Das Wichtigste auf einen Blick:

Filialleiter vertreten die Geschäftsleitung in Unternehmen mit mehreren Zweigstellen.
Sie übernehmen nicht nur organisatorische Aufgaben, Bestellungen und Personalangelegenheiten, sondern helfen auch beim Tagesgeschäft aus.
Wer als Filialleiter arbeiten möchte, benötigt eine abgeschlossene Ausbildung im kaufmännischen Bereich.
Ein betriebswirtschaftliches Studium kommt ebenfalls als Qualifikation infrage – vorausgesetzt, der Bewerber verfügt über Praxiserfahrung im jeweiligen Berufsfeld.

Filialleiter vertreten die Geschäftsleitung in Unternehmen mit mehreren Standorten. Sie kümmern sich um die Organisation des Betriebs, beraten Kunden oder fassen bei alltäglichen Arbeiten mit an. Was du bei einer Bewerbung für diesen Beruf berücksichtigen solltest, erfährst in unserem Ratgeber zum Thema.

Bewerbung als Filialleiter: Aufbau

Für deine erfolgreichen Bewerbung als Filialleiter benötigst du eine vollständige Bewerbungsmappe. Dabei solltest du auf die korrekte Reihenfolge deiner Unterlagen achten. Ihr Aufbau sollte wie folgt aussehen:

Anschreiben
Deckblatt (optional)
Lebenslauf
Anlagen

Der Lebenslauf

Beim Lebenslauf handelt es sich um das wohl wichtigste Dokument der Bewerbung. Er fasst deine Berufserfahrung und Ausbildung auf maximal zwei Seiten zusammen, sodass sich der Personaler in wenigen Minuten einen Überblick verschaffen kann.

In der Regel sieht der Aufbau des Lebenslaufs so aus:

persönliche Daten
Berufserfahrung und Ausbildung
Schulausbildung und akademische Abschlüsse
Kenntnisse und Fähigkeiten
Hobbys

Dein Lebenslauf sollte antichronologisch aufgebaut sein – beginne also immer mit den aktuellsten Stationen deiner Berufserfahrung und Schulausbildung. Sie sind für den Personaler mit Abstand am interessantesten.

Je mehr Berufserfahrung du mitbringst, umso weiter rückt deine Schulausbildung in den Hintergrund. Grundschulzeugnisse verraten dem Personaler zum Beispiel wenig über deine derzeitigen Fähigkeiten. Der höchste Bildungsabschluss reicht daher in der Regel aus.

Filialleiterin praktiziert ihr Hobby an einer Kletterwand
Sportliche Hobbys zeigen, dass du der Belastung des Filialleiterjobs gewachsen bist.

Hobbys geben Aufschluss über die Talente und die Motivation eines Kandidaten und beanspruchen daher einen festen Platz im Lebenslauf. Hier solltest du ausschließlich Freizeitaktivitäten erwähnen, die dir einen Vorteil im Filialleiterberuf verschaffen – zum Beispiel Vereinsarbeit oder Mannschaftssportarten. Sie stellen dein Engagement und deine sozialen Fähigkeiten unter Beweis.

Lücken im Lebenslauf – wie zum Beispiel längere Phasen der Arbeitslosigkeit – solltest du immer ehrlich angeben. Versuchst du, diese zu vertuschen, fliegt das spätestens im Bewerbungsgespräch auf. Lücken sind jedoch noch lange kein Ausschlusskriterium. Wenn du ehrlich mit ihnen umgehst und sie plausibel erklären kannst, wirkst du selbstbewusst und vertrauenswürdig.

Lebenslauf für Filialleiter – Vorlage

Für eine Bewerbung als Filialleiter eignen sich vor allem schlichte und seriöse Designs. Wir empfehlen einen Blick in unsere Vorlagen – hier findest du sicher etwas Passendes.

Bewerbungsschreiben: Filialleiter

Personaler interessieren sich nicht nur für die berufliche Qualifikationen, sondern auch für die Persönlichkeit und Motivation des Bewerbers. Hier kommt das Bewerbungsschreiben ins Spiel. Es gibt dir die Möglichkeit, die Informationen deines Lebenslaufs weiter auszuführen und zu begründen, warum du dich ausgerechnet für diese Stelle bewirbst.

