Das Wichtigste auf einen Blick:

Als Kfz-Mechatroniker*in beschäftigst du dich mit dem Zusammenspiel der mechanischen und elektronischen Bauteile in Fahrzeugen.
Du hast die Möglichkeit, dich auf eine bestimmte Fachrichtung zu spezialisieren z.B. Personenkraftwagentechnik, Motorradtechnik oder Karosseriebau.
Kfz-Mechatroniker*innen verdienen im Mittel rund 3.200 Euro brutto im Monat.
Um die Ausbildung zu beginnen, brauchst du mindestens einen Hauptschulabschluss.

Es ist der Traum von wohl vielen Autoliebhabern und -liebhaberinnen: Kfz-Mechatroniker*in werden. Der klassische Beruf hat sich gemeinsam mit dem technischen Fortschritt verändert. Das Zusammenspiel zwischen mechanischen und elektronischen Systemen ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit als Kfz-Mechatroniker*in. Welche Anforderungen du für diesen Beruf erfüllen musst und wie du dich erfolgreich als Kfz-Mechatroniker*in bewirbst, erfährst du hier.

Bewerbung schreiben: Kfz-Mechatroniker*in

Auch in handwerklichen Berufen ist es üblich, eine vollständige Bewerbungsmappe abzugeben. Diese sollte ein Anschreiben, deinen Lebenslauf und wichtige Nachweise wie deine Zeugnisse enthalten. Die richtige Reihenfolge ist dabei genauso wichtig wie der Inhalt. Daher sollte deine Bewerbungsmappe wie folgt aussehen:

Bewerbungsschreiben
Deckblatt (optional)
Lebenslauf
Anlagen

Im Folgenden gehen wir auf einige wichtige Punkte ein, die du beim Schreiben deiner Bewerbung als Kfz-Mechatroniker*in beachten solltest.

Lebenslauf Kfz-Mechatroniker*in

Der Lebenslauf sollte nicht mehr als zwei Seiten umfassen und alle Informationen zu dir, deiner schulischen und beruflichen Ausbildung sowie deiner Berufserfahrung enthalten. Achte darauf, dass du nur die Details angibst, die für deinen potenziellen Arbeitgeber auch wirklich relevant sind. Gib zum Beispiel nur Hobbys an, die einen Bezug zu deinem Beruf als Kfz-Mechatroniker*in haben oder Fähigkeiten belegen, die für diesen wichtig sind.

Übrigens: Das Bewerbungsfoto ist in Deutschland keine Pflicht.

Laut dem Antidiskriminierungsgesetz müssen persönliche Daten wie der Familienstand oder die Religionsangehörigkeit nicht angegeben werden. Während letzteres in den wenigsten Lebensläufen zu finden ist, gilt das Bewerbungsfoto in Deutschland weiterhin als Standard. Auch wenn es das Gesetz anders vorschreibt, wird es in der Regel von Nachteil sein, wenn du kein Bewerbungsbild hinzufügst.

Bewerbungsschreiben als Kfz-Mechatroniker*in

In deinem Bewerbungsschreiben für eine Stelle als Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechatronikerin solltest du auf die berufstypischen Fähigkeiten und Erfahrungen eingehen. Dabei kannst du dich zum Beispiel an der Anschreiben ist auch die Aufforderung, einen handschriftlichen Lebenslauf einzureichen, eine Art Test. Unternehmen können so feststellen, ob du die Stellenanzeige des Arbeitgebers orientieren. Versuche, deine Fähigkeiten anhand von handfesten Beispielen zu belegen. Wie konntest du dein technisches Verständnis oder dein handwerkliches Geschick in der Vergangenheit beweisen?

Das Bewerbungsschreiben bietet dir die Möglichkeit, dich und deine Motivation für den Beruf vorzustellen. Achte also darauf, dass du nicht nur deinen Lebenslauf nacherzählst.

Bewerbungsvorlagen

Für viele Menschen stellt das Verfassen einer Bewerbung eine große Hürde dar. Aus diesem Grund wollen wir dir bei diesem Prozess unter die Arme greifen. Um deinen Lebenslauf strukturiert und optisch ansprechend zu gestalten, kannst du dich an einer Vorlage orientieren. Du kannst sie natürlich frei nach deinen Bedürfnissen anpassen.

Für das Bewerbungsanschreiben gibt es allerdings kein allgemeingültiges Muster: Hier musst du dich schon mit deinen eigenen Worten und Erfahrungen bewerben. Dennoch geben wir dir eine kleine Stütze. Dieses Musteranschreiben soll dir einen Eindruck davon geben, wie du dein Anschreiben formulieren kannst.

In unserem Ratgeber findest du noch weitere Artikel, die dir dabei helfen, zu entscheiden, ob du ein Deckblatt brauchst oder nicht und welche Dokumente in den Anhang gehören.

