Der Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil der Bewerbung. Alles andere – die Aufmachung, das Foto – sind Zugaben, die sympathisch wirken, Persönlichkeit einbringen und Kreativität zeigen können. Im Lebenslauf belegst du hingegen nachweisbar deine Kompetenzen und Fähigkeiten. Also genau das, worauf es letztlich ankommt. In einigen Fällen, zum Beispiel wenn dringend Bewerber gesucht werden oder wenn es ein Online-Bewerbungsformular gibt, wird sogar ausschließlich nach dem Lebenslauf verlangt, ganz ohne Anschreiben. Ein professioneller Lebenslauf ist ganz einfach Pflicht, wenn du bei der Jobsuche erfolgreich sein möchtest.

Struktur: So wird der professionelle Lebenslauf aufgebaut

Um deinen Lebenslauf möglichst professionell zu gestalten, wählst du am besten den Klassiker: den tabellarischen Lebenslauf. Zwar gibt es mittlerweile viele grafisch sehr kreativ gelöste Alternativen, die auch kostenlos von Microsoft Word oder anderen Schreibprogrammen zur Verfügung gestellt werden. Doch je nach Branche ist bunte Gestaltung nicht unbedingt gefragt. Gerade in eher konservativen Berufen empfiehlt sich sogar die Einhaltung der DIN 5008. Grundsätzlich lässt sich sagen:

Mit einem tabellarischen Lebenslauf machst du nie etwas falsch, solange du ihn sorgfältig verfasst und dich an die gängigen Regeln hältst.

Außerdem solltest du dir zunächst einmal bewusst machen, welche Informationen eigentlich in so einen Lebenslauf hineingehören. Wir haben für dich im Folgenden eine Liste zusammengestellt, in der du alle wichtigen Inhalte für den Lebenslauf findest.

Dabei kannst du dich auch an der Reihenfolge orientieren, die wir hier auflisten. Denn die ist ebenso wichtig wie die Inhalte selbst, wenn dein Lebenslauf professionell erscheinen soll. Stehen zum Beispiel deine persönlichen Daten erst ganz am Ende der Seite, werden sich die Personaler nicht nur wundern, sondern im schlimmsten Fall an deiner Sorgfalt oder an deiner Kompetenz zweifeln.

Persönliche Daten

Die persönlichen Daten stehen immer am Anfang – ein professioneller Lebenslauf sollte niemals anders gestaltet sein. Schließlich will derjenige, der ihn liest, erst einmal einen groben Überblick darüber haben, mit wessen Erfahrungswerten er sich gerade beschäftigt.

Die persönlichen Daten lassen sich auf verschiedene Weise darstellen. Früher war es etwa üblich, dass Konfession, Familienstand und sogar Beruf der Eltern und Geschwister Teil des Lebenslaufs waren. Da jedoch immer mehr Firmen gezielt der Diskriminierung entgegenwirken wollen, sind solch private Angaben heute nicht mehr gefragt.

Beim Geburtsdatum gehen die Meinungen auseinander: Moderne Firmen, vor allem amerikanische, verzichten mittlerweile darauf, während kleinere, regionale Unternehmen hingegen sogar erwarten, dass das Geburtsdatum genannt wird. Du solltest hier am besten auf dein Bauchgefühl hören und realistisch einschätzen, wie konservativ das Unternehmen ist, bei dem du dich bewirbst.

Grundsätzlich machst du nichts falsch, wenn du dein Geburtsdatum dazu schreibst.

Bei modernen Lebensläufen werden die persönlichen Daten häufig in einer Kopfzeile zusammengefasst (Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer) und nicht als eigene Punkte erwähnt.

Berufserfahrung

Bei der Berufserfahrung kannst du all die relevanten Jobs auflisten, die du bisher ausgeübt hast. Relevant, das bedeutet hier: Wenn du bereits mehrjährige Berufserfahrung hast, ist dein Praktikum in der 9. Klasse beim Bäcker nebenan für die Personaler nicht interessant.

Für Berufserfahrene und Berufseinsteiger gelten jeweils eigene Regeln.

Wenn du allerdings frisch aus dem Studium oder aus der Schule kommst und keinerlei Berufserfahrung in Vollzeit vorweisen kannst, zählt hier jeder Nebenjob. So erfährt dein potenzieller Arbeitgeber, dass du überhaupt schon einmal gearbeitet hast und bereits Erfahrungen in der Berufswelt sammeln konntest.

Früher war es üblich, chronologisch vorzugehen und mit der ersten Erfahrung anzufangen und zuunterst die neueste Berufserfahrung hinzuschreiben. Mittlerweile ist es jedoch genau umgekehrt, weil die neuesten Berufserfahrungen am wichtigsten sind und deshalb direkt oben stehen sollten. Diese Vorgehensweise nennt man demnach anti-chronologisch.

Studium und Ausbildung

Für Studium und Ausbildung gelten dieselben Regeln wie für deine Berufserfahrung:

Die Ausbildungen, die du zuletzt abgeschlossen hast, gehören nach oben.

Im Regelfall steht die weiterführende Schule ganz am Schluss. Welche Grundschule du besucht hast, ist nicht relevant. Wenn du bereits viele Jahre berufstätig bist und ein oder sogar mehrere Abschlüsse vorzuweisen hast, kannst du sogar die weiterführende Schule weglassen und mit deinem Studium oder deiner Berufsausbildung anfangen.