Als zentraler Bestandteil des Anschreibens gelten die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers – die sogenannten Soft Skills. Hier ist es meist hilfreich, sich an der Stellenausschreibung des Arbeitgebers zu orientieren. Wähle ein oder zwei Soft Skills aus der Anzeige aus, die tatsächlich zu dir passen, und belege sie mit handfesten Beispielen aus deinem Berufsalltag.

Übertreibst du es in deinem Anschreiben, zum Beispiel indem du dir unzählige Soft Skills zuschreibst, wirkt das schnell unglaubwürdig. Kein Bewerber erfüllt alle Anforderungen. Beschränke dich lieber auf einige wenige Punkte, die dir besonders liegen.

Als Filialleiter pflegst du Kundenkontakt und führst Verkaufsgespräche. Daher solltest du unbedingt auf eine korrekte Form, Schreib- und Ausdrucksweise achten, um stets professionell zu wirken.

Bewerbungsschreiben: Filialleiter – Vorlage

Musteranschreiben bieten dir die Möglichkeit, mit einem ansprechenden Layout zu überzeugen – ganz ohne umständliche Formatierungen in Word. Natürlich solltest du den Inhalt deines Anschreibens grundsätzlich selbst formulieren. Wer stattdessen einfach seine persönlichen Daten in die Vorlage einfügt, ohne den Text zu verändern, wirkt wenig engagiert und verspielt seine Chancen auf die Stelle.

Hier findest du unser vollständiges Muster für die Bewerbung als Filialleiter:

Filialleiter: Aufgaben im Betrieb

Filialleiter kommen in Unternehmen mit mehreren Zweigstellen zum Einsatz. Sie vertreten die Geschäftsleitung vor Ort und setzen ihre Anweisungen und Strategien um. Ihre Arbeit umfasst das gesamte Aufgabenfeld des Betriebs – von der Organisation bis hin zum Tagesgeschäft.

Aufgaben im Überblick

Als Filialleiter bist du vor allem für diese Aufgaben verantwortlich:

Warenbedarf und Bestellungen: Zu den Hauptaufgaben des Filialleiters gehört sowohl das Durchführen von Bestellungen als auch das Überprüfen neuer Ware.
Wirtschaftlichkeit des Betriebs: Der Filialleiter kontrolliert die Einnahmen und Ausgaben des Betriebs, führt Buch und bestimmt über das Sortiment. Er wertet aus, welche Produkte sich besonders gut verkaufen und welche nicht.
Personalmanagement: Wie effektiv ein Betrieb ist, hängt zu großen Teilen von seinen Angestellten ab. Ihre Organisation fällt in die Zuständigkeit des Filialleiters. Er teilt Aufgaben zu, kümmert sich um Neuanstellungen, Entlassungen und Beförderungen. Auch das Koordinieren von Urlaubstagen und Arbeitszeiten gehört zu seinen Pflichten.
Präsentation: Die Ordnung und Hygiene der Verkaufsräume fällt in den Aufgabenbereich des Filialleiters. Er plant die Platzierung von Waren und Werbemitteln, organisiert Aktionen und kontrolliert die Sauberkeit des Geschäfts.
Tagesgeschäft: Filialleiter teilen Aufgaben nicht nur zu, sondern fassen in der Regel auch selbst mit an – beispielsweise beim Verräumen von Ware oder dem Ordnen des Lagers. Darüber hinaus kümmert er sich um Verkaufsgespräche, Beschwerden und Reklamationen.
Vorbildfunktion: Arbeitgeber erwarten, dass ein Filialleiter mit gutem Beispiel vorangeht und andere Mitarbeiter motiviert. Dazu gehört zum Beispiel die Bereitschaft, weniger beliebte Schichten zu übernehmen oder beherzt im Arbeitsalltag auszuhelfen.

Berufsalltag – das erwartet dich als Filialleiter

Die Arbeitszeiten des Filialleiters richten sich vor allem nach der Branche, in der er tätig ist. Handelt es sich zum Beispiel um einen Betrieb, der mehr als acht Stunden geöffnet hat, leistet der Filialleiter Schichtarbeit. In diesem Fall wird er entweder morgens oder am späten Nachmittag eingeteilt.

BWL Student sammelt Erfahrungen während des Studiums in einem Nebenjob
Der Beruf des Filialleiters bietet feste Abläufe, aber auch neue Herausforderungen.

