Nach dem ersten Small Talk beginnen viele Vorstellungsgespräche mit der klassischen Aufforderung: „Erzählen Sie mir doch mal etwas über sich!“ Es gehört zur Vorbereitung auf ein Jobinterview, sich im Vorfeld eine prägnante Kurzvorstellung für das Vorstellungsgespräch zu überlegen.

Fehler bei der Kurzvorstellung im Vorstellungsgespräch

Wer aufgefordert wird, etwas über sich zu erzählen, macht im Vorstellungsgespräch oft den Fehler, zu ausführlich auf sein Privatleben einzugehen. Für die Selbstpräsentation stehen dir jedoch nur ein paar Minuten zur Verfügung und die solltest du nutzen, um klar zu zeigen, wer du bist, was du kannst und wohin du beruflich möchtest.

Der Personaler hat deine Bewerbungsmappe bereits ausführlich durchgesehen und hat kein Interesse daran, dass du chronologisch deinen Lebenslauf aufsagst. Da es zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch einfach dazu gehört, sich mit der eigenen Präsentation zu befassen, kommt es bei deinem Gegenüber nicht gut an, wenn du anfängst herumzustottern und keinen guten Einstieg findest.

So gelingt eine individuelle Kurzvorstellung im Vorstellungsgespräch

Überlege dir eine gute, interessante Einleitung. Floskeln und langweilige, weil bereits bekannte, Informationen gilt es zu vermeiden, um die volle Aufmerksamkeit des Personalers zu bekommen.

Ein Beispiel: Du möchtest die Filialleitung einer Supermarktkette übernehmen, warst die letzten zehn Jahre als Verkäuferin tätig, drei davon als stellvertretende Filialleiterin.

Weniger geeignete Kurzvorstellung

Ein eher ungünstiger Anfang deiner Kurzvorstellung wäre etwa:

„Mein Name ist Gabi Müller, ich habe drei erwachsene Kinder, bin geschieden, aber lebe mit einem lieben Partner, dem Herbert, zusammen. Nach meiner Lehre als Friseurin wollte ich etwas anderes machen und arbeitete dann zwei Jahre lang als Briefträgerin. Dann bin ich durch Zufall an einen Job als Kassiererin im Supermarkt gekommen.“

Aus deinem Privatleben gehören, wenn überhaupt, nur Fakten in die Kurzvorstellung, die für den angestrebten Job relevant sind. Aus deinem Lebenslauf geht dein beruflicher Werdegang bereits hervor. Also starte deine Selbstpräsentation an der Stelle, an der es für deinen Gesprächspartner interessant wird.

Besser geeignete Kurzvorstellung

Ein guter Einstieg in die Kurzvorstellung wäre stattdessen beispielsweise:

„Ich liebe meinen Beruf als Verkäuferin und konnte als stellvertretende Filialleiterin bereits zum Erfolg unserer Filiale beitragen. Jetzt möchte ich gerne noch mehr Verantwortung übernehmen, habe jedoch in absehbarer Zeit bei meinem derzeitigen Arbeitgeber keine Aufstiegschancen. Als ich sah, dass Sie eine neue Filialleitung suchen, war mir sofort klar, dass dies meine Chance ist.“

Es kommt bei jedem Personaler gut an, wenn ehrliche Begeisterung sichtbar oder spürbar ist. Bringe deshalb deine Motivation für genau diese Stelle, deine Ziele und persönlichen Motive mit in die Kurzvorstellung ein. Beim genannten Beispiel könnten das sein:

„Ich schätze den Kundenkontakt sowie die Zusammenarbeit im Team sehr und es gefällt mir, dass kein Tag wie der andere verläuft. Da meine Kinder schon aus dem Haus sind, arbeite ich sehr gerne auch am Wochenende und finde es toll, stattdessen mal unter der Woche freizuhaben. Ich mache sehr gerne Sport und das Fitnessstudio ist unter der Woche weniger überlaufen.“

Hier vermittelst du dem Personaler, dass du nicht nur einfach irgendeine Arbeit machen musst, um Geld zu verdienen, sondern Ziele vor Augen hast, motiviert bist, dich ständig weiterzuentwickeln, und dir bereits Gedanken über die vermeintlichen Nachteile der Anstellung – hier: die Arbeit am Wochenende – gemacht hast.

Mache dir Notizen

Schreibe dir deine Selbstpräsentation fürs Bewerbungsgespräch auf und feile daran, bis diese überzeugend ist. Nimm dir ausreichend Zeit dafür, es lohnt sich! Natürlich sollte deine Antwort nicht wie aus der Pistole geschossen und auswendig gelernt aufgesagt werden, sondern natürlich und authentisch wirken.

So nutzt du Schlagworte richtig

Du ahnst es sicher schon: Eine Kurzvorstellung muss immer zur ausgeschriebenen Stelle passen. Aus diesem Grund führt kein Weg daran vorbei, dass du dich jedes Mal aufs Neue mit der Kurzvorstellung befassen musst. Aber das ist nicht schwierig, sofern du das entsprechende Stelleninserat abgespeichert hast und es für eine optimale Vorbereitung nutzen kannst. Am besten streichst du die wichtigsten Anforderungen in der Stellenausschreibung mit einem Leuchtstift an und baust diese in deine Vorstellung ein. Das könnten je nach Job beispielsweise Sprachkenntnisse, die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten oder gute geografische Kenntnisse einer bestimmten Region sein.

Worauf es bei der Kurzvorstellung im Vorstellungsgespräch sonst noch ankommt

Es ist normal, dass ein Bewerber etwas nervös ist, sobald die Kurzvorstellung an die Reihe kommt. Das ist auch dem Gesprächspartner bewusst und wird nicht als Nachteil angesehen. Bleibe immer freundlich und halte Blickkontakt, ohne den Personaler jedoch anzustarren. Die Kurzvorstellung sollte lebendig vorgetragen werden und darf nicht auswendig gelernt oder quasi abgelesen wirken. Bleibe einfach authentisch und achte auf deine Körperhaltung und Körpersprache.

Deine Selbstpräsentation sollte kurz und knackig sein und nicht abrupt aufhören. Ein Abschluss könnte zum Beispiel sein: „Nun wünsche ich mir, bald eine neue Herausforderung annehmen zu können.“ Oder auf den potenziell neuen Arbeitgeber bezogen: „In den nächsten Jahren möchte ich an einem neuen Arbeitsplatz Fuß fassen, mich weiterentwickeln und bekomme dazu hoffentlich in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit.“

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