Schreibtisch auf dem Bewerbungsunterlage liegen

Das Anschreiben ist die Eintrittskarte in die Berufswelt.

Bewerbung - Anschreiben für einen Job

Du bist auf der Suche nach einer neuen Stelle und hast endlich das passende Angebot gefunden? Herzlichen Glückwunsch, die erste Hürde auf dem Weg zu deinem nächsten Job ist bereits genommen. Das Anschreiben ist davon ein essenzieller Bestandteil. Mit unseren Tipps überzeugst du sofort!

Warum ist das Anschreiben so wichtig?

In vielen Unternehmen entscheidet das Anschreiben darüber, ob der Personalverantwortliche sich deine weiteren Unterlagen überhaupt anschaut. Es zeigt, welche Motivation du hast, in diesem Unternehmen tätig zu werden. Erfahrene Personaler können anhand dieser einen Seite die folgenden Kriterien einschätzen:

  • Deinen schriftlichen Ausdruck und deine Sprachkenntnisse
  • Die Sorgfalt, die du deiner Arbeit zukommen lässt
  • Inwiefern du dich mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt hast
  • Welche persönlichen und fachlichen Qualifikationen dich für diese Arbeit befähigen
  • Worin du dich von anderen Bewerbern abhebst

Der richtige Aufbau deines Bewerbungsschreibens

Das Anschreiben ist das erste, das der Personalentscheider von einer Bewerbung zu Gesicht bekommt. Dementsprechend wichtig ist der formal ansprechende Aufbau dieses Schriftstücks. Der gängige Aufbau sieht wie folgt aus:

  • In der Kopfzeile rechts: Ausstellungsort und -datum
  • Darunter die vollständige Adresse
  • Folgend die Adresse des künftigen Arbeitgebers und der Name des Ansprechpartners
  • Die Betreffzeile: Formulieren dein Anliegen klar. Beispielsweise wie folgt: "Bewerbung zum/zur Buchhalter/in"
  • Sprich den Personaler persönlich an
  • Der Inhalt. Mehr dazu findest du in diesem Artikel unter dem Punkt "Was soll ich in das Bewerbungsschreiben schreiben?"
  • Eine freundliche Bitte, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen
  • Die Grußformel
  • Unterschrift. Papierhafte Anschreiben signierst du handschriftlich. In Onlinebewerbungen und PDF-Dokumenten fügst du eine Kopie deiner Unterschrift ein.

Bewerbung nach DIN 5008

Das Bewerbungsschreiben nach DIN 5008 erhöht die Erfolgschancen deiner Bewerbung bei konservativen Arbeitgebern. Besonders Banken und Behörden sehen die Einhaltung der Layout-Vorgaben gerne. Die Norm DIN 5008 legt fest:

  • Die Seitenränder: oben 4,5 cm, links 2,5 cm, rechts 2 cm, unten 2,5
  • Die Empfängeradresse oben links reicht 11 cm in das Dokument. Nach unten sind es maximal 10 cm. Insgesamt ist das Adressfeld 4,5 cm hoch und 8,5 cm breit.
  • Die Absenderadresse liegt gegenüber der Empfängeradresse
  • Rechter Rand das Datum
  • Die Schriftgröße: 12 Punkt
  • Die Betreffzeile liegt 2 Zeilen unter dem Datum
  • Die Anrede liegt ebenfalls 2 Zeilen unter dem Betreff
  • Der Textinhalt folgt eine Zeile nach der Anrede
  • Eine Zeile nach dem Text: die Grußformel
  • 3 Zeilen Platz für die Unterschrift

Die DIN-Norm ist eine Empfehlung, aber kein Gesetz. In kreativen Berufen ist dieser Standard kaum gefragt.

Das gehört nicht zum Anschreiben

Auch wenn man den Regeln nach DIN 5008 nicht zwingend folgen muss, gelten unausgesprochene Regeln für den Aufbau eines Anschreibens. Es sollte auf eine ausgefallene Farbe, Hervorhebungen, Bilder und Fotos verzichtet werden. Zeig, dass du die Bewerbung ernst nimmst. Deine Kreativität und Schlagfertigkeit stellst du am besten im folgenden Vorstellungsgespräch unter Beweis.

