Das Wichtigste auf einen Blick:

Ob der Bewerber ein Deckblatt verwendet, liegt ganz allein bei ihm.
Das Deckblatt kann Platz im Lebenslauf sparen, wenn du das Foto stattdessen hier platzierst.
Welche Wirkung die Seite auf den Personaler hat, ist nur schwer einzuschätzen – entscheidest du dich dafür, sollte alles stimmen.
Bei der Gestaltung solltest du maximal drei Farben verwenden – achte dabei stets auf die Lesbarkeit.

Deckblatt, ja oder nein? Diese Frage sorgt bei Bewerbern und Bewerberinnen regelmäßig für Verunsicherung. Bekannt ist, dass einige Personaler das zusätzliche Blatt Papier in der Bewerbung regelrecht hassen, während andere die eher dekorative Zusatzseite in der Bewerbungsmappe äußerst gerne vor sich liegen sehen.

Bewerbungskandidaten tappen im Dunkeln, weil sie bei der Gestaltung ihrer Bewerbungsunterlagen die Vorlieben des Personalentscheiders nicht kennen. Der Bewerbung ein Deckblatt beizulegen, kann gleichermaßen positiv wie auch negativ auffallen. Eines ist jedenfalls klar: Wenn du dich für ein Deckblatt entscheidest, sollte der Aufbau gut durchdacht und das Design stimmig sein. Tipps dazu findest du in diesem Artikel.

Deckblatt in der Bewerbung: positiv oder negativ?

Es lässt sich nicht abschätzen, ob man Bewerbern zur Verwendung eines Deckblatts oder zum Verzicht darauf raten soll. Auch lässt sich keine faktenbasierte Einschätzung darüber treffen, in welchem Ausmaß sich das Mitschicken eines Deckblatts – oder der Verzicht – positiv beziehungsweise negativ auswirkt. Einzig und alleine der bearbeitende Personaler gibt den Ausschlag.

Wir haben für dich einige Argumente für und gegen das Deckblatt in der Bewerbung aufgelistet.

Deckblatt in der Bewerbung: Diese Argumente sprechen dafür

  • Richtiger Aufbau verhilft zur besseren Übersicht: Das Herzstück des Deckblatts ist dein Bewerbungsfoto, das auf der Deckseite mehr Platz zur Verfügung hat als im Lebenslauf. Des Weiteren befinden sich nur wenige weitere Informationen auf dem Bewerbungsdeckblatt, wodurch sich für den Personaler eine gute Übersicht über das gesamte Blatt ergibt. Er erfasst mit einem Blick deine Ausstrahlung und die wichtigsten Fakten zu deiner Person.
  • Ansprechendes Deckblatt weckt die Neugier des Personalers: Das Design des Deckblatts springt aufgrund seiner Gestaltung direkt ins Auge und löst sofort eine Reaktion beim Betrachter aus. Wenn es dir gelingt, durch Struktur und Farbauswahl in Verbindung mit einem professionellen Bewerbungsfoto ein rundum gelungenes Deckblatt zu gestalten, weckst du das Interesse des Betrachters. Umso aufmerksamer wird er sich deine Bewerbungsunterlagen ansehen. Unsere Tipps werden dir dabei helfen.
  • Pluspunkte mit einem gelungenen Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt: Du hast ein überaus sympathisches Aussehen und ein gelungenes Bewerbungsfoto, auf dem du perfekt zur Geltung kommst? Das kann ein Türöffner sein. Klappt der Personaler deine Bewerbungsmappe auf, erreichst du ihn durch dein sympathisches Lächeln – warum solltest du auf ein Deckblatt verzichten? Denn ähnlich wie im Vorstellungsgespräch funktioniert der erste Eindruck auch über ein gutes Foto.
  • Deckblatt löst Platzproblem im Lebenslauf: Der Lebenslauf sollte möglichst auf ein DIN-A4-Blatt passen. Standardmäßig wird das Bewerbungsfoto in den tabellarischen Lebenslauf integriert. Entsteht aufgrund der persönlichen Angaben im Lebenslauf ein Problem bei der optimalen Blattaufteilung, kann das Deckblatt eine gute Lösung darstellen.

Aber Achtung: Verwendest du ein Deckblatt, darf dein Foto nicht trotzdem noch im Lebenslauf auftauchen – so eine Dopplung ist ein No-Go.

