Mit jeder Bewerbung steigt die Hoffnung, bald zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Und bekommst du endlich eine Einladung, dann bist du ganz sicher schon mal in der engeren Wahl für die zu besetzende Stelle. Mit den Bewerbungsunterlagen hast du also alles richtig gemacht. Nun geht es um die Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch – und die beginnt schon mit dem ersten Telefongespräch.

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch

Heute ist es üblich, Telefonate mit dem Handy zu führen. Wenn du WhatsApp benutzt, solltest du zuerst einmal das Profilbild und die Info überprüfen. Weder politische Statements noch der Hinweis darauf, dass du null Bock auf gar nichts hast und lieber Party machst, sind hilfreich für die Stellensuche. Am besten wählst du ein neutrales Foto oder gar kein Bild und entscheidest dich für eine der bereits vorgegebenen Informationen.

Zudem ist es empfehlenswert, den vorhandenen Kontakten Klingeltöne zuzuordnen. Dann meldest du dich einfach bei einem allgemeinen Ton freundlich mit Vor- und Zunamen und bei Anrufen von Freunden und Familie wie gewohnt. Damit werden Verwechslungen ausgeschlossen und du machst von Anfang an einen guten Eindruck.

Denn Fakt ist: Personaler erleben so einiges, wenn sie überraschend einen Bewerber anrufen. Auch hier gilt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Informiere dich vorab umfassend über das Unternehmen

Ganz gleich, wie selbstbewusst und redegewandt du bist: Unvorbereitet zu einem Jobinterview zu erscheinen, wäre ein Fehler, den du womöglich bitter bereuen müsstest.

Damit die Vorbereitung klappt, findest du nachfolgend einige nützliche Tipps.

Natürlich hast du schon während der Bewerbung einiges über das Unternehmen in Erfahrung gebracht. Mitunter ist das aber einige Wochen her. Also heißt es: bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch nochmals ausführlich googeln und das Wissen auffrischen. Denn nichts wäre fataler, als keine Kenntnisse über den Wunscharbeitgeber zu haben oder diesen gar mit einer anderen Firma zu verwechseln.

Google, dein Freund und Helfer

Informiere dich

Personaler setzen heute voraus, dass sich Bewerber mindestens auf der Webseite des Unternehmens informiert haben – bestenfalls sogar darüber hinaus. Zeige also dem Personalverantwortlichen, dass du engagiert und interessiert bist. Natürlich ist es abhängig von Job und Position, wie intensiv du recherchieren musst.

Erstelle eine Fragenliste

Wir alle wissen, dass während eines Vorstellungsgespräches viele Fragen auf den Bewerber zukommen. Ein Gespräch sollte aber auf Augenhöhe geführt werden. Also nutze auch du die Gelegenheit, während der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch noch mehr über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle zu erfahren. In der Aufregung geht vieles unter, was dir womöglich erst auf dem Heimweg wieder einfällt. Also schreibe dir ruhig auf, was dich interessiert.

Nach dem Vorstellungsgespräch solltest du zumindest wissen:

  • Was erwartet dich in dem Job, auf den du dich beworben hast: Welche Aufgaben kommen auf dich zu, welche Kompetenzen werden verlangt? Gibt es eine Stellenbeschreibung?
  • Wie sieht dein Arbeitsplatz aus, arbeitest du allein oder zum Beispiel in einem Großraumbüro? Darfst du ihn dir kurz anschauen?
  • Zu welchen Zeiten solltest du am Arbeitsplatz sein, gibt es flexible Arbeitszeiten?
  • Wer ist der direkte Vorgesetzte, wie groß ist das Team?
  • Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen?
  • Was erwartet der Arbeitgeber von dir als Person?
  • Werden deine Lohnvorstellungen erfüllt?

Bereite dich auf Fragen vor

Je besser du dich auf mögliche Fragen, die der Personaler dir stellen könnte, vorbereitest, desto selbstsicherer wirst du darauf eingehen können. Vorbereiten heißt aber nicht, auf Verdacht eine Reihe von Antworten auswendig zu lernen, denn das würde bestimmt schiefgehen.

Du musst auf Standardfragen, Stressfragen sowie individuelle Fragen antworten können.

Das richtige Outfit fürs Vorstellungsgespräch

Egal wie gut gefüllt dein Kleiderschrank ist: Das Outfit solltest du nicht erst am Morgen zusammensuchen oder erst am Vorabend zurechtlegen. Probiere unbedingt die Garderobe und Schuhe rechtzeitig während der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch an, die du zum Bewerbungsgespräch anziehen möchtest. So kannst du, wenn nötig, noch ganz in Ruhe etwas dazukaufen. 

