Das Wichtigste auf einen Blick:

Mechatroniker beschäftigen sich mit komplexen Systemen, die aus elektronischen und mechanischen Bausteinen bestehen.
Neben handwerklichem Geschick ist auch Können im Umgang mit Computersoftware gefragt.
Die duale Ausbildung ist mit einer Dauer von 3,5 Jahren länger als herkömmliche Ausbildungen.
Als Mechatroniker kannst du dich auf verschiedene Schwerpunkte spezialisieren: Sei es eine bestimmte Branche wie die Lebensmittelindustrie oder eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

Mechatroniker verbinden mechanische und elektronische Bausteine zu einem komplexen System. Aus diesem Grund müssen sie sowohl Handgeschick als auch logisches Denken mitbringen. Welche Fähigkeiten du als Mechatroniker brauchst, wie dein Arbeitsalltag aussieht und welche Voraussetzungen du für die Ausbildung erfüllen musst, erfährst du hier.

Table Of Contents

Bewerbungsunterlagen

Wenn du dich als Mechatroniker oder Mechatronikerin bewerben möchtest, musst du dies in der Regel über den klassischen Weg machen und eine Bewerbung schreiben. Wir geben dir einen kurzen Überblick, welche Unterlagen du brauchst und worauf du bei deiner Bewerbung als Mechatroniker achten musst.

In der Regel sollte deine Bewerbung folgende Dokumente enthalten:

Bewerbungsschreiben
Deckblatt
Lebenslauf
Anlagen

Bewerbungsschreiben als Mechatroniker

Das Anschreiben stellt für die meisten Bewerber eine große Hürde dar und es sollte mehr bieten als eine Nacherzählung des Lebenslaufs. Denn hier hast du die Chance, dich persönlich vorzustellen, deine Motivation für den Beruf hervorzuheben und deine Kenntnisse mit Beispielen zu belegen. Behaupte nicht einfach, dass du analytisch denken kannst, sondern zeige Anhand von einem Beispiel, wie du Arbeitsprozesse optimieren konntest. Je spezifischer, umso besser.

Lebenslauf Mechatroniker

Der Lebenslauf enthält nicht nur deine persönlichen Daten, sondern auch deinen beruflichen und schulischen Werdegang. Auch Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Hobbys solltest du auflisten – diese unterstreichen am besten deine Qualifikation für den Beruf als Mechatroniker. Vielleicht beschäftigst du dich in deiner Freizeit mit Elektrotechnik und baust kleine Roboter. Solche aktiven Hobbys machen immer einen guten Eindruck im Lebenslauf.

Du solltest deine Daten im Lebenslauf immer antichronologisch auflisten. Beginne also mit deiner aktuellsten beruflichen Station. Solltest du noch keine Berufserfahrung vorweisen können, beginnst du einfach mit deinem höchsten Bildungsabschluss.

Bewerbungsvorlagen als Mechatroniker

Damit dir die Erstellung deiner Bewerbung als Mechatroniker etwas leichter fällt, haben wir für dich verschiedene Vorlagen für deinen Lebenslauf zusammengestellt. Ein seriöses und schlichtes Design ist für diesen Beruf besonders geeignet. Achte jedoch darauf, die Platzhalter mit deinen eigenen Daten auszufüllen.

Du solltest auch dein Anschreiben immer selbst verfassen und es auf die spezifische Stelle zuschneiden. Dennoch schadet es nicht, bei der Orientierung ein Muster zu nutzen – insbesondere dann, wenn du Schwierigkeiten hast, die passenden Formulierungen zu finden.

Wir haben für dich eine Vorlage für ein Bewerbungsanschreiben als Mechatroniker bereitgestellt. Bedenke jedoch, dass du es auf keinen Fall einfach kopieren solltest – Personaler kennen die herkömmlichen Formulierungen und werden dich mit einer lieblos erstellten Bewerbung eher nicht zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Nutze das Muster als Beispiel, um dein eigenes Anschreiben zu formulieren und deine eigenen Argumente zu betonen.

Aufgaben eines Mechatronikers

Als Mechatroniker/Mechatronikerin beschäftigst du dich mit komplexen Maschinen und Anlagen, die aus mechanischen und elektronischen Bausteinen bestehen. Im Grunde bedeutet das, dass ein mechanisches System mit Hilfe von Computersoftware gesteuert wird. Solche Geräte lassen sich in jedem Haushalt finden, zum Beispiel in einer programmierbaren Waschmaschine, aber auch in der Industrie in Form von großen Anlagen und Produktionslaufbändern.

Mechatroniker entwickeln, bauen und warten diese Maschinen. Dafür müssen sie komplexe Systeme nicht nur verstehen, sondern diese auch aufbauen und vernetzen können. Als Mechatroniker nimmst du solche Anlagen in Betrieb und testest mit verschiedenen Messgeräten, ob alles wie gewünscht funktioniert. Läuft mal etwas nicht wie geplant, gehören natürlich auch die Fehleranalyse und die Reparatur zum Arbeitsalltag. Eine regelmäßige Wartung zählt außerdem zu den regelmäßigen Aufgaben des Mechatronikers.

