Das Wichtigste auf einen Blick:

Da Azubis in der Regel noch keine Berufserfahrung haben, liegt der Fokus der Bewerbungsunterlagen auf der schulischen Ausbildung sowie Praktika und Nebenjobs.
In den Anlagen sollte das aktuelle Schulzeugnis enthalten sein – auch Nachweise über Praktika oder Empfehlungsschreiben gehören in den Anhang.
Die Bewerbungsunterlagen sollten einheitlich und gut lesbar gestaltet sein – bei der richtigen Formatierung helfen Bewerbungsvorlagen aus dem Internet.

Die Bewerbung für eine Ausbildung scheint sich auf den ersten Blick kaum von der Bewerbung für einen normalen Arbeitsplatz zu unterscheiden. Dennoch gibt es einige Besonderheiten im Lebenslauf und im Bewerbungsschreiben, die angehende Azubis beachten sollten.

Wie die richtige Bewerbung für den Ausbildungsplatz gelingt

Bedenkt man, dass die meisten Personaler gerade mal 30 Sekunden bis maximal zwei Minuten pro Bewerbung aufwenden, wird schnell klar, dass der Gesamteindruck auf den ersten Blick stimmen muss. Im Klartext heißt das, die Bewerbung sollte sauber und anständig aussehen.

Doch auch inhaltliche und formelle Schludrigkeiten wie Rechtschreibfehler, falscher Betreff oder chaotische Formatierung sollten unbedingt vermieden werden. Wer nicht genau weiß, wie er sein Anschreiben formatieren soll, der kann sich an bestimmten Mustern orientieren.

Ein weitverbreiteter Standard ist die DIN 5008 – ein häufig verwendeter Standard, um beispielsweise auch das Erstellen von Geschäftsbriefen zu vereinfachen. Zentrale Regeln betreffen dabei die Formatierung der Seitenränder, Schriftgröße, Leerzeichen, Absätze, Hervorhebungen und Aufbau des Briefes. Da diese Bestandteile auch im Anschreiben benötigt werden, lässt sich die DIN 5008 leicht auf die Bewerbung übertragen.

Das Anschreiben: Warum willst du diese Ausbildung?

Ob Ausbildungsstelle oder Arbeitsstelle: Das Bewerbungsschreiben ist immer das erste Dokument deiner Bewerbung.

In der Einleitung beschreibst du kurz, in welcher Phase deines Lebens du dich gerade befindest. Also zum Beispiel, ob du gerade die Realschule abgeschlossen hast oder nach dem Abitur ein Jahr im Ausland warst. Außerdem kannst du in der Einleitung des Bewerbungsschreibens für deine Ausbildung angeben, wie du auf diese Ausbildungsstelle gestoßen bist und was dich dazu motivierte, diese Bewerbung zu verfassen – erkläre möglicherweise auch kurz, warum dich genau dieser Arbeitgeber angesprochen hat.

Sehr geehrter Herr Mustermann,

als ich Ihre Stellenanzeige für die Ausbildung als Tierpflegerin gesehen habe, war mir sofort klar, dass dies der perfekte Anschluss an mein Praktikum in der Tierauffangstation ist. Ich habe vor drei Monaten meinen Realschulabschluss gemacht und möchte nun meinen Kindheitstraum, mit Tieren zu arbeiten, verwirklichen.

Hauptteil: Was hast du zu bieten?

Das Besondere bei einer Bewerbung für eine Ausbildung liegt jedoch im Hauptteil des Anschreibens, denn in der Regel kannst du als angehender Azubi keine Berufserfahrung angeben. Der Fokus des Bewerbungsschreibens liegt also auf deiner schulischen Ausbildung, Praktika, zusätzliche Qualifikationen sowie deinen persönlichen Stärken und Schwächen.

Vielleicht hast du auch schon Berufserfahrung in einem Nebenjob gesammelt. Diese solltest du in deiner Bewerbung für eine Ausbildung immer angeben, auch wenn der Beruf vielleicht nicht unbedingt zu deiner angestrebten Ausbildungsstelle passt: Es beweist, dass du bereits allgemein Erfahrung in der Arbeitswelt gesammelt hast.

Auch Hobbys oder Leistungsfächer, die du in der Schule belegt hast, können deine Soft Skills im Bewerbungsschreiben belegen. Du hast über das Internet Bekanntschaften aus aller Welt, mit denen du auf Englisch kommunizierst? Dies ist ein Beleg für deine Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten.

In meiner Freizeit pflege ich zahlreiche internationale Freundschaften und kommuniziere so täglich auf Englisch – per Chat und Sprachanruf. Auf diese Weise kann ich meine Sprachkenntnisse auch privat weiter verbessern und erhalte gleichzeitig einen Einblick in andere Kulturen.

