Das Wichtigste auf einen Blick:

Das duale Studium verbindet theoretische Hochschulbildung mit praktischer Berufserfahrung.
Ein erfolgreich absolviertes duales Studium eröffnet zahlreiche Karrieremöglichkeiten und gibt jungen Fachkräften berufliche Sicherheit.
Stellen für ein duales Studium sind heiß begehrt. Wer bei großen Unternehmen landen will, muss sehr gute Noten und überzeugende Bewerbungsunterlagen mitbringen.
Das Bewerbungsverfahren ist in der Regel lang und anspruchsvoll. Interessierte sollten schon ein Jahr vor Beginn des dualen Studiums die ersten Schritte unternehmen.

Das duale Studium kombiniert von Beginn an die theoretischen Inhalte eines Hochschulstudiums mit der beruflicher Praxis. Diese zweigleisig angelegte Ausbildungsform bereitet junge Menschen optimal auf den Arbeitsmarkt vor. Während “normale” Studierende sich nach dem Abschluss erst auf dem Jobmarkt zurechtfinden müssen, haben dual Studierende zu diesem Zeitpunkt schon zwei, drei oder vier Jahre Berufserfahrung in der Tasche. Das steigert die Karrierechancen und gibt Sicherheit. Doch vorher müssen Interessierte zunächst mit ihrer Bewerbung für ein duales Studium überzeugen. Wie das gelingt, erfährst du hier.

Wie läuft ein duales Studium ab?

Bei einem herkömmlichen Studium an einer Universität oder Fachhochschule gibt es zwar praxisorientierte Lernmodule und (Pflicht-)Praktika, der Fokus liegt insgesamt aber auf der Aneignung theoretischen Fachwissens. Das duale Studium ist anders konzipiert: Hier ist die praktische Berufserfahrung ein zentrales Element der Ausbildung.

Ein duales Studium wird zum einen Teil beim Arbeitgeber absolviert und zum anderen Teil in der kooperierenden Bildungseinrichtung zum Beispiel in einer Fachhochschule oder Berufsakademie. Es dauert in der Regel sechs bis acht Semester.

Beim dualen Studium sind zwei Modelle zu unterscheiden:

  • Ausbildungsintegrierend: In einem ausbildungsintegrierenden dualen Studium erwirbst du zwei handfeste Qualifikationen – eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein abgeschlossenes Studium (meist Bachelor). Diese Kombination ermöglicht einen optimalen Berufseinstieg und bietet beste Chancen für deine Karriere. Der Weg dorthin ist allerdings mühsam, denn du musst Arbeit, Berufsschule und Studium unter einen Hut bringen. Das verlangt Disziplin und Durchhaltevermögen.
  • Praxisintegrierend: Im Zuge eines praxisintegrierenden dualen Studiums absolvierst du keine vollständige Berufsausbildung, sondern sammelst “nur” Berufserfahrung bei deinem Arbeitgeber. Am Ende hast du bei diesem Modell also lediglich einen akademischen Abschluss in der Tasche – und keine abgeschlossene Berufsausbildung. Das muss jedoch gar kein Nachteil sein, denn nicht in jeder Branche oder in jeder Position eröffnet eine zusätzliche Berufsausbildung neue Möglichkeiten. Im Gegenteil: Viele Unternehmen setzen auf das praxisintegrierende duale Studium, um zukünftige Führungskräfte auszubilden.

Bei einem Studium fallen meist Studiengebühren und/oder Semesterbeiträge an. Die Kosten können je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich hoch sein. In der Regel übernimmt der Arbeitgeber diese Kosten oder beteiligt sich zumindest an ihnen. Letztlich entscheiden aber die individuellen Vereinbarungen rund um das duale Studium. Es kann also auch vorkommen, dass du alles selbst bezahlen musst.

Bewerbungsvorlagen für das duale Studium

Weil die Konkurrenz so groß ist und passende Studienplätze selten, solltest du deine Bewerbung für das duale Studium mit besonders viel Sorgfalt erstellen. Wer schlecht formatierte oder fehlerhafte Bewerbungsunterlagen einreicht, hat kaum Chancen. Häufig fehlt einfach die Routine: Nicht jeder ist im Umgang mit Word so geübt, dass er einen ansprechenden Lebenslauf gestalten kann. Deshalb lohnt sich der Einsatz von Vorlagen. Bei uns findest du einige professionell gestaltete Lebenslauf-Vorlagen, die du mit deinen Daten befüllen kannst. So sparst du Zeit und erzielst ein überzeugendes Ergebnis.

