Bewerbungsmappe

Bewerbungen im Beruf

Die große Kunst der richtigen Bewerbung

Um eine Bewerbung abzuschicken reicht heute bereits ein Klick, Internet sei Dank. Doch führt die fortschreitende Technologie zu einer steigenden Anzahl an Bewerbungsalternativen, neuen Herausforderungen und einer immensen Komplexität.
Dieser Artikel hilft dir bei der Orientierung im Bewerbungsprozess und erklärt für wen sich eine Berufsvorbereitung möglicherweise lohnt.

Ein Schritt nach dem anderen

Viele stehen während des Bewerbungsprozesses vor einem riesigen Berg an Herausforderungen. Welche Informationen werden von mir verlangt? Über welchen Weg bewerbe ich mich am besten? Habe ich die nötigen Fertigkeiten? Was ziehe ich an, wenn ich eingeladen werde? Wer finanziert mir meine Berufsvorbereitung?

Man sieht sich mit vielen Fragen verschiedener Art konfrontiert. Oft versuchen wir den kompletten Bewerbungsprozess zu überblicken und alle Aufgaben gleichzeitig zu lösen. Doch genau darin liegt das Problem. Es ist sinnvoller sich einen Überblick über den Bewerbungsprozess zu verschaffen und sich anschließend Schritt für Schritt durchzuarbeiten. Ein Bewerbungsprozess besteht grob gesehen aus vier verschiedenen Stufen: Vor der Bewerbung, die eigentliche Bewerbung, das Bewerbungsgespräch, nach der Bewerbung.

Vor der Bewerbung ist nach der Bewerbung

Lebensläufe

Bevor du dich bewirbst, musst du dir erstmal bewusst werden, wo du arbeiten möchtest. Es ist verständlich, dass wir arbeiten um Geld zu verdienen, daher sollte das Geld stets ein zentraler Aspekt bei der Berufswahl sein. Trotzdem ist es auch wichtig, dass man mit seinem Beruf zufrieden ist, gemäß den Worten des Philosophen Konfuzius: "Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten".

Problem ist jedoch, dass man für die meisten Jobs eine gewisse Qualifikation benötigt. Hat man diese nicht, stehen die Chancen bei einer Bewerbung eher schlecht. Doch auch eine Behinderung kann für Schwierigkeiten in der Berufswelt sorgen. Daher gibt es sowohl für behinderte als auch nichtbehinderte Menschen berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB) die einem bei der Vorbereitung auf und Suche nach einer Arbeitsstelle helfen. Die Kosten für die Bildungsmaßnahmen werden von der Bundesagentur für Arbeit getragen.

Die BVB eignet sich besonders für Personen unter 24 Jahren ohne Ausbildungsplatz. Das Angebot reicht dabei von der reinen Unterstützung bei der Berufsorientierung bis hin zur praktischen Qualifizierung. Interessant für minderjährige Schulabgänger mit schlechtem oder keinem Hauptschulabschluss ist dabei das sogenannte Berufsvorbereitungsjahr. In diesem Rahmen kann man entweder seinen Hauptschulabschluss erwerben oder aber bis zu drei Berufsfelder in Theorie und Praxis kennenlernen.

Hat man alle benötigten Qualifikationen kann die Suche nach passenden Jobs beginnen. Hier bietet das Internet dem Jobsuchenden eine enorme Hilfe, denn es gibt zahlreiche Jobportale, die eine einfache und gezielte Suche nach bestimmten Jobs ermöglichen. Doch auch der klassische Weg über die Zeitungsanzeigen kann sich je nach Berufsgruppe als sinnvoll erweisen. Weiß man bereits bei welchem Arbeitgeber man arbeiten will, so lohnt es sich auch die Webseite des Unternehmens anzuschauen. Hier werden oft unter den Kategorien "Job" oder "Karriere" aktuelle, vakante Stellen ausgeschrieben.

Alle Wege führen zur Personalabteilung

Nach dem man sich für einige Jobs entschieden hat, ist der nächste Schritt die eigentliche Bewerbung. Hier ergibt sich bereits die nächste große Frage. Welche Bewerbungsform eignet sich am besten? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, doch erkennt man einen klaren Trend in Richtung elektronische Bewerbungen. Ein Grund hierfür ist die automatisierte Kontrolle der Bewerbungsunterlagen. Hierfür muss man entweder die Bewerbungsunterlagen online hochladen oder aber alle relevanten Informationen in einem Online Formular eintragen.