Aufgaben von Kfz-Mechatronikern und Kfz-Mechatronikerinnen

Kfz-Mechatroniker*innen beschäftigen sich mit dem Zusammenspiel der mechanischen und elektronischen Systeme in PKWs, Nutzfahrzeugen, Motorrädern und Elektroautos. Während deiner Ausbildung entscheidest du, mit welchen Fahrzeugen du arbeiten möchtest.

Die Grundlagen sind jedoch immer gleich: Als Kfz-Mechatroniker*in bist du im Grunde ein*e Systemtechniker*in. Du benötigst zwar kein Computerwissen, musst jedoch verstehen, wie die elektronischen und mechanische Bauteile interagieren.

Dieses Wissen wendest du an, um Fehlerdiagnosen und Reparaturen durchzuführen, die Fahrzeuge zu warten und zu inspizieren und mit Sonderausstattungen wie Navigationsgeräten oder Freisprechanlagen aufzurüsten. Natürlich ist auch das Handwerk Teil deiner Aufgaben als Kfz-Mechatroniker*in, denn du musst Bauteile reparieren oder austauschen und Flüssigkeiten wie Öl und Kühlwasser nachfüllen.

Arbeitsalltag

Typisch für den Beruf sind feste Arbeitszeiten, die sich an den Öffnungszeiten des Unternehmens orientieren. In der Regel arbeitest du zwischen 35 bis 40 Stunden die Woche. Gearbeitet wird ausschließlich werktags. In manchen Fällen musst du also auch an einem Samstag arbeiten. Dienstreisen oder Schichtdienst sind als Kfz-Mechatroniker*in eher ungewöhnlich.

Da du als Kfz-Mechatroniker*in mit Öl und anderem Schmutz in Berührung kommst, trägst du entsprechende Arbeitskleidung: in der Regel einen Blaumann. Schuhe mit Stahlkappen sorgen für die Sicherheit im Umgang mit Maschinen und Werkzeugen.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Kundenbetreuung: Du musst Funktionsweisen präzise erklären können und freundlich auf Kundenwünsche eingehen.

Fähigkeiten

Um als Kfz-Mechatroniker*in arbeiten zu können, ist eine strukturierte und logische Denkweise notwendig. Du musst die Wechselwirkungen der einzelnen Systeme und ihre Funktionsweisen verstehen können. Auch ein räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig, um zum Beispiel einen Schaltplan richtig lesen zu können.

Auszubildender bekommt Tipps zur Reparatur eines Auspuffs während der Ausbildung
Für den Beruf des Kfz-Mechatronikers brauchst du technisches Geschick.

Rechnerisches Denken, Fingergeschick und eine gute Auge-Hand-Koordination sind essentiell, um Reparaturen durchzuführen. Doch du bist nicht nur hinter den Kulissen tätig: Ein freundliches Auftreten sowie ein gutes Ausdrucksvermögen sind im Umgang mit Kunden und Kundinnen unumgänglich.

Übrigens: Du brauchst nicht zwangsläufig einen Führerschein, um als Kfz-Mechatroniker*in zu arbeiten. Das Fahren auf dem Werkstattgelände ist auch ohne Fahrerlaubnis gestattet und Probefahrten übernimmt in der Regel der Meister oder die Meisterin.

Typische Branchen

Kfz-Mechatroniker*innen arbeiten sowohl im Handwerk als auch in der Automobilindustrie. Du kannst also in kleinen Werkstätten oder in industriellen Fertigungsanlagen beschäftigt sein. Die Größe deines Teams fällt dementsprechend unterschiedlich aus.

Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker / zur Kfz-Mechatronikerin

Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikerin dauert 3,5 Jahre und findet dual in einer Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb statt. Dies kann parallel oder in einem Blocksystem geschehen.

Inhalte

Während der Ausbildung lernst du, elektronische Messwerte zu erfassen, auszuwerten und mit den Sollwerten des Herstellers zu vergleichen. Zu diesen Werten gehören Temperatur, Druck oder Längen. Du lernst, wie du Fehlerspeicher ausliest und bestimmte Wartungsarbeiten durchführst.

Die Fehlerdiagnose ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikerin. Hier lernst du verschiedene Methoden, um Fehler zu erkennen und zu beheben. Außerdem erfährst du alles über die Funktionsweise der verschiedenen Systeme, Schaltkreise, Komponenten und ihre Reparatur. Das Ein- und Umbauen von Sonderausstattungen wie Navigationssystemen ist ebenfalls Teil der Ausbildung.