Deckblatt in der Bewerbung: Diese Argumente sprechen dagegen

  • Großes Bewerbungsfoto = Profilneurotiker? Viele Bewerber nutzen beim Aufbau des Deckblatts sehr viel Platz für ein extra großes Bewerbungsfoto. Gelangt eine solche Deckseite zu einem Personalentscheider, der Deckblätter in Bewerbungen unpassend findet, könnte dieser den Eindruck erhalten, dass der Bewerber sich selbst zu wichtig nimmt. Kommt der Personaler zu diesem Schluss, sinken die Chancen des Bewerbers – auch wenn die Vorverurteilung vielleicht nicht zutrifft.
  • Bewerbungsdeckblätter erhöhen den Arbeitsaufwand in der Personalabteilung: Obwohl es sich beim Deckblatt nur um eine weitere Seite in der Bewerbungsmappe handelt, bedeutet dieses Zusatzblatt für den Personaler mehr Arbeit. Freilich mag dies bei einer einzelnen Bewerbung nicht ins Gewicht fallen. Aber gerade in größeren Personalabteilungen gehen tagtäglich viele Bewerbungen ein – die Masse macht‘s. Ein weiterer Aspekt ist auch darin zu sehen, dass bei Onlinebewerbungen Deckblätter in Bewerbungen zusätzlichen Speicherplatz beanspruchen. Es gibt also tatsächlich einige Gründe, warum Personalverantwortliche und Unternehmen das Deckblatt nicht so gerne sehen.

Bewerbungsdeckblatt: Es kommt auf Design und Aufbau an

Willst du die Zusatzseite in deine Bewerbungsmappe einlegen, achte unbedingt auf einen gut strukturierten Aufbau und ein ansprechendes Design. Es geht hier um ein weiteres Element, das du zur Selbstpräsentation einsetzen möchtest!

Welche Angaben gehören auf das Deckblatt einer Bewerbung?

Wie erwähnt: Das Deckblatt ist lediglich eine zusätzliche Seite, die nur knappe Angaben über dich umfasst. Konzentriere dich darauf, nur wirklich sinnvolle Angaben in aller gebotenen Kürze auf die Zusatzseite zu bringen:

  • Überschrift (hier reicht der Titel „Bewerbung“ aus)
  • dein Name sowie deine vollständigen Kontaktdaten
  • dein Bewerbungsfoto in sehr guter Qualität und auf dem aktuellsten Stand
  • Inhaltsverzeichnis, welche Unterlagen der Bewerbung beiliegen

Optional sind weitere Angaben möglich. Du kannst beispielsweise deine wichtigsten Kompetenzen und Skills auf der Deckseite der Bewerbung erwähnen. Aber bitte in Kurzform. Das Deckblatt wird außerdem nicht unterschrieben. Auf Angaben zu Verfassungsort und Datum wird ebenso verzichtet.

Die richtige Überschrift

Die Schrift des Titels sollte sich von den weiteren Textbereichen optisch abheben. Hierfür verwendet man klassischerweise eine fette und etwas größere Schrift. Allerdings kann dies sehr plump wirken. Probiere, die Schrift etwas transparenter oder heller zu gestalten. Versuche auch diese Variante: Ergänze neben oder unter dem Titel „Bewerbung“ den Zusatz „als Einzelhandelskaufmann“ (Beispiel) und wähle dafür eine kleinere und/oder hellere Schrift. Dadurch kannst du eine ansprechende Harmonie in das Schriftbild und die Blattaufteilung bringen.

Deckblatt für die Bewerbungsunterlagen: Ein schönes Design wählen

Bei Anschreiben und Lebenslauf haben die Inhalte höchste Priorität. Beim Deckblatt sind hingegen das Design sowie der strukturelle Aufbau die wichtigsten Faktoren, weil Farben, Blattaufteilung, gestalterische Elemente und das Bewerbungsfoto direkt ins Auge springen, während die wenigen Informationen erst auf den zweiten Blick in den Fokus rücken.

Das Design sollte keinesfalls „billig“ oder auf die Schnelle zurechtgebogen wirken, sondern dem Anspruch an den seriösen Business-Style gerecht werden.