Besonders gern gesehen ist ein ehrenamtliches Engagement. Dieses sollte auf jeden Fall genannt werden, denn es zeigt, dass man eine gewisse Arbeitsbereitschaft und Ausdauer besitzt – zwei wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung.

Ein weiterer wichtiger Punkt deines Bewerbungsschreibens als Azubi sollte deine Motivation für genau diese Ausbildungsstelle sein. Du musst den Ausbildungsbetrieb von deiner Lernbereitschaft und Leidenschaft für den Beruf überzeugen.

Menschen halten Setzlinge in der Hand, um sie in die Erde einzupflanzen.
Ein ehrenamtliche Engagement macht sich immer gut in der Bewerbung.

Schaue dir die Stellenbeschreibung genau an, denn dort sind alle erforderlichen Fähigkeiten und Soft Skills aufgelistet. Du kannst dich natürlich auch im Internet über die berufstypischen Anforderungen informieren. Nach Möglichkeit solltest du alle Punkte, die du erfüllst, in deinem Bewerbungsschreiben unterbringen.

Schluss: Freundlich und selbstbestimmt

Das Anschreiben sollte stets mit einem einprägsamen Schlusssatz enden. Dieser sollte in einem selbstbewussten und dennoch freundlichen Ton verfasst werden. Übertreibungen oder Floskeln solltest du auf gar keinen Fall verwenden. Diese wirken unsympathisch und unkreativ. Hier gibt es nicht nur einen einzigen richtigen Schlusssatz, sondern viele Möglichkeiten.

Ich freue mich auf eine positive Rückmeldung und hoffe, dass ich mich auch persönlich bei Ihnen vorstellen darf.

Mit freundlichen Grüßen

Mia Mustermann

Dieser Schlusssatz ist höflich und gleichzeitig selbstbewusst. Nach der Grußformel folgt im übrigen kein Komma, sondern nur dein Name.

Vergiss nicht, dein Anschreiben persönlich zu unterschreiben. Es ist zwar keine Pflicht, gibt deiner Bewerbung für eine Ausbildung jedoch eine persönliche Note und fällt positiv ins Gewicht.

Deckblatt – auch bei einer Bewerbung für eine Ausbildung

Obwohl der Name vermuten lässt, dass das Deckblatt an erster Stelle deiner Bewerbungsunterlagen stehen sollte, ist dies nicht der Fall. Es wird immer erst nach dem Anschreiben platziert. Bei dem Deckblatt handelt es sich um einen optionalen Bestandteil deiner Bewerbung – du musst dieses also nicht zwangsläufig hinzufügen.

Du solltest hingegen gut abwägen, ob du es deinen Bewerbungsunterlagen hinzufügen möchtest oder nicht: Das Deckblatt ermöglicht es dir, dein Bewerbungsfoto in den Mittelpunkt zu rücken und deine persönlichen Daten anzugeben – so schaffst du mehr Platz in deinem Lebenslauf.

Allerdings wirst du als angehender Azubi wahrscheinlich noch keinen allzu umfangreichen Lebenslauf vorweisen können. Der Mehrwert eines Deckblatts ist also fraglich und in manchen Ausbildungsbetrieben wird es als unnötiges Aufblähen der Bewerbung angesehen – andere halten ein gut gewähltes Design hingegen für ansprechend. Wäge ab, ob das Deckblatt einen Vor- oder Nachteil für deine Bewerbung darstellt.

Tabellarischer Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf ist, neben dem Anschreiben, das wichtigste Dokument der Bewerbung. Er enthält dabei folgende Angaben des angehenden Azubis:

Persönliche Daten: vollständiger Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer. Dein Geburtsdatum sowie deine Konfession und Staatsangehörigkeit sind optionale Daten.
Bildungsweg: schulische und akademische Ausbildung, inklusive Leistungsfächer und Abschlussnoten
Kenntnisse und Fähigkeiten: Sprachkenntnisse, IT-Kenntnisse, Fort- und Weiterbildungen, Führerschein
Interessen und Hobbys

Laut des Antidiskriminierungsgesetzes muss das Bewerbungsfoto nicht länger Teil des Lebenslaufs sein – allerdings gehört es in deutschen Bewerbungen nach wie vor zum Standard. Achte darauf, dass du kein Selfie oder Passfoto benutzt – auch für eine Bewerbung als Auszubildender solltest du Wert auf ein professionelles Bewerbungsfoto von einem Fotografen legen.