Da Mechatroniker die Anlagen und Maschinen häufig nicht selbst bedienen, gehört auch die Unterweisung über die richtige Bedienung des Systems zu ihren Aufgaben.

Hier findest du einen Überblick über anfallende Aufgaben:

Bauteile herstellen und mechatronische Systeme installieren, dazu gehört die Arbeit mit Metall und Kunststoff sowie elektronischen Bausteilen, Kabelverbindungen und Sensoren
mechanische, hydraulische, elektronische, pneumatische und informationstechnische Komponenten zusammenbauen und vernetzen
Software installieren, Netzwerke erstellen und prüfen
Mess- und Steuergeräte programmieren
Abläufe überprüfen und justieren
Schutzmaßnahmen einrichten und überprüfen
Bedieneinrichtung montieren und den Kunden unterweisen
Wartung
Fehlersuche und Behebung
Verschleißteile austauschen
Anlagen umrüsten und erweitern

Mechatroniker: Fähigkeiten, die du besitzen solltest

Der Beruf des Mechatronikers ist sehr vielfältig und aus diesem Grund musst du auch verschiedene Fähigkeiten vorweisen können.

technisches Verständnis, um das Zusammenspiel von mechanischen und elektronischen Teilen zu verstehen
rechnerische Fähigkeiten, um Systeme korrekt zu bauen und zu vernetzen
Planungs- und Organisationstalent z. B. für die Planung der Wartung und die Bestellung von Ersatzteilen
eine gute Hand-Auge-Koordination sowie Geschick mit den Händen, Fingerspitzengefühl und Kraft
soziale Kompetenz für den Umgang mit Kunden

Berufsalltag als Mechatroniker

Als Mechatroniker arbeitest du häufig im Schichtdienst. Übliche Arbeitszeiten, etwa von 7 bis 16 Uhr, sind zwar auch für Mechatroniker denkbar, aber nicht die Regel. Stattdessen sind je nach Betrieb Spät- und Nachtschichten keine Seltenheit. Auch Wochenendarbeit und Bereitschaftsdienst sind nicht ungewöhnlich in diesem Job.

Mechatroniker arbeiten häufig in Werkstätten oder Werkhallen oder vor Ort bei Kunden. Sie müssen Schutzkleidung tragen, um sicher mit Maschinen arbeiten zu können. Dazu zählen ein Helm, Handschuhe, eine Schutzbrille, der Gehörschutz und Sicherheitsschuhe. Mechatroniker arbeiten zwar mit Software, ein Bürojob ist es jedoch nicht – du bist viel auf den Beinen, musst Handgeschick beweisen und auch schwer heben.

Branchen

Mechatroniker werden in den verschiedensten Branchen gebraucht, denn sie sind überall da zu finden, wo es Maschinenbau und Automatisierungstechniken gibt. Auch im Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrtfahrzeugbau sowie in der Medizintechnik werden sie gebraucht. Ein typischer Arbeitgeber für Mechatroniker ist etwa die Deutsche Bahn, aber auch bei der Bundeswehr werden ihre Kenntnisse benötigt.

Mechatroniker arbeiten in der Herstellung von

Maschinen und Anlagen in industriellen Prozesssteuerungseinrichtungen,
Haushaltsgeräten,
Maschinen für bestimmte Wirtschaftszweige wie der Lebemsmittel- oder Chemieindustrie,
elektrischen Mess-, Kontroll- und Navigationsinstrumenten,
elektrischen Anlagen wie Elektromotoren oder Transformatoren,
medizinischer Technik und
Schienenfahrzeugen.

Ausbildung zum Mechatroniker

Die Ausbildung zum Mechatroniker ist mit 3,5 Jahren ein bisschen länger als andere Ausbildungsberufe. Sie findet jedoch ebenfalls dual in einem Ausbildungsbetrieb und in einer Berufsschule statt.

Ablauf

Im ersten Ausbildungsjahr lernen angehende Mechatroniker in ihrem Betrieb, wie sie Arbeitsabläufe planen und kontrollieren sowie analysieren. Auch die Arbeit mit verschiedenen Materialien, die sie bearbeiten und umformen müssen, lernen sie im Betrieb. In der Berufsschule werden ihnen die Funktionszusammenhänge von mechatronischen Systemen vermittelt sowie die Grundlagen zu elektrischen Komponenten und verschiedenen Datenverarbeitungssystemen.

Im zweiten Ausbildungsjahr erlernen Mechatroniker im Betrieb die Installation und Programmierung von Hard- und Softwarekomponenten sowie den Umgang mit komplexeren mechatronischen Systemen. Auch das Montieren und Sichern gehört zu den Lerninhalten. In der Berufsschule ist hingegen das Designen und Umsetzen von mechatronischen Systemen Thema. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der Abschlussprüfung statt.

