Das Wichtigste auf einen Blick:

Industriekaufmänner und -frauen werden in Unternehmen zahlreicher Branchen beschäftigt und übernehmen zum Beispiel im Vertrieb, in der Produktion oder im Personalwesen diverse Tätigkeiten.
Die Arbeit als Industriekaufmann erfordert unter anderem kaufmännisches Denken, technisches Verständnis, Kontaktbereitschaft und fremdsprachliche Kompetenzen.
Für die Ausbildung ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Meist werden jedoch Bewerber mit Hochschulreife eingestellt.
Als Industriekaufmann hast du verschiedenste Möglichkeiten, dich weiterzubilden und die Karriereleiter hinaufzusteigen, beispielsweise mit einem Studium in Industriebetriebswirtschaft.

Materialeinkauf, Prozess- und Personalplanung, Kundenberatung, Verkaufsgespräche und Rechnungsstellung – das Berufsbild von Industriekaufleuten ist äußerst vielfältig. In diesem Beitrag erfährst du, was du bei der Bewerbung als Industriekaufmann beachten solltest, welche Voraussetzungen du für diesen Job erfüllen musst und welches Gehalt du erwarten kannst.

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Bewerbung als Industriekaufmann schreiben

Da Industriekaufleute in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche eingesetzt werden, hast du als ausgebildete Fachkraft meist gute Chancen, einen Job zu finden. Dabei führt dein Weg in der Regel nicht an einer schriftlichen Bewerbung vorbei, mit der du deinem potenziellen Arbeitgeber einen ersten Eindruck von dir und deinen Qualifikationen vermittelst.

Deine Bewerbungsmappe sollte folgende Bewerbungsunterlagen enthalten:

  • Bewerbungsschreiben
  • Deckblatt (optional)
  • Lebenslauf
  • Anlagen

Lebenslauf

Dein Lebenslauf ist ein wichtiger Bestandteil deiner Bewerbung. Es handelt sich hierbei um eine Übersicht deines bisherigen schulischen und beruflichen Werdegangs sowie deiner besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten. Zudem beinhaltet er persönliche Daten, wie deinen Vor- und Zunamen, deine Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer.

Hobbys sind kein Muss in deiner Vita, aber sie sagen etwas über deine Persönlichkeit und Interessen aus. Deshalb solltest du solche nennen, die relevant für die Stelle sind, die du besetzen möchtest. Dass du deine Freizeit gerne vor dem Fernseher verbringst, ist in der Regel nicht kompetenzsteigernd und sollte somit nicht als Hobby angegebenen werden.

Bewerbungsschreiben als Industriekaufmann

Mit deinem Anschreiben möchtest du deinen potenziellen Arbeitgeber durch eine korrekte Schreib- und Ausdrucksweise sowie interessante Informationen zu deiner Person von dir überzeugen. Ziel ist die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Es ist wichtig, dass du deine Bewerbung als Industriekauffrau/Industriekaufmann an das Unternehmen anpasst, bei dem du dich bewirbst. Mache deutlich, warum du in diesem Betrieb arbeiten möchtest und was dich für die gewünschte Stelle qualifiziert. Nenne Situationen, in denen du deine Kompetenzen unter Beweis stellen konntest und nehme dabei Bezug auf deine Lebenslaufdaten.

Als Nachweis für einige Angaben, die du in deinem Bewerbungsanschreiben und deinem Lebenslauf machst, legst du deiner Bewerbung unter anderem Schul- und Arbeitszeugnisse als Anlagen bei. Beachte allerdings, dass du nicht für jeden Abschluss und jeden Arbeitsplatz einen Nachweis erbringen musst. Stattdessen solltest du dich auf das Wichtigste beschränken. Häufig kannst du der Stellenanzeige entnehmen, welche Dokumente von den Bewerbern gewünscht sind.

Bewerbungsvorlagen

Vielen Arbeitsuchenden geht das Schreiben von Bewerbungen nicht besonders leicht von der Hand – insbesondere, wenn sie noch nicht viele Bewerbungen verfassen mussten oder im Umgang mit Texterstellungsprogrammen wie Word nicht besonders geübt sind. Um dir diesen Teil des Bewerbungsverfahrens zu erleichtern, stellen wir dir ein Bewerbungsanschreiben als Industriekauffrau als Muster zur Verfügung. Nutze diese Musterbewerbung gern als Vorlage für deine Bewerbung, aber kopiere sie nicht einfach.