Auch das Bewerbungsanschreiben für ein duales Studium stellt viele Schulabgänger*innen vor Schwierigkeiten. Denn es ist gar nicht so einfach, das Interesse von Personalverantwortlichen zu wecken und die eigenen Argumente auf den Punkt zu bringen. Unsere Muster-Bewerbung für ein duales Studium kann bei der Orientierung helfen sowie Inspiration für die Formulierung und Gestaltung des Anschreibens liefern.

Doch Vorsicht: Kopiere die Musterformulierungen nicht unverändert. Erstens sollte jedes Bewerbungsanschreiben individuell auf die angestrebte Stelle zugeschnitten sein – und das funktioniert nur mit deinen eigenen Worten. Zweitens erkennen Personaler*innen die üblichen Vorlagen aus dem Internet sofort. Wer beim Bewerbungsanschreiben pfuscht, stellt sich selbst ein Bein.

Wo und wie bewirbt man sich für ein duales Studium?

Ein duales Studium ist nur durch die Kooperation eines Arbeitgebers und einer Bildungseinrichtung möglich. Welcher der beiden Ausbildungspartner zuerst angesprochen wird und daher die Bewerbung entgegennimmt, hängt von der Art des dualen Studiums und seiner Zielsetzung ab.

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Bewerbung für ein duales Studium so früh wie möglich in Angriff zu nehmen. Denn die Anmeldung zum Studium ist mit zeitaufwendigen Formalitäten verbunden. Außerdem starten die Semester der meisten Studiengänge nur zu festgelegten Terminen im Frühjahr und im Herbst. Und auch das vorangehende Bewerbungsverfahren nimmt einige Zeit in Anspruch. Wer bestimmte Bewerbungsfristen verschläft, hat kaum Chancen auf einen Studienplatz und muss eventuell ein Jahr auf die nächste Möglichkeit warten.

Interessierst du dich für ein duales Studium, dann solltest du idealerweise schon ein Jahr vor Studienbeginn die ersten Schritte unternehmen. Unterschätze nicht den Aufwand, der mit der Bewerbung für ein duales Studium verbunden ist.

Bewerbung beim Arbeitgeber

Üblicherweise läuft die Bewerbung für ein duales Studium über den zukünftigen Arbeitgeber, der eine entsprechende Stelle ausschreibt. Du suchst dir dein Wunschunternehmen also selbst aus. Konntest du das Unternehmen von deinen Qualitäten überzeugen, winkt je nach Art des dualen Studiums die Unterzeichnung eines Ausbildungsvertrags, Praktikumsvertrags oder einer ähnlichen Vereinbarung. Bei der Wahl der Universität oder Bildungseinrichtung bist du anschließend jedoch weniger frei: Der Arbeitgeber kooperiert mit bestimmten (Fach-)Hochschulen oder Berufsakademien – nur dort kannst du studieren. Was du mit dem Arbeitgeber aushandelst, kann natürlich im Einzelfall abweichen.

Arbeitgeber möchten mit dem dualen Studium Fach- und Führungskräfte gewinnen. Welche Inhalte und Tätigkeiten während der Ausbildung im Mittelpunkt stehen, ist meist schon vorab klar – schließlich will das Unternehmen dich optimal auf deine zukünftigen Aufgaben vorbereiten. Ein solches duales Studium bietet dir inhaltlich also weniger Freiheiten, legt aber den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere bei diesem Arbeitgeber und in der gesamten Branche.

Bewerbung bei der Hochschule/Berufsakademie

Dass eine Bewerbung für ein duales Studium über eine (Fach-)Hochschule oder Berufsakademie läuft, ist selten. In diesem Fall musst du dich beim dortigen Aufnahmeverfahren durchsetzen, um einen Studienplatz an deiner Wunsch-Uni zu ergattern. Bei welchem Arbeitgeber du den praktischen Teil deines Studiums absolvieren kannst, hängt allerdings davon ab, mit welchen Partnerunternehmen die Bildungseinrichtung kooperiert. Gegenüber der gängigen Variante ist der Spieß hier also umgedreht: freie Wahl der Uni und des Studiengangs, ja – freie Wahl des Arbeitgebers, nein.