Die letzten 1,5 Jahren der Ausbildung zum Mechatroniker behandeln vor allem das Qualitätsmanagement sowie die Pflege der Maschinen. In der Berufsschule lernen sie mehr über die Fehlersuche, die Instandsetzung und Wartung von komplexen mechatronischen Systemen. Auch die richtige Übergabe an den Kunden ist ein Schwerpunkt. Es folgt der zweite und letzte Teil der Abschlussprüfung.

Je nach Ausbildung können noch verschiedene Bereiche hinzukommen. So gibt es zum Beispiel eine eigene Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zum Mechatroniker für Kältetechnik.

Schulische Voraussetzungen

Rechtlich gesehen musst du keine bestimmten Voraussetzungen erfüllen, um die Ausbildung als Mechatroniker/Mechatronikerin beginnen zu dürfen. In der Praxis werden jedoch überwiegend Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt.

Laut Arbeitsagentur hatten 2019 rund 56 Prozent der Azubis, die eingestellt wurden, den mittleren Bildungsabschluss. Nur 5 Prozent verfügten über den Hauptschulabschluss und 37 Prozent hatten die Hochschulreife.

Für die Ausbildung zum Mechatroniker sind außerdem Kenntnisse und Fähigkeiten in den folgenden Fächern hilfreich:

Mathematik
Informatik
Physik
Werken/Technik

Ausbildungsvergütung

Während deiner Ausbildung zum Mechatroniker bekommst du von deinem Ausbildungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung bezahlt. Sollte ein Tarifvertrag bestehen, wirst du als Azubi auch nach diesem bezahlt. Seit Beginn 2020 gibt es außerdem eine Mindestausbildungsvergütung, die nicht unterschritten werden darf.

Dennoch unterscheidet sich die Ausbildungsvergütung innerhalb der Branche, den einzelnen Betrieben und den Bundesländern. Deutlich wird vor allem ein Unterschied zwischen Azubis im Handwerk und der Industrie. Laut der Agentur für Arbeit sieht der Durchschnitt für Mechatroniker in der Ausbildung wie folgt aus.

 Ausbildungsvergütung im HandwerkAusbildungsvergütung in der Industrie
Erstes Ausbildungsjahr650–810 €976–1.047 €
Zweites Ausbildungsjahr710–860 €1.029–1.102 €
Drittes Ausbildungsjahr720–960 €1.102–1.199 €
Viertes Ausbildungsjahr820–1.060 €1.141–1.264 €
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Gehalt als Mechatroniker

Die Bundesagentur für Arbeit gibt für den Beruf des Mechatronikers einen Durchschnitt von 3.313 Euro brutto pro Monat an. Berufseinsteiger unter 25 Jahren verdienen im Durchschnitt bereits 3.124 Euro. Du kannst also in der Regel schon mit einem relativ hohen Einstiegsgehalt rechnen. Bei mehr Berufserfahrung und einem höheren Alter steigt das Gehalt auf durchschnittlich 3.392 Euro an.

Bei Mechatronikern lässt sich jedoch noch immer ein deutlicher Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen beobachten. Mechatronikerinnen verdienen im Durchschnitt 500 bis 750 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen.

Auch innerhalb der Bundesländer gibt es deutliche Differenzen: Während Mechatroniker in Baden-Württemberg durchschnittlich 3.819 Euro verdienen, bekommen sie in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 2.536 Euro.

Weiterbildungen

Als Mechatroniker hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich weiterzubilden und deine Qualifikation auszuweiten. So kannst du zum Beispiel deinen Meister machen und somit Industriemeister in Mechatronik oder Elektrotechnik werden. Eine kaufmännische Weiterbildung zum technischen Fachwirt und die Qualifikation zum Ausbilder stehen dir ebenfalls offen.

Neben zahlreichen Weiterbildungen hast du auch die Möglichkeit, dich mit einem Studiengang für eine bessere Position zu qualifizieren. So kannst du Mechatronik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurswesen oder Automatisierungstechnik studieren.

Ähnliche Berufe

Sollte das Berufsbild des Mechatronikers nicht ganz zu deinen Vorstellungen passen, gibt es noch einige ähnliche Berufe, die vielleicht eine Alternative darstellen. So kannst du zum Beispiel Elektroniker, Industrieelektroniker oder Industriemechaniker werden. Hier gibt es verschiedene Fachrichtungen wie Energie- und Gebäudetechnik, Antriebstechnik oder Hochvolttechnik. Wie bereits erwähnt gibt es auch Ausbildungen in eine bestimmte Fachrichtung innerhalb der Mechatronik – wie zum Beispiel der Kraftfahrzeugmechatroniker. Auch der Beruf als Roboterprogrammierer kann eine spannende Alternative sein.

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