Womöglich hast du zwischenzeitlich auch zu- oder abgenommen und Anzug oder Bluse passen nicht mehr, die farblich auf den Rock abgestimmte Strumpfhose fehlt, das Hemd hat einen Knopf verloren oder die gute Jeans ist gerade in der Wäsche. Solche Komplikationen lassen sich vermeiden, wenn du dich früh genug um dein Outfit kümmerst.

Die Kleidung muss außerdem tadellos sauber sein. Zum einen fühlst du dich wohler, wenn du sie im Zuge der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch sorgfältig aussuchst, zum anderen drückst du damit deinem Gesprächspartner gegenüber Wertschätzung aus.

Bitte beachte folgende Punkte:

  • Was du anziehst, muss zum Job und zum Unternehmen passen.
  • Trage frisch gewaschene, moderne Kleidung.
  • Putze deine Schuhe. Sollten diese abgelaufen sein, ist es an der Zeit für ein neues Paar.
  • Trage keine bunten Socken, sondern stimme sie auf die Farbe der Schuhe ab.
  • Schaue dir die Teamfotos von der Firmenwebseite an oder laufe zur Mittagszeit mal an dem Unternehmen vorbei, um zu erfahren, was die Mitarbeiter tragen.
  • Kleide dich nicht zu freizügig.
  • Dezentes Make-up und unaufdringlicher Schmuck sind erlaubt.
  • Wähle eine einfarbige oder dezent gemusterte Krawatte.
  • Ein Hauch Parfüm ist okay, sofern es hochwertig und nicht aufdringlich ist.
  • Gönne dir eine Maniküre, denn gepflegte Hände hinterlassen einen guten Eindruck. Fingernägel müssen sauber sein, Frauen dürfen sie natürlich dezent lackieren – lange, auffällig gestylte Nägel sind allerdings weniger zu empfehlen.
  • Falls du schon längst mal wieder zum Friseur gehen solltest, ist es jetzt definitiv an der Zeit. Eine schlecht sitzende Frisur kann das schönste Outfit ruinieren.

Bloß nicht zu spät kommen!

Jedes Unternehmen wünscht sich zuverlässige, pünktliche Mitarbeiter. Welchen Eindruck würde es da machen, bereits beim Vorstellungsgespräch zu spät zu erscheinen? Es wird dir auch nichts nützen, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Stau die Schuld zu geben. Zwischen der Einladung zum Gespräch und dem Termin bleibt immer ausreichend Zeit, die Strecke schon einmal zu fahren, um ausreichend Zeit einzuplanen.

Nicht zu spät und nicht zu früh!

Übrigens ist nicht nur Zuspätkommen ein No-Go, auch deutlich zu früh einzutreffen, macht keinen guten Eindruck. Maximal fünf bis zehn Minuten vor der vereinbarten Zeit sind tolerierbar. Deine Organisationsfähigkeit und dein Zeitmanagement stehen schon hier auf dem Prüfstand – zeige mit einer vernünftigen Terminplanung, dass du diese Fähigkeiten mitbringst.

Was du zum Vorstellungsgespräch mitnehmen solltest

Neben der Einladung zum Gespräch, die normalerweise nach dem ersten telefonischen Kontakt nochmals schriftlich bestätigt wird, solltest du auch deine Bewerbungsunterlagen mitnehmen. So hast du eine Gedankenstütze, falls der Personaler Fragen zu deinem Lebenslauf stellt.

Auch wenn er einen Punkt aus deinem Arbeitszeugnis anspricht, kannst du schnell nachschauen und seinen Ausführungen besser folgen – das gibt zusätzliche Sicherheit.

Bitte stopfe die Kopien allerdings nicht einfach in deine Tasche. Beweise, dass du Stil hast, und besorge dir, sofern du noch keine hast, eine hochwertige Mappe, in der auch Notizblock, Kugelschreiber und die Liste mit deinen Fragen Platz finden.

Deine Körpersprache: Hole dir Feedback von Freunden

Jeder Mensch hat ein paar Angewohnheiten, die je nach Anlass als liebenswert oder nervig empfunden werden. Oft sind wir uns diesen aber selbst kaum bewusst. Beim Jobinterview wirkt es zum Beispiel störend, wenn du mit deinen Haaren oder dem Schmuck spielst. Greifst du dir häufig beim Sprechen ins Gesicht, sitzt du meistens auf der Stuhlkante und wippst gerne mit dem Fuß? Hast du einen festen Händedruck oder eher einen laschen, unangenehmen?

Versuche, dich noch rechtzeitig vor dem Vorstellungsgespräch ein wenig mit deiner Körpersprache zu befassen. Denn mit manchen Angewohnheiten sendest du ungewollt die falschen Signale. Freunde und Familie können dir dabei ganz sicher helfen – und zwar mit ungeschminkter Ehrlichkeit: Nur die bringt dich hier weiter. Denn was ihnen auffällt, wird auch dem Personaler auffallen.

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