Bei diesem Modell des dualen Studiums liegt der Fokus auf den Fähigkeiten und Erfahrungen, die die Bildungseinrichtung vermitteln möchte. Der Arbeitgeber hat weniger Einfluss, die Bindung zu ihm ist lockerer. Wenn du dir ganz bestimmte Skills aneignen und flexibler bleiben willst, kann diese Variante vorteilhaft sein.

Bewerbungsverfahren vor dem dualen Studium

Das duale Studium wird bei Schulabgängern und -abgängerinnen immer beliebter. Die Zahl entsprechender Stellenangebote bleibt jedoch weiterhin begrenzt. Die Folge: Wer einen der begehrten Studienplätze ergattern will, muss im Bewerbungsprozess mit großer Konkurrenz rechnen.

Was du vor deiner Bewerbung bedenken solltest:

Mittlere und größere Unternehmen erhalten eine enorme Menge an Bewerbungen. Deshalb müssen die Personalabteilungen die Auswahl Schritt für Schritt eingrenzen – dabei zählen vor allem die harten Fakten. Wenn du ein duales Studium in einem renommierten Unternehmen anstrebst, solltest du also gute Noten mitbringen. Sonst fällst du schnell durchs Raster.
In kleineren Unternehmen kannst du generell leichter auf persönlicher Ebene überzeugen. Das gilt auch bei einer Bewerbung für ein duales Studium. Wenn du für eine bestimmte Branche oder bestimmte Produkte brennst und das glaubhaft darstellen kannst, hast du hier auch mit durchschnittlichen Noten Chancen.
Die Beschäftigung von dual Studierenden kostet den Arbeitgeber viel Geld und Zeit. Er will bei der Auswahl Fehler vermeiden. Deshalb ist das Bewerbungsverfahren für ein duales Studium häufig in mehrere Etappen gegliedert: Du musst zum Beispiel mit Online-Tests, Telefoninterviews und einem abschließenden Assessment-Center rechnen.
Viele Unternehmen organisieren das Bewerbungsverfahren für ein duales Studium über ein internes Online-Karriereportal. Stelle sicher, dass du alle wichtigen Dokumente, Zeugnisse und Nachweise digital vorliegen hast (idealerweise im PDF-Format) und diese bei Bedarf auch einzeln hochladen kannst.

Bewerbung schreiben für ein duales Studium

Das duale Studium erfordert bestimmte Fähigkeiten und Charaktereigenschaften. Sorgfalt und Zuverlässigkeit sind dabei Grundvoraussetzungen. Deine Bewerbungsunterlagen dürfen keinen Zweifel daran lassen, dass du diese mitbringst. Da du die Bewerbung für ein duales Studium in der Regel an den Arbeitgeber richtest, sollten deine Unterlagen in dieser Reihenfolge zusammengesetzt sein:

Anschreiben
Deckblatt (optional)
Lebenslauf
Anlagen

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung, die meisten Personaler*innen lesen ihn zuerst – und nicht das Anschreiben. Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt, welche Zusatzqualifikationen bringst du mit? Hier betreibst du mit harten Fakten Eigenwerbung und unterstreicht deine Eignung für das duale Studium und die spezifischen Aufgaben.

Doch Vorsicht: Mehr ist nicht automatisch besser. Schneide deine Angaben immer individuell auf die jeweilige Stellenanzeige zu – eine Universallösung für jeden Zweck gibt es nicht.

Personalbeauftragte schätzen prägnante Lebensläufe, die auf das Wesentliche reduziert sind. Fülle deinen Lebenslauf nicht mit Informationen und Fähigkeiten, die für den Arbeitgeber und die zu besetzende Position keinen Mehrwert bieten. Ordne deine Angaben antichronologisch.

Bei einer Bewerbung für ein duales Studium spielt die bisherige Berufserfahrung eine untergeordnete Rolle. Schließlich stehst du noch ganz am Anfang deiner Karriere. Du musst also mit schulischer Leistung und außerschulischem Engagement überzeugen:

  • Bewirbst du dich z. B. für ein duales Studium im Ingenieursbereich, kannst du mit guten Noten in Mathe und Physik punkten.
  • Durch die Teilnahme an Schulprojekten oder AGs mit passendem thematischen Schwerpunkt hebst du dich von der Konkurrenz ab.
  • Passen deine Hobbys inhaltlich zum dualen Studium, unterstreicht das deine Eignung.
  • Freizeitaktivitäten betonen zudem deine Soft Skills: Mannschaftssport spricht für Teamfähigkeit, das Beherrschen eines Instruments für Konzentrations- und Durchhaltevermögen.