Feste wöchentliche Termine spielen häufig eine zentrale Rolle im Arbeitsalltag des Filialleiters. Lieferungen finden meist an festen Wochentagen statt, andere Abläufe wie das Öffnen des Geschäfts oder das Zählen der Einnahmen fallen täglich an. Eine gewisse Routine gehört also zum Berufsbild. Wie du mit ihr umgehst, hängt als Filialleiter allerdings auch von deiner Planung ab.

Darüber hinaus bringt jede neue Schicht neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt – ob Kundengespräche, neue Produkte oder kleinere und größere Probleme im Geschäft.

Welche Anforderungen muss ein Filialleiter erfüllen?

Filialleiter haben nicht nur einen besonders vielseitigen und anspruchsvollen Job, sie tragen auch die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs. Aus diesem Grund benötigen sie eine ganze Reihe von persönlichen Fähigkeiten, um sich für eine Stelle zu qualifizieren:

Zu den großen Herausforderungen des Jobs gehört es, trotz zahlreicher Pflichten nicht den Überblick zu verlieren. Wer eine Filiale leiten möchte, sollte also vor allem Organisationstalent mitbringen.
Charisma und Verkaufstalent sind häufig ebenso gefragt wie der Geschäftssinn des Filialleiters – schließlich ist er auch für den Verkauf verantwortlich.
Der höfliche Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern ist für den Job des Filialleiters unerlässlich. Wer sich bewirbt, sollte also aufgeschlossen und kontaktfreudig sein.
Filialleiter leisten überwiegend Schichtarbeit. Die Bereitschaft, am Wochenende oder abends zu arbeiten, gilt in diesem Fall als Voraussetzung für den Job.
Belastbarkeit benötigst du, um die Anforderungen des Arbeitsalltags zu bewältigen. Zeit- und Leistungsdruck sind hier in der Regel fester Bestandteil des Jobs.
Der Filialleiter ist das Aushängeschild des Betriebs und soll anderen Mitarbeitern als Vorbild dienen. Dafür braucht es Engagement und die Fähigkeit, sich langfristig selbst zu motivieren.

In diesen Branchen arbeiten Filialleiter

Filialleiter werden überall dort eingesetzt, wo die Geschäftsleitung eine Vertretung für eine Zweigstelle benötigt. Das kommt in den unterschiedlichsten Branchen vor. Zu den gängigsten gehören diese:

Supermärkte
Bekleidungsgeschäfte
Banken und Sparkassen
Warenhäuser und Niederlassungen von Kaufhausketten
Autohändler
Apotheken
Versandhändler
Tankstellen
Fitnessstudios
Restaurantketten

Filialleiter: Ausbildung

Der Job des Filialleiters setzt eine bereits abgeschlossene kaufmännische Ausbildung voraus – zum Beispiel als Einzelhandels- oder Bankkaufmann. Diese dauert in der Regel drei Jahre, eine Verkürzung auf maximal zwei Jahre bei guten Leistungen ist ebenfalls möglich. Hinzu kommen die nötigen Kenntnisse, um einen Betrieb in der entsprechenden Branche leiten zu können – entweder durch Vorerfahrung als Filialleiter oder als Vertreter eines Vorgesetzten.

Eine eigene Ausbildung gibt es für den Job des Filialleiters im Grunde nicht. Zwar setzen einige Unternehmen wie Aldi Süd die Teilnahme an sogenannten Filialführungsnachwuchsprogrammen voraus, hier handelt es sich jedoch um eine seltene Ausnahme.

Berufseinstieg nach dem Studium

Eine weitere Möglichkeit, sich als Filialleiter zu qualifizieren, stellt ein betriebswirtschaftliches Studium dar. Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt drei Jahre, ein Master nimmt zusätzliche zwei Jahre in Anspruch. Ein höherer Abschluss gilt zwar nicht als Voraussetzung für den Berufseinstieg, erhöht deine Chancen auf eine Stelle aber zum Teil deutlich.

Filialleiter hilft beim Tagesgeschäft aus und räumt Ware ein
Kurze Praxisphasen nach dem Studium gleichen fehlende Berufserfahrung häufig aus.

