Um einen Arbeitsvertrag einseitig zu beenden, ist im deutschen Recht eine Kündigung notwendig. Diese beruht auf der Vertragsfreiheit, die das Recht garantiert, dass einmal geschlossene Verträge auch wieder aufgelöst werden können. Um das Interesse der Vertragspartner angemessen zu berücksichtigen und zu garantieren, dass vertragliche Beziehungen verlässlich eingehalten werden, sind an eine Kündigung diverse Voraussetzungen geknüpft. Im Idealfall regelt der Vertrag die Bedingungen und Modalitäten einer Kündigung. Grundsätzlich ist dabei aber das entsprechende Gesetz entscheidend. Fakt ist: Die meisten Arbeitsverträge werden durch eine ordentliche Kündigung beendet.

Was jeder Arbeitnehmer über die ordentliche Kündigung wissen sollte

Eine ordentliche Kündigung ist eine fristgerechte Kündigung. Sie hält die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist ein oder wird in § 622 BGB sowie in Tarifverträgen geregelt.

  • Damit eine Kündigung wirksam werden kann, ist eine Kündigungserklärung zwingend erforderlich. Grundsätzlich ist dabei die Schriftform zu wählen.
  • Wird die Kündigung hingegen per E-Mail, WhatsApp oder Fax geschickt, ist sie unwirksam.
  • Im Normalfall müssen für eine ordentliche Kündigung keine Gründe genannt werden.
  • In Fällen, in denen das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist, muss der Arbeitgeber eine Kündigung begründen. Kündigungsgründe können personen-, betriebs- oder verhaltensbedingt sein.
  • Für schwerbehinderte Personen, Frauen im Mutterschutz, Mitarbeiter in Elternzeit sowie Betriebsräte gelten neben dem allgemeinen Kündigungsschutz besondere Schutzvorschriften.
  • Die Kündigung sollte bevorzugt auf dem Postweg erfolgen und gilt als zugestellt, sobald sie im Briefkasten landet. Du kannst also sogar während du im Urlaub bist eine Kündigung bekommen. (In den nächsten Abschnitten gehen wir darauf noch ausführlicher ein.)
  • Bist du der Meinung, eine Kündigung sei ungerechtfertigt, solltest du so schnell wie möglich einen Arbeitsrechtsexperten einschalten. Er kann klären, ob eine Kündigungsschutzklage erfolgreich wäre und ob du eventuell eine Abfindung aushandeln kannst.

Ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber

Ein Arbeitgeber kann nicht ohne Weiteres eine ordentliche Kündigung aussprechen.

Sobald das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist, muss er Gründe benennen können, welche eine Kündigung sozial rechtfertigt. Das können zum Beispiel betriebliche oder wirtschaftliche Gründe sein oder die schlechte Arbeitsmoral des Angestellten.

Allerdings kommt das Kündigungsschutzgesetz nicht immer zur Anwendung. Es greift zum Beispiel nicht, wenn ein Unternehmen weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigt oder der zu kündigende Angestellte erst seit weniger als sechs Monaten im Betrieb arbeitet.

Ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer

Ein Arbeitnehmer kann den Arbeitsvertrag fristgerecht ordentlich kündigen, ohne dieses Vorgehen speziell begründen zu müssen.

Die Kündigung muss schriftlich auf dem Postweg erfolgen und sollte eingeschrieben verschickt werden. Falls im Arbeitsvertrag keine Frist angegeben ist, kannst du diese aus dem Tarifvertrag entnehmen. Fehlt auch ein solcher, gilt das Gesetz.

Auch wenn der Arbeitgeber keine Begründung der Kündigung verlangt, ist es empfehlenswert, einen allgemeinen Grund anzugeben. Das kann zum Beispiel der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung oder ein Grund persönlicher Natur sein.

Du solltest dich bemühen, bei der Kündigung keine verbrannte Erde zu hinterlassen.

Du solltest dich ebenfalls für die kollegiale Zusammenarbeit und das dir entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Schließlich möchtest du von deinem alten Arbeitgeber ein gutes Arbeitszeugnis erhalten, ihn vielleicht als Referenz angeben und bestimmt allgemein gerne im Guten auseinandergehen. Selbst dann, wenn das Arbeitsklima tatsächlich nicht optimal gewesen sein sollte.

Ab wann ist die ordentliche Kündigung wirksam?

Eine Kündigung gilt erst, wenn sie beim Empfänger eingegangen ist. Es ist daher üblich, diese als Einschreiben zu versenden. Mitunter wird sie jedoch auch persönlich übergeben. Dann muss allerdings mindestens ein Zeuge anwesend sein.

Du kannst die Kündigung übrigens nicht verhindern, indem du den Abholschein im Briefkasten einfach ignorierst. Sobald der Arbeitgeber davon erfährt, dass sein Brief nicht abgeholt wurde, kann er das Einschreiben wiederholen und dann ist die Kündigung rechtskräftig.

Was tun, nachdem du eine ordentliche Kündigung erhalten hast?

Vielleicht hast du es bereits geahnt oder es wurde dir sogar angekündigt, dass du eine Kündigung erhalten wirst. In manchen Fällen sind Arbeitnehmer sogar froh, von einem ungeliebten Arbeitsplatz „erlöst“ zu werden und schauen sich bereits nach einer neuen Stelle um. Dann wird die ordentliche Kündigung vonseiten des Arbeitgebers natürlich akzeptiert.

Anders sieht es aus, wenn du deinen Job behalten möchtest und darauf angewiesen bist. Dann ist es ratsam, sofort nach Erhalt der ordentlichen Kündigung einen Experten für Arbeitsrecht aufzusuchen. Du solltest dir einen Fachanwalt suchen, der ausschließlich Arbeitnehmer vertritt. Im Idealfall hast du eine Rechtsschutzversicherung, welche die Anwaltskosten übernimmt.

Du musst schnell reagieren: Denn solltest du eine Kündigungsschutzklage erheben wollen, muss dies innerhalb von drei Wochen nach Kündigungseingang geschehen.

Wenn das Arbeitsgericht die Kündigung für unrechtmäßig und somit für unwirksam erklärt, besteht dein Arbeitsverhältnis ganz normal weiter. Falls die Kündigungsfrist schon abgelaufen war, als das Urteil gesprochen wurde, steht dir ein Teil oder sogar dein volles Gehalt zu – auch für die Tage oder Wochen, an denen du nicht gearbeitet hast.

Andernfalls solltest du dich mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzen, sobald die Kündigung eingegangen ist. Es bleiben nämlich genau drei Tage, um sich arbeitssuchend zu melden und Sperrzeiten zu vermeiden.

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