In deinem Anschreiben präsentierst du dich selbst. Es sollte also individuell und in deinen eigenen Worten verfasst werden. Das hinterlässt einen guten Eindruck bei erfahrenen Personalern, denen geläufige Floskeln bestens bekannt sind.

Da natürlich auch dein Lebenslauf überzeugen soll, verdient dieser ebenfalls ein ordentliches Design. Nutze gerne eine unserer Vorlagen und passe sie nach deinen Wünschen an.

Die Arbeit als Industriekaufmann: Aufgaben

Industriekaufleute werden in den verschiedensten kaufmännischen Aufgabenbereichen wie Vertrieb, Materialwirtschaft, Finanzen und Personalwesen eingesetzt. Sie sind nicht nur an der Planung und Steuerung im Betrieb beteiligt, sondern stehen oft in direktem Kontakt zu Kunden oder Lieferanten und sind somit ein wichtiger repräsentativer Teil des Unternehmens.

Je nachdem, in welcher Abteilung du tätig bist, können folgende Aufgaben auf dich zukommen:

Als Industriekaufmann arbeitest du Angebote aus und führst Verkaufsverhandlungen. Du betreust und berätst Kunden, was bedeutet, dass du Bestellungen entgegennimmst, Aufträge abwickelst und dafür sorgst, dass die Ware termingerecht zum Kunden gelangt. Auch Serviceleistungen und die Bearbeitung von Reklamationen gehören dazu.
Das Planen und Durchführen von Werbemaßnahmen dient der Außendarstellung der Firma und dem Akquirieren von Kunden. Als Industriekaufmann sorgst du dafür, dass dies gelingt und bist mitunter für die Entwicklung geeigneter Marketingstrategien zuständig.
Bist du in den Einkauf und die Lagerlogistik involviert, stehst du in Kontakt zu (Rohstoff-) Lieferanten, holst Angebote ein und tätigst Bestellungen. Du kontrollierst die eingehende Ware auf ihre Qualität und reklamierst gegebenenfalls bei Mängeln. Du achtest darauf, dass Rohstoffe fachgerecht gelagert und für die Produktion bereitgestellt werden. Nebenbei führst du Protokoll über alle Bewegungen im Lager.
Auch die Planung, Steuerung und Überwachung von Produktionsprozessen kann zu deinen Aufgaben gehören. Das beinhaltet unter anderem die Erstellung von Stücklisten, Arbeitsplänen und Auftragsbegleitpapieren. Du stellst sicher, dass die einzelnen Schritte der Fertigung optimal aufeinander abgestimmt sind und erarbeitest Maßnahmen, um Arbeitsabläufe zu optimieren.
Als Mitglied der Personalverwaltung bist du an der Mitarbeiterauswahl beteiligt, führst Personalakten und erstellst Personalstatistiken, Einsatzpläne sowie Gehaltsabrechnungen. Gegebenenfalls organisierst du zudem Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter.
Im Finanz- und Rechnungswesen verwaltest und dokumentierst du die Geschäftsvorfälle des Unternehmens mithilfe einer dafür vorgesehenen Software. Das bedeutet, dass du Rechnungen und andere Belege erfasst, aber auch selbst Rechnungen schreibst und Zahlungen veranlasst. In dieses Aufgabenfeld gehört auch die Finanzplanung, die Kostenermittlung und die Erstellung des Jahresabschlusses.

Typische Branchen und der Berufsalltag als Industriekaufmann

Industriekaufleute finden in Unternehmen zahlreicher Branchen Beschäftigung, unter anderem in der Fahrzeug-, Chemie-, Elektro- und Textilindustrie, aber auch in der Nahrungs- und Genussmittelherstellung oder im Maschinenbaugewerbe.

Als Industriekaufmann bist du unter anderem in Büro- und Besprechungsräumen, aber auch in Lager- und Produktionshallen tätig. Häufig wechseln die Aufgaben und Arbeitssituationen täglich, so dass an einem Tag beispielsweise Statistikauswertungen und interne Besprechungen geplant sind, während am Folgetag die telefonische Kundenbetreuung und Verkaufsverhandlungen im Fokus stehen.

