Fortbildungen werden heute von jedem Arbeitnehmer erwartet. Da spielt es keine Rolle, ob er 25 oder 55 Jahre alt ist. Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ hatte nie eine größere Bedeutung als in unserer modernen, schnelllebigen Arbeitswelt. Denn wer einen neuen Job sucht, muss sich, ganz gleich in welcher Branche, immer wieder auf den aktuellen Stand bringen. Deine Fortbildungen zeigen deine Lernbereitschaft und gehören daher unbedingt in den Lebenslauf. Aber: nicht alle. Bei einer Jobsuche gilt es nämlich einerseits zu unterscheiden, welche Fortbildung für die neue Stelle relevant ist und welche nicht. Anderseits ist es ratsam, die Fortbildungen so zu verpacken, dass diese den beruflichen Werdegang aufwerten.

Unterschied Fortbildung und Weiterbildung

Fortbildung und Weiterbildung: Zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber eigentlich verschiedene Aussagen haben:

  • Während einer Weiterbildung eignest du dir neue Qualifikationen und Fähigkeiten an, die nicht unbedingt einen Bezug zu deinem derzeitigen Beruf haben müssen. Eine Umschulung ist zum Beispiel eine Weiterbildung.
  • Die Fortbildung ermöglicht dir, in deinem Beruf vorwärtszukommen, und dient oft dem beruflichen Aufstieg.

Während alle Weiterbildungen in den Lebenslauf gehören, sollten Fortbildungen nur erwähnt werden, wenn sie für die aktuelle Stellensuche relevant sind.

Berufsanfänger, die bisher wenig Gelegenheit zur Fort- und Weiterbildung hatten, können diese bedenkenlos alle aufführen. Ältere Arbeitnehmer müssen hingegen aufpassen, dass der Lebenslauf nicht überladen wird. Denn sie riskieren sonst, aus Zeitgründen sofort vom Personaler aussortiert zu werden.

Wie Fortbildungen im Lebenslauf aufgelistet werden

Die Darstellung orientiert sich am gesamten Lebenslauf. Also werden Datum, Ort und Art der Fortbildung oder Weiterbildung so dargestellt wie die Berufserfahrungen. Meistens stehen auf der linken Seite daher das Datum, also Monat und Jahr, und rechts die relevanten Informationen.

Einige Beispiele:

12/2014–01/2015Grundkurs Buchhaltung, Volkshochschule XY
03/2015Kaufmännisches Rechnen, Institut für Erwachsenenbildung XY
07/2015–09/2015Sprachkurs Englisch (Niveau A2), Sprachschule XY
02/2016–05/2016 zertifizierte Sprachreise nach Neuseeland

Alle angegebenen Fort- und Weiterbildungen müssen durch Zertifikate oder Diplome belegt werden können.

Welche Fortbildungen im Lebenslauf relevant sind

Grundsätzlich ist jede Fortbildung, die einen Bezug zu dem Job hat, auf den du dich bewirbst, wichtig und gehört in den Lebenslauf. Andere können in der Regel weggelassen werden. Das gilt mitunter auch für solche Schulbesuche, auf die du vielleicht stolz bist und die dir viel abverlangt haben.

Ein Beispiel:
Du hast eine Lehre als Maler gemacht und regelmäßig Kurse besucht, um dich bezüglich Gestaltung, Farben und Denkmalschutz weiterzubilden. Nach zehn Jahren hast du die Weiterbildung als Vorarbeiter erfolgreich abgeschlossen. Wegen eines Freizeitunfalls konntest du deinen Beruf jedoch nicht mehr ausüben und musstest umschulen. Anschließend hast du drei Jahre in einem Büro gearbeitet. Jetzt bewirbst du dich als Sachbearbeiter bei einer Spedition.

Was gehört also in deinen Lebenslauf?    

  • Die Berufsausbildung oder Hochschul- und Universitätsabschlüsse werden in einem separaten Abschnitt erwähnt. In unserem Beispiel die Lehre als Maler.
  • Die Kurse und Seminare gehören in diesem Fall nicht in den Lebenslauf, denn sie sind für die angestrebte Stelle nicht mehr relevant.
  • Die Weiterbildung oder Umschulung im kaufmännischen Bereich sowie damit verbundene Fortbildungen müssen allerdings aufgelistet und belegt werden, da sie für den gewünschten Job entscheidend sind. Zertifikate oder Diplome gehören daher in die Bewerbungsmappe.
  • In vielen Speditionen sind Sprachkenntnisse erwünscht oder Pflicht, diese also unbedingt erwähnen.
  • Von einem Maler erwartet zunächst niemand vertiefte Computerkenntnisse. Deshalb ist es empfehlenswert, in diesem Beispiel nicht nur anzugeben, dass du über sehr gute PC-Kenntnisse verfügst, sondern entsprechende Fortbildungen separat aufzuführen. Im Idealfall wurde der ECDL (der Europäische Computerführerschein) erworben und kann beigelegt werden.

Online-Fortbildungen: nie ohne Zertifikat

E-Learning und der Besuch von Webinaren sind beliebte Formen der Fortbildung und längst mehr als nur ein Hobby. Viele Arbeitgeber rechnen es dir positiv an, wenn du auf diese Weise dein Interesse an Seminaren und Schulungen zeigst. Allerdings wird in diesem Bereich auch viel geschummelt.

Eine Online-Fortbildung bietet ohne Abschlusszertifikat kaum Mehrwert.

Gibst du im Lebenslauf etwa an, dass du online Französischkenntnisse auf dem Niveau B1 erlangt oder dich auf einer Online-Akademie im Marketingbereich weitergebildet hast, muss das durch entsprechende Zertifikate belegt werden. Zudem ist im Lebenslauf der Anbieter zu nennen, denn die Qualität der Angebote schwankt stark.

Zusammengefasst: die wichtigsten Punkte zu Fortbildungen im Lebenslauf

  • Lasse veraltete und nicht relevante Fortbildungen weg.
  • Zu viele Fort- und Weiterbildungen sind nicht unbedingt positiv. Vor allem wenn diese in ganz verschiedenen Bereichen absolviert wurden, kann der Personalverantwortliche es so deuten, als wüsstest du nicht wirklich, was du möchtest.
  • Die im Lebenslauf aufgeführten Seminar-, Kurs- und Schulbesuche sollten dem Arbeitgeber einen Mehrwert bieten.
  • Passe den Lebenslauf jeweils der Stelle an, auf die du dich bewirbst. Was für den einen Arbeitgeber ein Kriterium sein kann, dich zum Vorstellungsgespräch einzuladen, kann für den anderen absolut uninteressant sein.
  • Belege alle Angaben mit aussagekräftigen Zeugnissen, Zertifikaten und Diplomen in deiner Bewerbungsmappe.
  • Neben bereits abgeschlossenen Fortbildungen gehören auch laufende Kurs- oder Schulbesuche in den Lebenslauf, sofern sie von Bedeutung für die Stelle sind.

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