Bewerbungsfoto

Obwohl Arbeitgeber laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bei Bewerbungen kein Bewerbungsfoto verlangen dürfen, ist das freiwillig eingefügte Bewerbungsbild in Deutschland weiterhin wichtig. Ein professionelles Foto mit einem sympathischen Lächeln kann bei der Entscheidung für oder gegen eine bewerbende Person das Zünglein an der Waage sein. Gerade große Unternehmen und Konzerne setzen jedoch zunehmend auf standardisierte Onlinebewerbungen. Ein Foto-Upload ist auf solchen Plattformen oft gar nicht mehr möglich.

Das Bewerbungsanschreiben

Im Anschreiben (auch Bewerbungsschreiben oder Bewerbungsanschreiben) ist Platz für Argumente, die nicht schon aus dem Lebenslauf hervorgehen. Hier bringst du deine Motivation auf den Punkt – warum brennst du für genau diesen Arbeitgeber und genau diesen Job? Mache greifbar, warum du charakterlich für die Stelle geeignet bist, was für ein Mensch sich hinter den Fakten der Bewerbung verbirgt.

Das duale Studium verlangt den Studierenden außerdem einiges ab. Verdeutliche im Anschreiben, dass du diesen Anforderungen gewachsen bist:

Momentan besuche ich die 12. Klasse des Gymnasiums und eigne mir die theoretischen Grundlagen an: Mathe und Physik zählen zu meinen Leistungsfächern. Das Abitur werde ich im nächsten Jahr voraussichtlich mit einer guten bis sehr guten Durchschnittsnote abschließen.

Das duale Studium erlaubt es mir, meine theoretischen Kenntnisse akademisch auszubauen und gleichzeitig essenzielle Berufspraxis zu sammeln. Mir ist bewusst, dass sich die Doppelbelastung nur mit Fleiß und Durchhaltevermögen stemmen lässt – aber ich begreife sie als außergewöhnliche Chance, um meine Fähigkeiten in dieser Branche einbringen und kontinuierlich verbessern zu können.

Das Bewerbungsschreiben soll auf authentische Weise Interesse wecken und den guten Eindruck des Lebenslaufs abrunden. Vermeide deshalb unbedingt abgenutzte Floskeln und Standardformulierungen – kein “hiermit bewerbe ich mich”, kein “mit Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen”. Personaler*innen möchten dich und deine Argumente kennenlernen. Lieblos aneinandergereihte Phrasen erzeugen den Eindruck, die Bewerbung sei dir nicht sonderlich wichtig. Beachte zudem formale Vorgaben und recherchiere für die Anrede die richtige Ansprechperson.

Bewerbungsanschreiben und Motivationsschreiben sind übrigens nicht dasselbe. Ein Motivationsschreiben ist mit zwei bis drei Seiten umfangreicher als ein Anschreiben und behandelt die persönlichen Beweggründe einer Entscheidung in ausführlicher Form. Berufliche oder fachliche Qualifikationen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Du solltest deiner Bewerbung nur dann ein Motivationsschreiben beifügen, wenn in der Stellenanzeige explizit danach verlangt wird.

Das Deckblatt

Das Deckblatt ist ein optionaler Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. In der Regel wird das Deckblatt genutzt, um die persönlichen Angaben und das Bewerbungsfoto auf eine separate Seite auszulagern. Du solltest dir aber gut überlegen, ob du ein Deckblatt anlegst, denn das hat klare Vor- und Nachteile:

