationsschreiben. Es sollte nicht länger sein als eine DIN-A4-Seite, aber dennoch verdeutlichen, warum du dich für ein duales Studium entschieden hast. Weise auf deine Fähigkeiten und Qualifikationen hin und verdeutliche deine Ziele, die du mit dem dualen Studium erreichen möchtest.

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