Wie du das Datum angeben möchtest, bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du die Angabe einheitlich gestaltest. Stilwechsel in der Formatierung sind Tabu.

Die gängigste Variante ist jedenfalls dieses Format: 09/2016–10/2017.

Praktika und Zusatzausbildungen

Dieser Punkt bietet sich besonders an, um Lücken im Lebenslauf zu füllen. Hier kannst du beispielsweise Seminare eintragen, die du besucht hast, Workshops oder Fortbildungen sowie ein freiwilliges soziales Jahr oder ein Jahr als Volontär. Wenn bei dir also zwischen zwei Jobs ein Zeitfenster von mehreren Monaten liegt, in denen du keiner Tätigkeit nachgehst, bietet es sich an, in dieser Zeit eine Fortbildung zu belegen, um mit einem lückenlosen Lebenslauf glänzen zu können.

Aber keine Sorge, nicht jede Woche muss mit herausragenden Aktivitäten gefüllt sein. Bis zu drei Monaten kannst du eine Lücke im Lebenslauf unbegründet so stehen lassen und im Zweifelsfall beim Bewerbungsgespräch als Orientierungszeit oder Urlaub rechtfertigen.

Fähigkeiten und Kenntnisse

Obwohl die Fähigkeiten und Kenntnisse meist erst fast am Schluss eines Lebenslaufes Platz finden, sind sie von großer Bedeutung. Unterm Strich kann der Personaler hier herauslesen, inwieweit er dich technisch einlernen muss oder welches Können du bereits mitbringst.

Sämtliche Programme, mit denen du arbeiten kannst, solltest du hier vermerken (etwa Adobe Photoshop, Schnittprogramme, CMS-Systeme und so weiter). Auch Fremdsprachenkenntnisse sowie Zertifikate von Schulungen, die du absolviert hast, werden hier aufgelistet.

Beachte, dass ein professioneller Lebenslauf mit schriftlichen Belegen glänzt, anstatt bloß leere Behauptungen zu machen.

Hobbys

Die Hobbys – der Teil im Lebenslauf, bei dem wohl am meisten geflunkert wird. Der Grund dafür ist klar, denn kaum eine andere Angabe ist so schwer nachvollziehbar. Hier gibt es keine Zeugnisse und keine Referenzen. Dennoch solltest du versuchen, nah bei der Wahrheit zu bleiben. Stell dir vor, du bekommst den Job tatsächlich und deine vermeintliche Leidenschaft zum Segelfliegen, die der Chef mit dir teilt, stellt sich als Lüge heraus – dann stehst du ganz schön schlecht dar.

Zu deiner Beruhigung: Die Hobbys sind nicht nur der Teil, der sich am besten „verschönern“ lässt, sondern auch der unwichtigste Teil, wenn man so will. Hier geht es nicht darum, wie glamourös oder ausgefallen deine Hobbys sind, sondern nur darum, ein bisschen mehr über den Menschen zu erfahren. Bist du introvertiert oder extrovertiert? Teamplayer oder Einzelkämpfer? Kreativ oder strukturiert?

Insgesamt solltest du etwa drei Hobbys angeben. Das kann alles Mögliche sein: eine Sportart, Reisen, Literatur oder eine künstlerische Tätigkeit. Im Idealfall nennst du sowohl körperlich als auch geistig fordernde Tätigkeiten sowie Aktivitäten, die allein und zusammen mit anderen Personen ausgeübt werden.

Vorsicht, Falle: “Hobbies” schreibt man nur im Englischen mit “ie”. Im Deutschen lautet die korrekte Schreibweise “Hobbys”.

Länge: So lang darf der professionelle Lebenslauf sein

Ein professioneller Lebenslauf sollte grundsätzlich ein bis zwei Seiten lang sein – je nachdem, wie viel Erfahrung du hast. Wenn du zwei Seiten brauchst, achte darauf, den Seitenumbruch zwischen zwei Überschriften zu machen, sodass du nicht einen Unterpunkt auf verschiedene Seiten aufgliedern musst.

Design: So motzt du den professionellen Lebenslauf auf

Für einen professionellen Lebenslauf sollte das Design eher schlicht sein. Verzichte auf grelle Farben und schreibe mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund. Wenn du etwas Farbe hineinbringen möchtest, bleib bei einer Farbe im Lebenslauf, beispielsweise als Rahmen oder bei den Überschriften.

Dateiformat: So versendest du den professionellen Lebenslauf 

Auch ein professioneller Lebenslauf wird heute in der Regel digital verschickt. Achte also unbedingt darauf, die Datei im PDF-Format zu versenden. Wenn du ein Bewerbungsfoto mitschicken möchtest, füge dieses in die PDF-Datei ein und versende es nicht als einzelne Bilddatei. Aus Schutz vor Viren werden Personaler Bildanhänge ansonsten möglicherweise nicht öffnen.

Als letzten Feinschliff setze nun noch deine Unterschrift und das aktuelle Datum sowie den Ort unter den professionellen Lebenslauf – fertig. Wir wünschen dir viel Erfolg auf deinem Weg zum Traumjob!

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