Doch Vorsicht – eine Bewerbung ohne die nötige Berufserfahrung hat wenig Chancen auf Erfolg. Fällt deine Wahl auf ein Studium, solltest du zumindest Erfahrungen in der Branche gesammelt haben, in der du später arbeiten möchtest. Hier bieten sich vor allem Praktika oder Nebenjobs während der Studienzeit an, aber auch kurze Praxisphasen nach der Ausbildung kommen infrage.

Schulische Voraussetzungen

Da Filialleiter bereits über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, spielen schulische Leistungen bei einer Bewerbung – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind vor allem die Arbeitszeugnisse und beruflichen Referenzen des Kandidaten.

Filialleiter: Gehalt ohne Berufserfahrung

Die Position des Filialleiters ist vielseitig, anspruchsvoll und mit großer Verantwortung verbunden. Dementsprechend attraktiv fällt das Filialleitergehalt aus – vor allem im Vergleich zu anderen kaufmännischen Tätigkeiten.

Das Einstiegsgehalt des Filialleiters beträgt zwischen 3.000 und 4.000 Euro brutto im Monat. In einigen Branchen fällt es sogar noch höher aus – zum Beispiel im Bankenwesen. Hier gelten 5.000 Euro als durchschnittliches Einstiegsgehalt.

Filialleiter: Gehalt mit Berufserfahrung

Wer bereits Berufserfahrung mitbringt, verdient sogar noch mehr als weniger erfahrene Kollegen. Nach fünf bis zehn Jahren steigen die Gehälter in der Regel an – im Einzelhandel auf zwischen 3.500 und 4.500 Euro, im Bankenwesen auf bis zu 6.000 Euro und als Filialleiter einer Bäckerei auf bis zu 3.600. Die Leitung einer Apotheke bringt im Durchschnitt 4.000 Euro.

Nicht nur zwischen verschiedenen Branchen gibt es Unterschiede, auch der Arbeitgeber spielt eine Rolle beim Filialleitergehalt. Das zeigt der Vergleich der durchschnittlichen Löhne verschiedener Supermarktketten:

  • Lidl: 4.100 Euro
  • Netto: 3.490 Euro
  • Penny: 3.700 Euro
  • Aldi: 3.710 Euro

Weiterbildungsmöglichkeiten als Filialleiter

Zusätzliche Qualifikationen, Fort- und Weiterbildungen bieten dir die Möglichkeit, deine Gehaltschancen noch weiter auszubauen.

Der Handelsfachwirt ist in diesem Zusammenhang besonders beliebt. Hierbei handelt es sich um eine Aufstiegsweiterbildung, die zwischen drei Monaten und zwei Jahren dauert – je nachdem, ob du sie in Voll- oder Teilzeit absolvierst. In dieser Zeit vertiefst du deine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und lernst neue Management-Techniken.

Unter Umständen ist es sogar möglich, vom Filial- zum Marktleiter aufzusteigen. In diesem Fall übernimmst du die Verantwortung für mehrere Zweigstellen des Unternehmens.

Ein nachträgliches BWL-Studium stellt ebenfalls eine weitere Möglichkeit dar, um deinen Wert auf dem Arbeitsmarkt vergrößern. Auch eine Fortbildung kommt in Betracht, zum Beispiel ein weiterführendes Seminar zu einem der folgenden Themen:

Verkaufspsychologie
Personalmanagement
Marketing
Wissen zu Waren und Artikeln
Selbstorganisation
Kommunikation
Vertrieb

Wer noch mehr Verantwortung übernehmen möchte und die nötige Erfahrung mitbringt, kann außerdem über den Schritt in die Selbstständigkeit nachdenken – entweder als Unternehmen einer Franchising-Gruppe oder sogar mit eigenem Geschäftsmodell.

Alternative Berufe

Leitende Tätigkeiten gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen der Arbeitswelt. Viele davon eignen sich hervorragend als Alternative für den Job des Filialleiters, zum Beispiel die Leitung von Abteilungen und Teams, des Vertriebs, Marketings oder der Produktion.

In größeren Unternehmen ist es oft üblich, Vertreter anzustellen, die der Geschäftsleitung assistieren oder ihre Funktionen teilweise übernehmen. Hier sind oft ähnliche Stärken gefragt, die auch beim Management einer Filiale zum Einsatz kommen.

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