Mehr Platz im Lebenslauf: Landen die persönlichen Informationen und das Bewerbungsbild auf dem Deckblatt, bleibt im Lebenslauf mehr Raum für Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten. Das ist aber nur ein Vorteil, wenn die zusätzlichen Angaben für die Stelle relevant sind.
Sympathischer erster Eindruck: Ein professionell aufgenommenes Bewerbungsfoto und ein gewinnendes Lächeln bleiben im Gedächtnis. Das kann Türen öffnen.
Bessere Optik, mehr Übersicht: Personaler*innen mögen ansprechend und übersichtlich gestaltete Bewerbungsunterlagen. Eine gute Optik rückt die zentralen Informationen in den Mittelpunkt und erleichtert die Durchsicht der Unterlagen – das spart Zeit.
Künstlich aufgebläht: Wenn dein Lebenslauf eigentlich genügend Raum für alle wichtigen Angaben bietet, du aber dennoch auf ein Deckblatt setzt, kann das Fragezeichen aufwerfen. Setzt diese*r Bewerbende mehr auf Schein als auf Sein?
Selbstverliebt: Einige Personalbeauftragte empfinden ein prominent platziertes Bewerbungsbild als überheblich und selbstverliebt, andere werten es als ein Zeichen von Selbstvertrauen. Du weißt allerdings nie, bei welchem der beiden Typen deine Bewerbung landet – das ist ein Risiko.
Umfangreichere Unterlagen: Personaler*innen müssen zig Bewerbungen sichten, für einzelne Mappen bleibt oft wenig Zeit. Je mehr Seiten deine Bewerbungsunterlagen umfassen, desto schwieriger sind sie zu überblicken. Das kann für Personalverantwortliche zusätzliche Arbeit bedeuten.

Die Anlagen

Die Anlagen einer Bewerbung sind dazu da, die Glaubwürdigkeit der Bewerbung zu untermauern und Belege für die gemachten Angaben zu liefern.

Die wichtigste Anlage der Bewerbung für ein duales Studium ist ohne Zweifel das Abschlusszeugnis aus der Schule. Wenn du außerdem an freiwilligen Schulprojekten teilgenommen, eine Sommer-Uni besucht oder dich ehrenamtlich engagiert hast, wertet dies deine Bewerbung auf.

In den Anlagen der Bewerbung ist außerdem Platz für Arbeitszeugnisse, Fremdsprachen-Zertifikate oder Nachweise über Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen. Wer sich für ein duales Studium bewirbt, ist in aller Regel Berufsanfänger*in und kann mit Dokumenten dieser Art nicht aufwarten. Im Laufe eines Berufslebens können sich jedoch so einige Bescheinigungen und Belege ansammeln.

Deshalb gilt auch hier: Füge immer nur solche Nachweise hinzu, die für die angestrebte Stelle relevant sind. Dein Grundschulzeugnis sagt zum Beispiel wenig über dich und deine Eignung aus. Es hat in der Bewerbung für ein duales Studium nichts verloren.

Duales Studium: Diese Qualifikationen, Fähigkeiten und Eigenschaften solltest du mitbringen

Wer ein duales Studium aufnehmen will, muss eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllen. Fehlen beide Qualifikationen, ist eine Immatrikulation an einer (Fach-)Hochschule nicht möglich.

  • (Fach-)Hochschulreife: Die allgemeine Hochschulreife wird mit dem Abitur erworben und berechtigt dich zum Studium an jeder Universität oder gleichgestellten Hochschule. Die Fachhochschulreife wird mit dem Fachabitur erworben und berechtigt dich zum Studium an einer Fachhochschule.
  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder Meisterbrief: Je nach Arbeitgeber und kooperierender Bildungseinrichtung kann ein duales Studium auch ohne Abitur möglich sein. Die Bedingungen können sich im Einzelfall unterscheiden, oft gelten fachliche Beschränkungen. Wer keinen Meisterbrief hat, muss in der Regel zusätzlich zur abgeschlossenen Berufsausbildung einige Jahre Berufserfahrung im erlernten Beruf mitbringen.

Weil die Konkurrenz beim dualen Studium groß ist, sollte die Durchschnittsnote deines Abschlusszeugnisses überdurchschnittlich gut ausfallen.

Idealerweise kannst du mit deinen Leistungen in den Fächern, die für die angestrebte Stelle von Bedeutung sind, besonders überzeugen: Bei einem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt solltest du zum Beispiel in Mathe fit sein, angehende Ingenieure und Ingenieurinnen punkten mit Physik und International Business funktioniert nicht ohne Englisch.