Hat man sich für einen Bewerbungsweg entschieden, kann man über diesen alle nötigen Dokumente einreichen. Doch bei der Auswahl der richtigen Dokumente zerreißen sich viele Bewerber den Kopf.

Nahezu alle Unternehmen erwarten mindestens einen vollständigen Lebenslauf inklusive Bewerbungsfoto. Außerdem sollte man der Bewerbung einen Motivationsbrief beilegen. Hierbei ist es wichtig die eigenen Interessen und Fähigkeiten mit den Anforderungen der Jobstelle zu verknüpfen, um dem Unternehmen den eigenen Wert zu zeigen. Mindestens genauso wichtig wie das Bewerbungsanschreiben ist das Zeugnis der letzten Arbeitsstelle. Daher lohnt es sich selbst bei einem Jobwechsel, sich bis zum letzten Arbeitstag anzustrengen. Mit diesem Engagement kann man häufig das Arbeitszeugnis positiv beeinflussen. Je nach Job sollte man außerdem die Ausbildungs- bzw. Studienzeugnisse beilegen, die einen für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren. Das Schulabschlusszeugnis hingegen spielt nur dann eine wichtige Rolle, wenn man sich für seinen ersten Job bewirbt, da man noch kein Arbeitszeugnis vorlegen kann. Trotzdem sollte dies immer beigefügt werden. Kontaktdaten von telefonischen Referenzen können durchaus sinnvoll sein, diese werden jedoch meistens bei Führungspositionen gefragt und werden daher eher selten verlangt. Auch das polizeiliche Führungszeugnis wird nur in den seltensten Fällen gefordert, nämlich dann, wenn man sich im öffentlichen Dienst oder in der Sicherheitsbranche, bspw. als Gefängnismitarbeiter, bewirbt. Dieses kann man bei der örtlichen Meldebehörde beantragen und hat eine durchschnittliche Wartedauer von zwei Wochen.

Die Angst vor dem Bewerbungsgespräch

War die Bewerbung erfolgreich, so wird man oftmals zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Dieses reicht von einem einfachen Gespräch bis hin zu einem Assessment Center bei dem man einige Aufgaben unter Stress erledigen muss und auf seine sozialen Kompetenzen getestet wird. Viele Bewerber versuchen sich dabei intensiv darauf vorzubereiten, überlegen tagelang welche Kleidung sie anziehen sollen, denken sich Antworten auf bestimmte Fragen aus, die sie dann rezitieren können und versuchen sich so darzustellen wie die Firma es womöglich verlangt. Doch dies führt oftmals dazu, dass man künstlich und nur wenig authentisch rüberkommt. In Punkto Kleidung ist zu schick stets besser als nicht schick genug, die Kleidung sollte dabei dem branchenüblichen Outfit angepasst sein. Bezüglich möglicher Fragen sollte man durchaus vorbereitet sein. Dabei ist es sinnvoll lediglich Stichpunkte zu lernen, sodass man später mit Hilfe dieser Punkte strukturiert und dennoch frei reden kann. Außerdem ist es eine gute Idee die eigenen Bewerbungsunterlagen parat zu haben. Dies zeigt, dass man vorbereitet und organisiert ist.

Nach der Bewerbung

Nicht immer erhält man kurz nach der Bewerbung eine Antwort. Hier solltest du viel Geduld mitbringen und mindestens zwei bis drei Monate abwarten bevor du mit einer freundlichen Mail nach dem Status nachfragst. Außerdem sollte man vermeiden die Personaler persönlich zu kontaktieren, um sie zu Gunsten der eigenen Bewerbung zu beeinflussen. Dies wirkt höchst unprofessionell und kann bei manchen Unternehmen zu einem sofortigen Ausschluss führen.

Wichtig ist, dass du dich nicht nur für eine Stelle bewirbst. Mit jeder Bewerbung steigt deine Chance auf einen Erfolg!