Blattaufteilung für das Bewerbungsdeckblatt

Hier kannst du aus einer Fülle an Möglichkeiten schöpfen. Die Überschrift „Bewerbung (als …)“ muss nicht zwingend im Kopf deines Deckblatts positioniert sein. Einen sehr ansprechenden Effekt erreichst du zum Beispiel, wenn du das Blatt im DIN-A4-Format senkrecht in zwei Spalten aufteilst (etwa 1/3 und 2/3) und die schmale Spalte mit einer Hintergrundfarbe einfärbst, während die breitere Spalte ihren weißen Hintergrund behält.

Nun kannst du die weiße Spalte beispielsweise dazu nutzen, die Überschrift, deine Skills und/oder Kompetenzen in Stichpunkten sowie das Anlageverzeichnis deiner Bewerbungsmappe darzustellen. Die farbig hinterlegte Spalte bietet genügend Fläche, um oben das Foto und unten Name sowie Kontaktdaten einzutragen.

Eine weitere Option: Beim Aufbau des Deckblattes lässt sich eine gute Harmonie aller Inhalte erzielen, wenn du ein Bewerbungsfoto im Querformat verwendest oder dein Bewerbungsfoto rund ausschneidest und das Bild im oberen Drittel des Blattes positionierst. Nutze den unteren Bereich für die Textblöcke.

Falls du dir nicht sicher bist, welcher Aufbau der Deckseite für dich die beste Wahl ist, schaue dir Deckblatt-Vorlagen und Bewerbungsmuster an, um dich inspirieren zu lassen.

Größe und Position des Bewerbungsfotos

Das Bewerbungsfoto darf ruhig etwas größer sein als bei der Platzierung im Lebenslauf. Jedoch sollte das Foto nicht erschlagend wirken. Was die Lage des Fotos anbelangt, hast du (fast) freie Hand. Am einfachsten findest du die beste Position heraus, indem du dich zunächst für eine Blattaufteilung entscheidest und anschließend damit spielst. Rücke dein Foto in den oberen Bildbereich mittig, rechts oder links. Schiebe das Foto höher, tiefer und verändere die Bildgröße. Vergleiche verschiedene Entwürfe und frage auch andere Personen, welcher Entwurf besser aussieht.

Lediglich das untere Drittel des Deckblatts sollte für dein Bewerbungsbild Tabuzone sein. Schließlich willst du ja durch die Deckblatt-Verwendung die Aufmerksamkeit auf dein smartes Äußeres lenken und dich selbstbewusst präsentieren!

Grafische Gestaltung des Bewerbungsdeckblatts

Anders als Bewerbungsschreiben und Lebenslauf kommen beim Deckblatt grafische Elemente und Farbe ins Spiel. Von schnörkeligen Elementen, verspielten Schriftarten und kunterbunten Designs ist jedoch abzuraten. Dein Deckblatt soll seriös und fokussiert aussehen. Beschränke dich auf maximal 3 Farben:

  • Schwarz oder Dunkelgrau für die Schrift
  • Kontrastfarbe für die Überschrift des Deckblatts
  • Hintergrundfarbe für Foto, Text oder Infobox

Falls du beispielsweise das Bewerbungsfoto mit einem Schlagschatten belegen oder mit einem Rahmen umranden willst, wähle dafür einen Farbton, den du ohnehin verwendest, aber helle ihn etwas auf. Das wirkt ebenfalls harmonisch.

Linien sind ein gutes Gestaltungselement für ansprechende Designs. Sie sind einfach ideal, um damit die Blattaufteilung zu visualisieren. Linien können beispielsweise unter die Überschrift gesetzt oder dazu genutzt werden, um das Blatt horizontal oder vertikal aufzuteilen.

Dezente Muster in Farbe (etwa Karos oder Rauten) sind ebenfalls geeignet, um einen eleganten, aber nicht zu aufdringlichen Business-Look zu erzielen. Verwendest du ein Muster, sollte sich dieses nicht über das gesamte Blatt erstrecken. Es bietet sich an, das Hintergrundmuster als Verlauf zu integrieren. Das heißt, das Muster fängt oben, unten oder in einer Ecke an und verläuft zunehmend transparenter in Richtung Blattmitte, wo das Muster dann endet.

Farbauswahl für das Deckblatt-Design deiner Bewerbung

Bunte Regenschirme hängen nebeneinander.
Treib es bei der Farbauswahl nicht zu bunt und achte auf eine gelungene Harmonie.