Wie du siehst, können ausgebildete Industriekaufmänner und Industriekauffrauen in zahlreichen Unternehmensbereichen eingesetzt werden und dort verantwortungsvolle und vielseitige Aufgaben übernehmen. Häufig haben sie flexible Arbeitszeiten und können sich somit terminlich ihren Kunden anpassen. Bei international tätigen Unternehmen sind gelegentlich Dienstreisen ins Ausland notwendig, beispielsweise bei der Besichtigung von ausgelagerten Produktionsstätten.

Fähigkeiten, die für einen Industriekaufmann wichtig sind

Damit du als Industriekaufmann in verschiedenen Abteilungen tätig werden kannst, musst du auch einige Kompetenzen mitbringen.

Du musst sowohl im Team arbeiten als auch selbstständig Probleme lösen und Entscheidungen treffen können.
Natürlich setzt die Arbeit als Industriekaufmann kaufmännisches Denken sowie organisatorische Fähigkeiten und Sorgfalt voraus.
Im Umgang mit Kunden und Lieferanten ist ein gewisses Verhandlungsgeschick gefordert. Allgemein solltest du ein freundliches, höfliches und selbstbewusstes Auftreten pflegen. Hierzu gehören auch ein gutes Sprachverständnis sowie eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Kontaktbereitschaft.
Wenn du mit internationalen Kunden in Kontakt kommst, sind gute fremdsprachliche Kompetenzen unerlässlich. Neben Englisch sind beispielsweise Französisch, Spanisch und Chinesisch/Mandarin auf dem internationalen Markt gefragt.
Da du mitunter die Rechnungserstellung involviert bist oder Statistiken und Analysen fertigen musst, ist ein gutes Zahlenverständnis und Freude am Umgang mit Daten von Vorteil.
Als Industriekaufmann musst du körperlich und geistig fit und belastbar sein.
Der Beruf erfordert ein hohes Maß an Einsatz- und Leistungsbereitschaft sowie Flexibilität.
Ein gutes technisches Verständnis ist heutzutage fast schon eine Selbstverständlichkeit – so auch für Industriekaufleute, die einen Großteil ihrer Tätigkeiten am Computer erledigen.

Industriekaufmann: Ausbildung

Industriekaufmann/Industriekauffrau ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der dual gelehrt wird. Das bedeutet, dass du während der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb beschäftigt wirst und die Berufsschule besuchen musst. Der Unterricht findet an ein bis zwei Tagen in der Woche oder im Blockunterricht statt.

Dauer

In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Wenn du über die entsprechende Vorbildung verfügst, kann die Ausbildungsdauer mitunter verkürzt werden. Gegebenenfalls kann die Ausbildung auch in Teilzeit durchgeführt werden. In diesem Fall verlängert sich die Dauer entsprechend.

Ablauf

In der Berufsschule erlangst du das theoretische Wissen, das du für den Beruf brauchst. In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden unter anderem Themen wie Beschaffungs- und Leistungserstellungsprozesse, personalwirtschaftliche Aufgaben sowie marktorientierte Geschäftsprozesse gelehrt. Im dritten Jahr stehen zum Beispiel Unternehmensstrategien sowie Investitions- und Finanzierungprozesse auf dem Plan.

Im Betrieb lernen die Auszubildenden, das Gelernte umzusetzen. In den ersten beiden Jahren werden sie beispielsweise in Unternehmensprozesse, die Beschaffung und Bevorratung sowie ins Marketing und in den Vertrieb einbezogen. Im dritten Lehrjahr werden die erworbenen Kenntnisse je nach Einsatzgebiet entsprechend vertieft.

Du musst während der Berufsausbildung zwei Prüfungen bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) ablegen. Im zweiten Lehrjahr steht zunächst eine Zwischenprüfung auf dem Plan. Die Abschlussprüfung ist zum Ausbildungsende – also zum Ende des dritten Jahres – erfolgreich abzulegen.

Während ihrer Ausbildung sollen die angehenden Industriekaufmänner und Industriekauffrauen möglichst viele Arbeitsbereiche kennenlernen. Während dies in großen Unternehmen häufig besonders gut umgesetzt wird, können in kleineren Betrieben oft nicht alle geforderten Ausbildungsinhalte vermitteln werden. Deshalb können einige Themen in überbetriebliche Berufsbildungsstätten verlagert werden.