In der Regel ist der Lebenslauf in zwei Spalten aufgeteilt: In der linken Spalte gibst du den Zeitraum und den Titel deiner Beschäftigung ein, in der rechten kannst du eine genauere Beschreibung hinzufügen.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

06/2014 – 06/2020Humbert Gymnasium
Beispielstadt
Abitur mit der Abschlussnote: 2,3
Leistungsfächer: Mathematik, Physik, Chemie

Mittlerweile ist auch in Deutschland der antichronologische Lebenslauf Standard: Das bedeutet, dass du immer mit der aktuellsten Information beginnst – also mit deiner höchsten Schulausbildung oder deinem letzten Praktikum.

Anlagen in deiner Ausbildungsbewerbung

Anschließend kannst du noch weitere Anlagen zu deinen Bewerbungsunterlagen hinzufügen. Darunter sind Zeugnisse aus deiner Schule sowie Nachweise über ein Praktikum oder einen Nebenjob gemeint.

Zeugnisse

Da du in den meisten Fällen noch kein Arbeitszeugnis vorlegen kannst, ist dein aktuellstes Schulzeugnis der wichtigste Bestandteil deiner Bewerbung für eine Ausbildung. Du kannst natürlich auch noch weitere Schulzeugnisse angeben – am besten in antichronologischer Reihenfolge. Beginne also mit deinem höchsten Schulabschluss. So zeigst du, dass du die schulischen Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz besitzt und belegst deine Leistung in den verschiedenen Schulfächern.

Unter Zeugnissen versteht man auch den Nachweis eines Praktikums, mit dem deine Beschäftigung belegt und deine Leistung eingeschätzt wird.

Zertifikate

Besitzt du beispielsweise Zertifikate von Weiterbildungen, Lehrgängen oder sonstigen Seminaren, so solltest du diese unbedingt beilegen. Dieser Schritt ist sinnvoll – selbst dann, wenn die Zertifikate nichts mit der Ausbildung zu tun haben. Sie sind ein wichtiges Signal für deine Lernbereitschaft und deinen Willen, die Ausbildung zu absolvieren. Oft kann man sich mithilfe von Zertifikaten von den restlichen Bewerbern abheben.

Weitere Anhänge

Solltest du noch weitere Dokumente haben, die wichtig erscheinen, so kannst du diese ganz am Ende beifügen. Dies kann beispielsweise ein Empfehlungsschreiben eines Lehrers sein oder aber eine wichtige Information bezüglich eventueller Behinderungen und Krankheiten.

Bewerbung für die Ausbildung: Layout

Damit deine Bewerbung für die Ausbildung Erfolg hat, ist auch ein ansprechendes Design von Vorteil. Dein Lebenslauf, dein Anschreiben und das Deckblatt sollten einheitlich gestaltet sein – dazu zählt auch die Schriftart.

Achte darauf, eine gut lesbare Schrift zu wählen und ein Design, das nicht zu aufdringlich ist. Immerhin sollte der Inhalt deiner Bewerbungsunterlagen im Fokus stehen.

Solltest du Probleme damit haben, deine Bewerbung zu gestalten, kannst du dir auch eine Bewerbungsvorlage aus dem Internet herunterladen. Diese liefert dir nicht nur ein einheitliches Design, sondern gibt dir auch den konkreten Aufbau deiner Bewerbung vor. Achte darauf, dass du den Lückenfüller-Text der Vorlage durch deinen eigenen ersetzt.

Wir haben für dich einige Bewerbungsvorlagen für verschiedene Lebensläufe zusammengetragen. So kannst du die passende Vorlage ganz einfach herunterladen und umgestalten.

Die Bewerbung für die Ausbildung verschicken

Wenn du dich für einen Ausbildungsplatz bewirbst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, deine Bewerbungsunterlagen zu verschicken. Die meisten Bewerbungen werden heutzutage online und per E-Mail eingereicht – manche Ausbildungsstellen bieten sogar Online-Formulare auf ihrer Webseite an.

Einige Unternehmen setzten jedoch weiterhin auf die klassische Bewerbung mit einer Bewerbungsmappe. Wenn du deine Bewerbungsunterlagen ausdruckst, achte darauf, dass die Schrift gut lesbar ist und das Papier keine Flecken oder Knicke aufweist. Eine hochwertige Bewerbungsmappe ist ebenfalls Pflicht.

Wenn du deine Bewerbung für die Ausbildung online eingereicht hast, solltest du diese spätestens zum Vorstellungsgespräch ausdrucken. Es ist immer ratsam, die Bewerbungsunterlagen noch einmal vorliegen zu haben, falls es zu Fragen kommen sollte.

Das Ausdrucken der Bewerbung ist jedoch nicht nur für das Vorstellungsgespräch ratsam: Auch beim Korrekturlesen deiner Bewerbungsunterlagen kann es hilfreich sein, sie schwarz auf weiß vor Augen zu haben.

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