Neben all dem technischen Wissen ist auch deine Sicherheit Teil des Lehrplans: Du lernst alles über den Umwelt- und Gesundheitsschutz deiner Werkstatt. Das Planen von Arbeitsabläufen und Aufgaben sowie das Thema Qualitätsmanagement sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

Hinzu kommen typische Schulfächer wie Deutsch, Wirtschaft und Sozialkunde, die in der Berufsschule behandelt werden.

Im dritten Ausbildungsjahr entscheidest du dich dann für einen Schwerpunkt:

Motorradtechnik: Hier lernst du alles über die Reparatur und Wartung von Motorrädern und anderen Krafträdern.
Personenkraftwagentechnik: Bei dieser Fachrichtung dreht sich alles um den klassischen PKW – also Autos, die bis zu neun Personen befördern können.
Nutzfahrzeugtechnik: Solltest du dich für diese Fachrichtung entscheiden, kümmerst du dich um Spezialfahrzeuge wie LKW, Baufahrzeuge oder Busse.
Karosserietechnik: Du bist der Spezialist für alles rund um die Karosserie – wie zum Beispiel Unfallschäden oder Lackierungen.
System- und Hochvolttechnik: Wenn du diese Fachrichtung wählst, wirst du zum Experten oder zur Expertin für Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Zusatzqualifikation

Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikerin bietet eine Besonderheit: Azubis, die mit ihrer Leistung hervorstechen, können eine Zusatzqualifikation erwerben. Ihnen steht eine Weiterbildung als Assistent*in für Energie und Ressourcen im Handwerk offen. Diese können sie parallel in der Berufsschule erwerben.

Sie haben auch die Möglichkeit, eine Zusatzqualifikation als Europaassistent*in zu erwerben. Dies ermöglicht dir den Aufbau von interkulturellen Kompetenzen in Fächern wie europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht. Diese Zusatzqualifikationen bieten dir bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Schulische Voraussetzung

Rechtlich gesehen ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, um die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikerin zu beginnen. Allerdings werden überwiegend Azubis mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss eingestellt.

Wichtige Fächer sind Werken, Technik, Mathematik und Physik.

Ausbildungsvergütung

Seit 2020 gibt es in Deutschland eine Mindestausbildungsvergütung, die für eine angemessene Bezahlung von Auszubildenden sorgt. Als Kfz-Mechatroniker*in hängt deine Ausbildungsvergütung auch davon ab, in welcher Branche dein Ausbildungsbetrieb tätig ist.

Im Handwerk kannst du je nach Ausbildungsjahr mit etwa 860 bis 1.300 Euro brutto im Monat rechnen. In der Industrie sind es in der Regel zwischen 1.060 Euro im ersten und 1.400 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Gehalt als Kfz-Mechatroniker*in

Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, verdienen Kraftfahrzeugmechatroniker*innen im Median rund 3.200 Euro brutto im Monat.

Als Berufsanfänger bekommst du um die 2.600 Euro mit mehr Berufserfahrung steigt dein Gehalt auf über 3.500 Euro an. In den Bundesländern gibt es jedoch zu Teil deutliche Unterschiede.

Weiterbildung

Als Kfz-Mechatroniker*in kannst du zahlreiche Anpassungsweiterbildungen absolvieren, um dein berufliches Wissen aktuell zu halten. Hierbei gibt es verschiedene Themenbereiche:

allgemeine Kraftfahrzeugtechnik und Instandhaltung
Qualitätsprüfung
Abgasuntersuchung und -technik
Elektrik, Elektronik
Hydraulik, Pneumatik, Bremstechnik
Motortechnik
Sicherheitstechnik
Karosserie
Mechatronik
Schweiß, Füge- und Trenntechnik

Du hast außerdem die Möglichkeit, dich weiter zu spezialisieren und somit in deinem Job aufzusteigen. Du kannst zum Beispiel eine Technikerweiterbildung im Bereich Elektromobilität oder Karosserie- und Fahrzeugbautechnik belegen. Du kannst auch eine Weiterbildung zum oder zur Industriemeister*in – Metall absolvieren oder mit einer kaufmännischen Weiterbildung als Fachwirt*in oder Betriebsmanager*in aufsteigen.

Ein Studium kann dir ebenfalls einen beruflichen Aufstieg ermöglichen: zum Beispiel in den Fächern Mechatronik, Elektromobilität oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Ähnliche Berufe

Wenn du dich für das Zusammenspiel von mechanischen und elektronischen Teilen interessierst, Fahrzeuge für dich jedoch uninteressant sind, dann kannst du eine allgemeine Ausbildung als Mechatroniker*in machen. Hier hast du die Möglichkeit, in ganz unterschiedlichen Branchen tätig zu werden.

Vielleicht ist auch der Beruf des Elektrikers / der Elektrikerin eine Option für dich: Auch hier kannst du dich auf die Arbeit mit Kraftfahrzeugen spezialisieren.

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