Das Wichtigste auf einen Blick:

Es gibt gewisse persönliche Stärken, die Personalern ganz besonders wichtig sind.
Aufzählen reicht nicht: Stärken solltest du immer belegen können.
Deine Stärken decken sich nicht zu 100 Prozent mit den in der Stellenanzeige geforderten? Halb so schlimm.
Eigenlob stinkt: Konzentriere dich auf eine Handvoll Stärken.

Bist du kreativ, motiviert und ehrgeizig? Herzlichen Glückwunsch! Dann bist du einer von vielen. Diese Attribute gehören laut Untersuchungen nämlich zu den meist genannten Stärken im Anschreiben. Für die Personaler bedeutet dieser inflationäre Gebrauch, dass zumindest ein gewisser Anteil der Bewerber all das nicht ist. Für dich bedeutet das: Damit kannst du dich von deinen Mitbewerbern nicht abheben.

Was tun, wenn Motivation, Ehrgeiz und Kreativität deine Stärken sind?

Das ist natürlich besonders dann eine undankbare Situation, wenn du tatsächlich motiviert, kreativ und ehrgeizig bist. Denn Personalchefs im Anschreiben davon zu überzeugen, dass ausgerechnet du diese Stärken vereinst, wird entsprechend schwierig. Damit das trotz der ungeliebten Adjektive klappt, musst du sie zumindest mit Beispielen untermauern.

Indem du dich auf Situationen beziehst, in denen du deinen Ehrgeiz, deine Kreativität oder deine Motivation unter Beweis stellen konntest, setzt du dich schon einmal von anderen Bewerbern ab. Besser wäre es jedoch, wenn du auf andere persönliche Stärken im Anschreiben ausweichen kannst.

Welche Stärken sich Personalchefs von Bewerbern wirklich wünschen

  • Eigeninitiative
  • Leistungsbereitschaft / Leistungsorientierung
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Lernbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbereitschaft
  • analytische Fähigkeiten
  • Neugier

80 Prozent der deutschen Personaler wünschen sich Bewerber, die vor allem Eigeninitiative zeigen. Fast genauso groß ist der Wunsch nach Bewerbern, die sich durch Leistungsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit hervortun. Ebenso wichtig sind Personalern außerdem Lernbereitschaft, Teamfähigkeit und Leistungsorientierung. Dahinter folgen Soft Skills wie Verantwortungsbereitschaft, analytische Fähigkeiten und Neugier.

Belastbarkeit steht übrigens nur für rund 30 Prozent der Personalchefs im Vordergrund.

Kennst du deine Stärken überhaupt?

Oftmals lassen sich die eigenen Stärken gar nicht so leicht erfassen, wie man gemeinhin meint. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, herauszufinden, wo die liegen. Am einfachsten geht das, indem du Freunde, Familie und Kollegen fragst, welche Charaktereigenschaften sie dir zuschreiben. Oder indem du selbst deine unterschiedlichen Lebensbereiche betrachtest. Welche Aufgaben erfüllst du zu Hause? Hast du Hobbys oder engagierst du dich ehrenamtlich? All diese Aspekte verraten dir etwas über deine eigenen Stärken.

  • Gehst du etwa gern laufen und nimmst sogar an Marathons teil? Dann hast du bestimmt ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit.
  • Betreibst du einen Mannschaftssport oder spielst in einer Band? Dann zeichnen dich sicherlich Stärken wie Teamfähigkeit und je nach Position etwa Führungsqualitäten aus.
  • Engagierst du dich sozial? Dadurch beweist du, dass dir das Wohlergehen anderer wichtig ist und du gut mit Menschen umgehen kannst.
  • Bist du in einer Großfamilie aufgewachsen? Dann musstest du dich bestimmt oft durchsetzen oder hast Aufgaben übernommen, die dein Organisationstalent gefördert haben.

Dein ganzes Leben ist ein wahrer Pool aus Stärken und Schwächen. Um die herauszufiltern, die in einer Bewerbung gut ankommen, musst du dir nur einen Überblick darüber verschaffen, was du im Alltag eigentlich alles leistest. Wichtig ist, dass du ehrlich zu dir bist und dir eingestehst, wenn du in einer Sache vielleicht nicht so gut bist, wie du gern wärst. Dann ist es besser, auf eine andere Stärke im Anschreiben auszuweichen, die du guten Gewissens bewerben kannst.

Wie du deine Stärken im Anschreiben richtig formulierst

Gerade bei der Formulierung eigener Stärken im Anschreiben tun sich viele Bewerber schwer. Das Problem? Wenig Platz und so viele positive Eigenschaften. Auf Stichpunkte und Listen auszuweichen, klingt geradezu verführerisch, ist aber dennoch keine gute Idee.

Junge Frau ballt die Fäuste zum Boxen.
Die Faustregel: Nenne nicht mehr als drei Stärken im Anschreiben.

Einerseits natürlich deshalb nicht, weil ein Anschreiben ein Fließtext sein soll. Andererseits aber auch, weil eine bloße Aufzählung nicht unterstreicht, inwieweit die genannten Stärken wirklich auf dich zutreffen.