Was soll ich in das Bewerbungsschreiben schreiben?

Das Anschreiben ist ein Motivationsschreiben. Hier hast du Gelegenheit deine Eignung und Willen auszudrücken. Betrachte das Schreiben als Werbung für deine Person. In der Praxis lesen Personaler gerne über deine Bindung zu dem Unternehmen und die fachliche Eignung. Wenn man aus diesen Eckdaten eine ansprechende Geschichte spinnt, sieht sich der künftiger Vorgesetzte die restlichen Unterlagen Lebenslauf mit Freude an.

Wer auffällt, gewinnt – so erzeugst du Spannung

Im Textteil hast du die Chance den Personaler zu unterhalten. Das sollte man auch dringend tun, um sich positiv aus der Bewerbermasse herauszuheben: Mittelgroße Arbeitgeber erhalten auf eine offene Stelle oftmals 100 Bewerbungen – große Konzerne bearbeiten noch umfangreichere Rückmeldungen. Diese Tipps helfen dir bei der Umsetzung:

  • Vermeide Standardformulierungen und Floskeln, z. B. "Hiermit bewerbe ich mich auf…"
  • Formuliere auf den Punkt. Vermeide Füllwörter und Selbstverständlichkeiten
  • Betone, welche Rolle das Unternehmen in deinem Leben spielt
  • Stelle ein oder zwei besondere Fähigkeiten heraus und auf welche Weise du besonders zu der ausgeschriebenen Stelle passt
  • Versetze dich in die Rolle des Personalentscheiders: Wie müsste die Person sein, die die Anforderungen an die Stelle perfekt erfüllt
  • Vermeide den Konjunktiv. Schreibe lieber: "Ich freue mich über Ihre baldige Rückmeldung." als "Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen."
  • Verfasse das Anschreiben, wenn du dich gut fühlst – Deine Stimmung überträgt sich auf deinen Stil

Ich muss mein Wunschgehalt angeben – was soll ich tun?

Die Bitte nach den Gehaltsvorstellungen sorgt oft für Bedenken. Löse die Herausforderung professionell: Informiere dich über die branchen- oder unternehmensübliche Entlohnung. Tarifgebundene Unternehmen veröffentlichen häufig eine Tabelle mit beispielhaften Gehältern für bestimmte Positionen. Auf dieser Basis legst du dein Wunschgehalt fest. Kalkuliere einen Verhandlungsspielraum ein – greife lieber etwas höher als zu tief.

Die Gehaltsvorstellung folgt im Aufbau nach dem Hauptteil und vor der Bitte um Rückmeldung. Viele Bewerber kombinieren dies mit dem nächstmöglichen Eintrittstermin.

Extratipps – so liest der Personaler deine Bewerbung garantiert

Das Bewerbungsverfahren ist an sich oberflächlich. Bevor man das Bewerbungsschreiben aufsetzt, empfiehlt sich ein Besuch auf der Homepage des Wunscharbeitgebers. Hier finden sich Informationen zu aktuellen Aktionen und Entwicklungen. Auf diese sollte man im Anschreiben Bezug nehmen – so hinterlässt man einen überaus positiven Eindruck. Gute Erfahrungen und Erlebnisse sind ebenfalls, sofern vorhanden, ein geeigneter Einstieg.

Wie gehe ich mit Brüchen und Problemen im Lebenslauf um?

Kein Mensch ist perfekt. Ebenso wenige Lebensläufe sind vollkommen frei von Brüchen oder negativen Aspekten. Womöglich möchtest du in deinem Anschreiben diese Punkte ansprechen und erklären. Darauf sollte man jedoch unbedingt verzichten. Zu leicht wird Offenheit mit einem geringen Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Des Weiteren besteht die Gefahr, unnötigerweise den Fokus auf Negatives zu lenken. Dir muss immer bewusst sein, dass du nur diese eine Seite hast um deine Eignung und Persönlichkeit darzustellen – nutz diese Chance!