Zu empfehlen sind die Farben Blau, Grau, Grün und Braun – jeweils im gedeckten Farbton. Damit du insgesamt eine gelungene Farbharmonie erreichst, empfehlen wir dir, dich bei der Farbauswahl an dem Hintergrund oder an der Kleidung des Bewerbungsoutfits zu orientieren.

Hat der Bewerbungsfotograf dich beispielsweise vor einer grauen Fotoleinwand fotografiert, erzielst du eine ansprechende Bildharmonie, wenn du dich bei der Bewerbungsmappe und der gestalterischen Farbe des Deckblatts ebenfalls für einen ähnlichen Grauton entscheidest. Dazu kannst du dezent eine Kontrastfarbe (etwa Hellblau) für Überschrift und Zwischenüberschriften verwenden.

Alternative: Du trägst auf deinem Bewerbungsfoto ein blaues Hemd, eine blaue Krawatte oder eine blaue Bluse? Dann greife die Farbe des Kleidungsstückes auf, um Titel, Zwischenüberschriften, Hintergrundmuster und Linien durch eine ähnliche Farbe geschickt in Szene zu setzen.

Deckblatt: Nach der Gestaltung das Ergebnis kontrollieren

Bevor du deine Bewerbungsunterlagen online verschickst oder deine Bewerbungsmappe mit der Post versendest, überprüfe das Ergebnis. Mache einen Ausdruck in Farbe und Schwarz-Weiß. Betrachte kritisch, ob alles an Ort und Stelle sitzt. Lasse noch einmal Farben, Blattaufteilung und Design auf dich wirken. Spanne Familienangehörige und Freunde ein, um dein Bewerbungsdeckblatt zu bewerten, und lasse dir Tipps geben, was du eventuell noch verbessern könntest.

Behalte stets im Hinterkopf: Vielleicht kommt deine Bewerbung an einen Personaler, der eine Aversion gegen Deckblätter hat. Auch den solltest du trotz seiner Abneigung zumindest dahingehend überzeugen, dass du dir über die Wirkung deiner Zusatzseite eingehende Gedanken und bei der Umsetzung alles richtig gemacht hast.

Wo wird das Deckblatt in die Bewerbung einsortiert?

Obwohl die zusätzliche Seite in der Bewerbung in der Regel als Deckblatt bezeichnet wird, liegt sie nicht als oberes Blatt auf der Bewerbung!

Dein Bewerbungsanschreiben ist das Herzstück deiner Bewerbungsunterlagen. Das Anschreiben gehört immer ganz nach oben.

Erst danach folgen das Deckblatt, der Lebenslauf, dann Zeugnisse, Zertifikate und sonstige Bewerbungsanlagen. Wende diese Sortierung auch an, wenn du deine Bewerbung online abschicken willst (per E-Mail oder über die Bewerbungsseite eines Unternehmens). Komprimiere das Deckblatt für eine Onlinebewerbung, um die Dateigröße zu reduzieren.

Achte stets darauf, im Inhaltsverzeichnis des Deckblattes die Anlagen in der Reihenfolge aufzulisten, wie du sie auch in deiner Bewerbung sortierst. Nur so ist das Inhaltsverzeichnis im Deckblatt sinnvoll und hilft dem Personaler, sich innerhalb deiner Bewerbungsunterlagen zurechtzufinden.

Deckblatt in die Bewerbungsmappe richtig einsortieren

Wenn du deine Bewerbungsunterlagen in einer Bewerbungsmappe abgibst, bleibt die Sortierung ähnlich. Handelt es sich um eine zweiteilige Bewerbungsmappe, legst du dein Anschreiben in die linke Seite ein. Rechts folgen von oben nach unten Deckblatt, Lebenslauf und weitere Bewerbungsunterlagen. Bei einer dreiteiligen Bewerbungsmappe liegt links das Anschreiben, in der Mitte das Deckblatt, rechts alle weiteren Bewerbungsanlagen.

Zusammenfassung: Deckblatt hat viele Vorteile – ist aber kein Muss

Wenngleich das Bewerbungsdeckblatt nicht zur Standard-Bewerbung gehört und nicht bei allen Personalern gerne gesehen ist, kann es dir doch einige Vorteile bringen. Mit unseren Tipps zu Aufbau und Design sollte es dir leichtfallen, ein Deckblatt zu erstellen, das den positiven Eindruck deiner Bewerbung perfekt abrundet.

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