Wie lässt sich aber der begrenzte Platz mit der Untermauerung deiner Stärken durch Beispiele unter einen Hut bringen? Dein Motto sollte lauten: Weniger ist mehr.

Anstatt so viele Soft Skills und Stärken wie möglich im Anschreiben unterbringen zu wollen, solltest du dich auf einige wenige konzentrieren. Beschränke dich bei der Auswahl deiner Stärken am besten auf eine Kombination aus denen, die dir am wichtigsten sind, und denen, die Personaler gern lesen.

Als Faustregel gilt, dass du nicht mehr als drei Stärken im Anschreiben nennen solltest.

Diese drei positiven Eigenschaften musst du dann nicht einmal unbedingt wörtlich erwähnen, sondern lieber im Kontext durch Beispiele aus deinem bisherigen Berufsleben und Alltag belegen.

Scheue dich nicht, hier auch auf Erfahrungen aus deiner Schulzeit oder deiner Freizeitgestaltung zurückzugreifen. Je persönlicher du deine positiven Erfahrungen darstellst, desto besser ist der Eindruck, den du dem Personaler vermittelst. Dadurch wirkst du nahbarer, aufgeschlossen, offen und zugänglich. Du verrätst also mehr über dich als nur die eigentliche Stärke, die du beschreibst.

Passe die Auswahl deiner Stärken im Anschreiben an die Position an, auf die du dich bewirbst. Gleiche sie mit den Soft Skills ab, die in der Jobausschreibung gefordert werden.

Falls du dir nicht sicher bist, wie du dein Anschreiben aufbauen sollst, hast du die Möglichkeit, einen Online-Editor zu benutzen. So kannst du dein Anschreiben und auch deinen Lebenslauf optisch ansprechend direkt online gestalten.

Lass dich nicht entmutigen

Wenn deine Stärken sich nicht immer hundertprozentig mit denen decken, die in der Stellenanzeige gewünscht sind, dann lass dich nicht entmutigen. Oft kannst du einen fehlenden Soft Skill durch andere positive Eigenschaften wettmachen. Das solltest du dann unbedingt auch so formulieren. So beweist du, dass du die Ausschreibung gut gelesen und dir darüber Gedanken gemacht hast, wie du einen vermeintlichen Mangel ausgleichen und für das Unternehmen trotzdem nützlich sein kannst.

Beispiele für Formulierungen von Stärken im Anschreiben

Belastbarkeit / Stressresistenz:

  • “Mein Hobby Yoga hilft mir dabei, geistig wie körperlich gelassener und flexibler zu werden. Dadurch gelingt es mir, mit Stress besser umzugehen und auch im Job in besonders anstrengenden Zeiten einen klaren Kopf zu bewahren.”
  • “Als ambitionierter Sportler kann ich Stress und Druck in meiner Freizeit optimal abbauen, wodurch ich im Arbeitsleben resistent und belastbar geworden bin.”
  • “Durch mein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr bin ich Stress gewohnt und habe gelernt, gut damit umzugehen. So bereiten mir auch kurzfristige Deadlines keine Probleme.”

Organisationstalent / Führungsqualifikation:

  • “In meiner letzten (oder aktuellen) Position war ich in leitender Funktion mit der Ausrichtung von Messen, Events und Workshops betraut. Darum bin ich es gewohnt, schnelle Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu optimieren und verschiedene Aufgaben gekonnt zu delegieren.”
  • “Schon während der Schulzeit und im Studium war ich in vielen AGs und Gremien aktiv, habe unseren Abschlussball mit organisiert und verschiedene Festakte geplant. Oft waren meine Vorschläge und Ideen dabei tonangebend.”
  • “Als Sänger und Manager meiner Band, mit der ich in meiner Freizeit aktiv bin, plane ich Proben und Auftritte, stelle die Liedauswahl zusammen und verhandle mit Veranstaltern. Dadurch kann ich mein Organisationstalent stetig fördern und meine Bandkollegen zu neuen Höchstleistungen antreiben. Diese Eigenschaften weiß ich sehr gut auch beruflich einzubringen.”
Ohne Worte

Beweise, was du kannst

Oft ist es möglich, dem Personaler deine Stärken direkt zu demonstrieren, ohne sie überhaupt wörtlich zu nennen – das schafft dann Glaubwürdigkeit. Durchsetzungsvermögen beweist du zum Beispiel, wenn du den persönlichen Ansprechpartner in dem Unternehmen selbst ermittelt hast. Sorgfalt, indem du deine E-Mail-Bewerbung gewissenhaft aufbaust.

Ein abschließender Tipp zu Stärken im Anschreiben

Auch vermeintliche Schwächen kannst du – gekonnt verpackt – im Anschreiben als Stärken darstellen. Halten Freunde dich oftmals für stur? Dann bist du doch irgendwie auch durchsetzungsfähig und zielorientiert. Findet deine Familie dich manchmal sehr zurückhaltend? Dann bedeutet das, dass du Situationen zunächst einmal analysierst, bevor du dir eine Meinung bildest.

Trotzdem solltest du im Anschreiben deinen Fokus auf echte Stärken legen und diese immer mit brauchbaren Beispielen untermauern, damit der Personaler gleich sieht, dass du für das Unternehmen und die Stelle wie gemacht bist.

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