Bewerbungsmappe

Französischsprachige Bewerbung

Worauf sollte man bei einer französischsprachigen Bewerbung achten?

Französisch wird nicht ganz so verbreitet gesprochen wie Englisch, ist aber dennoch eine sehr schöne Sprache, die außer in Frankreich auch in einigen anderen, vorwiegend afrikanischen Ländern gesprochen wird. Falls du nun also mit dem Gedanken spielst, dich auf einen Job in einem französischsprachigen Land zu bewerben: Mach es! Du kannst ein Jobangebot später immer noch ablehnen, aber lass dich nicht schon von der Bewerbung abhalten. Von Paris, Lyon und Nantes abgesehen, können auch Yaoundé, Brüssel, Genf, Montreal und Luxemburg interessante Jobs bereithalten.

Wie nennt man den Lebenslauf in französischsprachigen Ländern?

Der Lebenslauf wird in Frankreich ebenfalls CV genannt; ein Begriff, mit dem viele englischsprachige Menschen bereits vertraut sind. Er ist zumeist eine Seite lang und verfügt über keine eigene Überschrift. Er beginnt mit der aktuellsten Stelle und geht dann zurück auf vergangene Stellen. Ein Bild des Bewerbers kann im Lebenslauf vorkommen, muss es aber nicht. Außerdem sind die Franzosen nicht so erpicht auf Arbeitszeugnisse wie ihre teutonischen Nachbarn (also deutsche Personaler).

Frankreich hat mehr weibliche Führungskräfte als Deutschland. Falls du also weiblich bist und eine Karriere anstrebst, könnte ein solcher Umzug durchaus sinnvoll sein.

In Frankreich gibt es auch Agenturen, die bei der Arbeitssuche behilflich sein können und der deutschen Agentur für Arbeit etwas ähneln. Dazu zählt beispielsweise die Pôle employ, die aus der ehemaligen ANPE (Agence nationale pour l'emploi) und der Unedic (Union nationale interprofessionnelle pour l’emploi dans l’industrie et le commerce) entstanden ist. Mit diesem Zusammenschluss wollte die französische Regierung ein Modell erschaffen, das dem deutschen ähnelt.

Sprachkenntnisse können einen Vorteil bringen

Selbstverständlich wird in Frankreich hauptsächlich die französische Sprache gesprochen. Die Franzosen sind zumeist stolz auf ihr Land und ihre Sprache findet weltweit große Verbreitung. Dennoch kann es in einem Job mit internationalem Aspekt durchaus hilfreich sein, andere Sprachen zu sprechen. Dazu können Englisch, Deutsch und Spanisch zählen, aber auch weniger verbreitete Sprachen – je nach Zielmarkt/Kundenfokus und der jeweiligen Stelle. Customer Support Rollen können ebenso wie Business Development oder Marketing Positionen einen guten Einstieg in eine internationale Firma darstellen. Man muss irgendwo anfangen, sollte sich aber auch ein Ziel hinsichtlich seiner Karriere stecken und wissen, wo man in ein paar Jahren beruflich sein möchte. Das heißt nicht, dass man bis zur Erschöpfung arbeiten soll, aber manchmal kann ein beruflicher Aufstieg auch ein angenehmes Leben verheißen. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, bereits während des Vorstellungsgespräches nach potenziellen Aufstiegsmöglichkeiten zu fragen. Wenn man dies tut und mit ebendiesem Arbeitgeber zusammenfindet, hilft es auch, entsprechende Leistungen zu erbringen.

Die französische Grammatik hat durchaus einige Tücken. Es kann daher sinnvoll sein, einen Muttersprachler über deine Bewerbung schauen zu lassen oder die Dienste eines professionellen Lektors in Anspruch zu nehmen.

Grand Ecoles können den Lebenslauf aufwerten

Die Franzosen haben, vergleichbar mit den Ivy League Unis in den USA, ein System von sogenannten Grand Ecoles. Diese Schulen genießen einen herausragenden Ruf bei Arbeitgebern und deren Personalabteilungen, sodass es bei einer Bewerbung durchaus wichtiger sein kann, welche Universität jemand besucht hat, als die Abschlussnote. Falls du also die Möglichkeit hast, ein oder zwei Semester an einer ebensolchen Universität zu verbringen, nutze diese auf jeden Fall. Nicht nur wegen der Auslandserfahrung, sondern auch, weil diese deinen CV bereichert.

Was muss ich in Kanada beachten?

Falls du dich beispielsweise in Kanada bewirbst, solltest du die dort geltenden Antidiskriminierungsgesetze beherzigen. Dazu zählt beispielsweise, dass du deine Nationalität und dein Geburtsdatum nicht angibst. Kanada ist nicht nur ein weltoffenes Land, es verbietet auch die Diskriminierung von Bewerbern aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters, des Familienstandes sowie der ethnischen Herkunft. Das Arbeitsrecht in Kanada wird sowohl durch den Canada Labour Code als auch durch die Codes der jeweiligen Territorien und Provinzen bestimmt. Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Kanada Regelungen für die maximale Menge an Arbeitsstunden. Diese liegt zumeist zwischen 40 und 48 Stunden. Überstunden werden besser bezahlt, je nach Provinz mit dem 1,5- bis 2-fachen Satz des normalen Lohns. Kanadier haben darüber hinaus zumeist weniger Urlaubstage als deutsche Arbeitnehmer. Ein Jahresurlaub von weniger als 20 Tagen ist durchaus keine Seltenheit in Kanada. Durch eine länger währende Betriebszugehörigkeit kann sich die Anzahl der jährlichen Urlaubstage jedoch auch erhöhen.

Wenn du die Möglichkeit hast, nimm sie wahr!

Eine Auslandserfahrung in einem französischsprachigen Land kann in vielerlei Hinsicht hilfreich sein. So verbesserst du nicht nur deine Sprachkenntnisse, sondern lernst auch eine andere Kultur wirklich kennen und dadurch vermutlich andere Menschen besser zu verstehen. Außerdem kann eine Auslandserfahrung dir dabei helfen, Probleme besser zu lösen, da dies vielleicht in einer anderen Sprache am Anfang etwas schwieriger ist, dafür aber, wenn du einmal über deinen eigenen Schatten gesprungen bist, umso leichter. Letztlich sind Arbeitgeber zumeist Bewerbern mit Auslandserfahrung gegenüber aufgeschlossener, da sie den Mehrwert einer solchen Erfahrung ebenfalls wertschätzen. Selbst wenn du Ängste und Sorgen hast, probiere es einfach mal aus. Es ist gut möglich, dass du eine schöne und lehrreiche Zeit verbringst, und im schlimmsten Fall kannst du deine „Exkursion“ immer noch frühzeitig beenden.