Neben dem Anschreiben stellt ein tabellarischer Lebenslauf das Kernstück einer Bewerbung dar. Viele Personaler lesen ihn zuerst, weshalb du ihn mit größter Sorgfalt erstellen solltest. Er ist praktisch eine erste Arbeitsprobe von dir und sollte daher durch Inhalt, Form und Struktur überzeugen.

Auf den tabellarischen Lebenslauf greifst du fast immer zurück – es sei denn, es wird ausdrücklich ein ausformulierter Lebenslauf verlangt. In über 90 Prozent der Fälle wird jedoch ein tabellarischer Lebenslauf gewünscht, was dir viel Mühe und Arbeit erspart. Der Aufbau erfolgt zumeist antichronologisch, was bedeutet, dass deine neuesten Erfahrungen ganz oben stehen. Je länger ein Ereignis in der Vergangenheit liegt, desto weiter hinten erscheint es also in der entsprechenden Rubrik des Lebenslaufs.

Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs

Ein tabellarischer Lebenslauf erlaubt es einem Bewerber, zwischen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten zu wählen. Einige Punkte in einem tabellarischen Lebenslauf bleiben optional, du fügst sie also nur ein, wenn du zu den einzelnen Bereichen auch wirklich etwas zu sagen hast. Die Grundstruktur sieht folgendermaßen aus:

1. Persönliche Daten
(Name, Geburtsort, Geburtstag, Staatsangehörigkeit, Familienstand)

2. Ausbildung/Bildungsweg/Studium
(Studium, Berufsausbildung, Schulbildung)

3. Berufserfahrung
(alle beruflichen Stationen in antichronologischer Reihenfolge)

4. Kenntnisse
(etwa IT- und Sprachkenntnisse, Projektmanagement-Tools, Führerscheine)

5. Ortsangabe, Datum, Name, Unterschrift

Optionale Gliederungspunkte:

Neben der Grundstruktur hast du freie Wahl bei der Angabe weiterer Gliederungspunkte. Für viele Berufseinsteiger sollte die Grundstruktur (ergänzt durch ein, zwei optionale Punkte) aber bereits ausreichen, um den eigenen Werdegang kurz und prägnant darzustellen.

Bewerber mit umfangreicheren Erfahrungen können den tabellarischen Lebenslauf durch das Hinzufügen weiterer Gliederungspunkte vervollständigen.

6. Weiterbildungen
(berufsqualifizierende Weiterbildungen, Umschulungen, Fortbildungen, Seminare, EDV- und Sprachkurse und dergleichen)

7. Interessen, Hobbys und Engagement
(Interessen, Hobbys, Ehrenämter, soziales Engagement)

8. Auslandserfahrungen
(Auslandssemester, Work and Travel, Au-Pair-Aufenthalte, Sprachreisen, Auslands-Stipendien)

9. Referenzen
(Referenzen von Lehrern, Professoren, Vorgesetzten oder Kunden)

10. Stipendien und Publikationen
(alle Stipendien und Publikationenin antichronologischer Reihenfolge)

Weitere Informationen zum tabellarischen Lebenslauf

Personaler und Chefs haben es häufig mit einer Vielzahl von Bewerbungen zu tun und sind froh, wenn diese übersichtlich und klar strukturiert sind. Du kannst davon ausgehen, dass sich ein Personalverantwortlicher für eine Bewerbung zu Beginn nur ein bis zwei Minuten Zeit nimmt – denn mehr ist bei der Menge der zu sichtenden Dokumente oft nicht realisierbar.

Erst wenn ein Bewerber in die engere Wahl kommt, wird er die vorsortierten Unterlagen genauer ansehen. Ein tabellarischer Lebenslauf sollte deshalb kurz, prägnant und übersichtlich sein und dem Personaler die wichtigsten Daten auf einen Blick liefern.

Tabellarischer Lebenslauf: Fünf weitere Tipps

Damit dein tabellarischer Lebenslauf einen guten Eindruck auf die Personaler und deinen zukünftigen Chef macht, möchten wir dir noch einige Tipps mit auf den Weg geben:

Hohe Übersichtlichkeit

Alle wichtigen Angaben sollten auf einen Blick erkennbar sein. Name, Adresse und alle beruflichen und schulischen Stationen müssen dem Personalverantwortlichen ins Auge stechen. Damit ein tabellarischer Lebenslauf nicht zu viele Gliederungspunkte enthält, kannst du manche Punkte zu einem Gliederungspunkt zusammenfassen.

Zum Beispiel: „Schulbildung, Ausbildung und Studium“ wird zu „Ausbildung“ zusammengefasst.

Reihenfolge der Gliederungspunkte

Die wichtigsten Gliederungspunkte kommen zuerst. Die Reihenfolge der Gliederungspunkte wird durch die jeweilige Relevanz bestimmt. Unter den einzelnen Punkten werden dann deine beruflichen Erfolge und Erfahrungen in antichronologischer Reihenfolge aufgezählt.