Schulische Voraussetzungen

Für die Ausbildung als Industriekaufmann ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Überwiegend werden Bewerber mit (Fach-)Hochschulreife eingestellt, es gibt aber auch Arbeitgeber, denen der Schulabschluss bei der Auswahl der Auszubildenden nicht so wichtig ist.

Hilfreich sind gute Noten in den folgenden Fächern:

Deutsch
Englisch und andere Fremdsprachen
Mathematik
Wirtschaft

Industriekaufmann: Ausbildungsvergütung

Dein Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, dir eine Ausbildungsvergütung zu zahlen. In tarifgebundenen Betrieben richtet sich diese nach der entsprechenden Vereinbarung. Zudem steht Azubis seit Januar 2020 eine Mindestausbildungsvergütung zu.

Dennoch gibt es Unterschiede in der Bezahlung – je nach Bundesland, Betrieb und Branche. In der Metall- und Elektroindustrie kannst du nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mit einer Vergütung innerhalb der folgenden Rahmen rechnen:

  1. Ausbildungsjahr: 976 bis 1.047 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 1.029 bis 1.102 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.102 bis 1.199 Euro

Im Elektrohandwerk fällt die Vergütung dagegen geringer aus:

  1. Ausbildungsjahr: 650 bis 810 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 710 bis 860 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 760 bis 960 Euro

Wenn deine Ausbildung lediglich in schulischer Form stattfindet, erhältst du keine Ausbildungsvergütung.

Industriekaufmann: Gehalt nach der Ausbildung

Ausgebildete Industriekaufleute können mit einem Einstiegsgehalt zwischen 1.600 und 2.000 Euro rechnen. Wer bereits viele Jahre in einem Betrieb tätig ist, über ein umfangreiches Know-how und ein hohes Maß an Berufserfahrung verfügt, kann mehr als 4.000 Euro verdienen.

Die Bezahlung unterscheidet sich in den Bundesländern teilweise deutlich. Nach Angaben der Arbeitsagentur beträgt das mittlere monatliche Bruttogehalt für Vollzeitbeschäftigte in Thüringen 2.958 Euro, in Baden-Württemberg sind hingegen es 3.918 Euro. 

Auffällig ist, dass Industriekauffrauen teilweise deutlich weniger verdienen als Industriekaufmänner. Während die Gehälter beim Berufseinstig noch relativ gleich sind, gehen sie mit dem Alter zunehmend auseinander, so erhalten über 55-jährige Männer durchschnittlich über 1.000 Euro mehr als Frauen dieser Altersgruppe.

Weiterbildung und Karriereaufstieg als Industriekaufmann

Gelernte Industriekaufmänner und -frauen haben verschiedene Möglichkeiten, um sich weiterzubilden. Durch Anpassungsweiterbildungen können sie ihr Wissen in verschiedenen Themenbereichen wie Auftragsabwicklung und Betriebswirtschaft aktuell halten.

Wer die Karriereleiter möglichst schnell hinaufsteigen und eine Führungsposition besetzen möchte, sollte über eine Aufstiegsweiterbildung zum Industriefachwirt oder Betriebswirt nachdenken.

Wenn du über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügst, kannst du studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Industriebetriebswirtschaft oder Business Administration erwerben, wodurch du weitere Karrierechancen erlangst.

Ähnliche Berufe

Der Beruf des Industriekaufmanns ist zahlreichen anderen kaufmännischen Berufen sehr ähnlich, da während der Ausbildung die gleichen Grundlagen gelehrt werden – auch wenn die Spezialisierung eine andere ist. So ist es beispielsweise möglich, dass Industriekaufleute später als Kaufleute im Einzelhandel oder im Groß- und Außenhandel tätig werden.

Da Industriekaufmänner und Industriekauffrauen auch in den Bereichen des Personal- und Rechnungswesens ausgebildet werden, kommt ebenso eine Stelle als Personalsachbearbeiter/in, Bürokauffrau/Bürokaufmann oder Lohn- und Gehaltsbuchhalter/in infrage. Vielleicht ist aber auch eine Anstellung als Einkäufer/in oder Lagerdisponent/in das Richtige für dich.

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