Mindestens genauso wichtig wie die fachlichen Voraussetzungen sind allerdings deine persönlichen, charakterlichen Stärken. Diese Eigenschaften erleichtern dir das duale Studium:

Belastbarkeit: Die Doppelbelastung aus Job und Studium verlangt dir volle Leistung ab, kostet viel Zeit und kann an den Nerven zehren. Diesen Anforderungen musst du zwei, drei Jahre lang standhalten.
Willenskraft: Ein herkömmliches Studium bietet oft Freiräume – ein duales Studium kaum. Während andere Studierende das Studentenleben genießen, musst du arbeiten oder pauken. Eine gewisse Portion Ehrgeiz hilft also.
Mobilität und Flexibilität: Arbeitsort und Studienort müssen nicht identisch sein. Es ist denkbar, dass du regelmäßig zwischen zwei Orten pendelst – auch am Wochenende.
Eigenverantwortung: Das duale Studium ist zwar straffer organisiert als ein normales Studium. Du bist trotzdem selbst dafür verantwortlich, dass es an den Prüfungstagen läuft.

Gehalt während des dualen Studiums

Während des dualen Studiums kann man sich von Beginn an über Gehalt freuen. Bei genauerer Betrachtung kann dieser Vorteil jedoch schnell an Glanz verlieren. Denn in der Regel erhalten dual Studierende nur eine Ausbildungsvergütung, kein “volles” Gehalt.

  • Je nach Unternehmen, Branche und Standort kann die Vergütung bis zu 1.800 Euro brutto monatlich betragen.
  • Aber auch Beträge von nur 700, 800 oder 900 Euro sind nicht unüblich.

Wer mit diesen Mitteln eine Unterkunft in München finanzieren muss, erreicht schnell sein Limit. Und anders als bei “normalen” Studenten und Studentinnen bleibt im Rahmen des dualen Studiums kaum Zeit für einen Nebenjob. Auch ein Anspruch auf BAföG besteht selten, weshalb dual Studierende häufig auf andere Studienkredite beziehungsweise Bildungskredite zurückgreifen.

In der Regel übernimmt der Arbeitgeber jedoch die Kosten für die Studiengebühren und Semesterbeiträge, was für Entlastung sorgt. Zum Teil werden auch Laptops und Lehrbücher bereitgestellt oder Reisekosten übernommen. Einen rechtlichen Anspruch hast du darauf jedoch nicht.

Ein duales Studium kann schon während der Ausbildungszeit finanziell attraktiv sein – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Informiere dich möglichst vorab über die Konditionen und bedenke, welche laufenden Kosten neu auf dich zukommen.

Gehalt nach dem dualen Studium

Wenn du ein duales Studiums abgeschlossen hast, darfst du im Regelfall mit einem höheren Einstiegsgehalt rechnen als Absolventen und Absolventinnen eines herkömmlichen Studiums. Schließlich hast du nach dem Abschluss schon einige Jahre Berufserfahrung im Gepäck – das macht dich für Arbeitgeber attraktiver.

Das duale Studium ist deshalb ein perfekter Ausgangspunkt für ambitionierte junge Menschen, die Karriere machen möchten.

Wie hoch das Gehalt nach dem dualen Studium voraussichtlich ausfällt, lässt sich allerdings nicht auf den Punkt bringen. Dafür sind die Unterschiede zwischen den Branchen und Standorten zu groß. Tendenzen sind jedoch eindeutig:

  • Ein duales Studium mit Bezug zum Ingenieurswesen oder zur Informationstechnik beschert überdurchschnittliche Gehälter. Auch Abschlüsse mit Schwerpunkt in der Betriebswirtschaftslehre sind lukrativ.
  • In den Bereichen Medien, Kommunikation, Pädagogik, Gesundheit oder soziale Arbeit fallen die Verdienstmöglichkeiten nach dem dualen Studium dagegen vergleichsweise geringer aus.

Hinzukommt, dass Absolventen und Absolventinnen eines dualen Studiums häufig übernommen werden. Das gibt Planungssicherheit und beugt Lücken im Lebenslauf vor.

Weiterbildung nach dem dualen Studium

Das duale Studium endet in der Regel mit dem Erwerb des Bachelor-Abschlusses. Wer zusätzlich den Master absolvieren möchte, kann das in Ansprache mit dem Arbeitgeber berufsbegleitend tun oder sich für einen herkömmlichen Studiengang immatrikulieren. Abseits eines weiterführenden Studiums können auch Zusatzqualifikationen das eigene Profil abrunden – sei es in Form einer fachlichen Weiterbildung oder eines allgemeinen Management-Seminars.

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