Nicht zu viele Seiten

Für Berufseinsteiger sollten zwei Seiten für den Lebenslauf völlig ausreichen. Eine Faustregel besagt, dass eine dritte Seite erst ab einer Berufserfahrung von fünf Jahren (oder mehreren Wechseln des Unternehmens und/oder der Aufgabenbereiche) benötigt wird.

Ein tabellarischer Lebenslauf soll so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein.

Lebenslauf auf Unternehmen abstimmen

Jedes Unternehmen ist anders. Darum sollte auch dein Lebenslauf auf das anvisierte Unternehmen abgestimmt werden. Insbesondere wenn du dich in verschiedenen Branchen auf völlig verschiedene Stellen bewirbst, solltest du deinen Lebenslauf noch einmal ansehen und ihn an die jeweilige Position anpassen.

Persönliche Akzente setzen

Personaler haben es mit einer Vielzahl von Bewerbungen zu tun. Darum ist es auch für Personalverantwortliche mitunter langweilig, wenn Bewerbungen nur reine Informationen beinhalten. Persönliche Akzente kannst du insbesondere durch ein interessantes Design setzen. Auch durch die Angabe von Hobbys im Lebenslauf erhält deine Bewerbung eine persönliche Note. Wer sich positiv abhebt, bleibt im Gedächtnis der Personalers.

Den beruflichen Werdegang positiv darstellen

Im Berufsleben gibt es Höhen und Tiefen. Auch wenn du eine Lücke im Lebenslauf hast oder dir andere Widrigkeiten begegnet sind, sollte der eigene Werdegang immer positiv dargestellt werden.

Beim Verfassen deines Lebenslaufs geht es darum, deine Fähigkeiten und Kenntnisse herauszustellen, und nicht darum, Probleme und Schwierigkeiten darzulegen.

Ungünstige Aussagen können sonst dazu führen, dass ein Personalverantwortlicher deine Bewerbung aussortiert, sobald er eine solche darin findet. Schließlich gibt es noch viele andere Bewerber, die diese Probleme nicht im Gepäck mitschleppen – oder zumindest geschickter damit umgehen. Sieh dir darum deinen tabellarischen Lebenslauf noch einmal an und optimiere deine Inhalte.

Kann ein tabellarischer Lebenslauf auch chronologisch verfasst werden?

In Deutschland hat sich der tabellarische Lebenslauf schon lange durchgesetzt; Lebensläufe als Fließtext werden nur noch in Ausnahmefällen gefordert. Genauso hat auch die antichronologische Darstellungsweise in deutschen Personalabteilungen Einzug gehalten.

Eine Uhr in einer Glasglocke.
Bei einem antichronologischen Lebenslauf läuft die Zeit rückwärts.

Bei der antichronologischen Darstellung stehen die jüngsten beruflichen oder schulischen Stationen oben und können vom Personalverantwortlichen sofort in Augenschein genommen werden. Denn Chefs und Personaler interessiert am meisten, was der Bewerber zuletzt getan hat. Weniger interessant ist es, was der Bewerber vor vielen Jahren einmal gemacht hat. Für die antichronologische Anordnung sprechen also handfeste praktische Vorteile – wer sich dagegen entscheidet, sollte also sehr gute Gründe haben.

Benötigt ein tabellarischer Lebenslauf ein Deckblatt?

Das Deckblatt ist beim tabellarischen Lebenslauf optional. Es ist auch schwierig, hier eine pauschale Empfehlung auszusprechen. Einige Personaler schwören darauf, andere sehen das Deckblatt als zusätzlichen Ballast. Die persönlichen Informationen könnte man schließlich auch problemlos im tabellarischen Lebenslauf darstellen – manchmal kann es jedoch in Kombination mit dem Bewerbungsfoto zum Platzmangel kommen.

Wer dennoch ein Deckblatt verwenden möchte, sollte dabei auf eine einfallsreiche Aufmachung achten. Wenn das Deckblatt optisch überzeugen kann und die persönlichen Informationen ansprechend aufbereitet wurden, dann hat es definitiv seine Berechtigung. Darüber hinaus spart der Bewerber etwas Platz im Lebenslauf, wodurch eine dritte Seite eventuell überflüssig wird.

Der tabellarische Lebenslauf bei der Onlinebewerbung

Viele Unternehmen fordern bei der Onlinebewerbung das Anschreiben und den tabellarischen Lebenslauf getrennt an. Die Dokumente dürfen dabei eine bestimmte Mindestgröße nicht überschreiten. Doch immer wieder kommt es vor, dass ein tabellarischer Lebenslauf nach der Umwandlung ins PDF-Format sehr groß wird. Doch woran liegt das eigentlich?

Oftmals ist es das Bild, das besonders viele Ressourcen verbraucht. Einige Bewerber setzen Bewerbungsfotos ein, die bereits im Original mehr als 1 MB Speicherkapazität benötigen. Ein tabellarischer Lebenslauf wird dadurch bei der Umwandlung ins PDF-Format unnötig aufgebläht. Wer Bilder und Grafiken aber zuvor komprimiert (mit Bildbearbeitungsprogrammen oder Online-Services), wird spürbar kleinere PDF-Dateien erhalten.

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