Das Wichtigste auf einen Blick:

Als Friseur gestaltest du typgerechte Frisuren nach dem Wunsch des Kunden. Das Schneiden, Waschen, Föhnen, Färben und Stylen von Haaren gehören zu deinen Aufgaben.
Bei dem Beruf des Friseurs handelt es sich um einen klassischen handwerklichen Beruf: Aus diesem Grund ist Fingergeschick, eine gute Hand-Auge-Koordination und ein Sinn für Ästhetik wichtig.
Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre und findet dual in einem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt.
Friseure zählen mit einem Durchschnittsgehalt von 1.684 Euro brutto zu den schlechter bezahlten Berufsgruppen in Deutschland.

Schneiden, waschen, föhnen – Friseure müssen ein Gespür für Ästhetik haben, die neuesten Trends kennen und handwerkliches Geschick beweisen. Du möchtest dich auch als Friseur bewerben? Dann findest du in diesem Text alle wichtigen Informationen zu der Tätigkeit, der Ausbildung und der erfolgreichen Bewerbung als Friseur.

Inhaltsverzeichnis

Bewerbung schreiben: Friseur

Wenn du dich als Friseur oder für eine Ausbildung als Friseur bewirbst, musst du deine vollständigen Bewerbungsunterlagen einreichen. Diese bestehen aus:

Anschreiben
Deckblatt (optional)
Lebenslauf
Anlagen

Im Folgenden erklären wir dir, worauf du bei der Gestaltung der einzelnen Dokumente achten solltest.

Anschreiben

Das Anschreiben ist immer das erste Dokument deiner Bewerbung. In diesem kannst du deine Soft Skills und deine Motivation für die Stelle ausdrücken. Orientiere dich dabei an der Stellenanzeige oder den berufstypischen Anforderungen.

Wenn du bereits Berufserfahrung hast, kannst du anhand von Beispielen belegen, wie du deine Fähigkeiten im Berufsleben beweisen konntest. Waren deine Kunden von deinen Styling-Tipps begeistert? Oder konntest du die Arbeitsabläufe durch dein gutes Organisationstalent verbessern?

Solltest du dich hingegen für einen Ausbildungsplatz bewerben, hast du in der Regel noch keine Berufserfahrung vorzuweisen. In diesem Fall kannst du deine Qualifikation vielleicht durch Hobbys oder Nebenjobs unterstreichen. Vielleicht gestaltest du auch in deiner Freizeit hübsche Frisuren für deinen Social-Media-Auftritt oder du konntest dein handwerkliches Geschick bereits im Kunstunterricht beweisen.

Deckblatt

Ein separates Deckblatt ist kein Muss für eine vollständige Bewerbung, kann jedoch Vorteile haben. Zum einen bietet es dir die Möglichkeit, dort deine persönlichen Daten aufzulisten und somit mehr Platz in deinem Lebenslauf zu schaffen. Zum anderen hast du die Möglichkeit, dein Bewerbungsfoto prominent zu platzieren. Da ein gepflegtes Äußeres für einen Friseur/eine Friseurin wichtig ist, könnte dies ein Vorteil sein.

Manche Leser halten das Deckblatt jedoch für überflüssig und ein zu selbstbewusstes Auftreten kann schnell selbstverliebt wirken. Wäge also ab, ob das Deckblatt zu dir und der angestrebten Stelle passt.

Lebenslauf

Der Lebenslauf gibt einen strukturierten Überblick über deine bisherige berufliche und schulische Leistung. Aus diesem Grund greifen die meisten Personaler zuerst zu diesem Dokument, obwohl es in der Bewerbungsmappe nicht an erster Stelle steht.

Um einen übersichtlichen Lebenslauf zu gestalten, solltest du dich an einen gewissen Aufbau halten:

persönliche Daten
Berufserfahrung
berufliche Ausbildung
schulische Ausbildung
Kenntnisse und Fähigkeiten
Hobbys

Solltest du bereits eine Ausbildung zum Friseur absolviert haben und konntest entsprechende Berufserfahrung sammeln, so steht diese im Mittelpunkt deines Lebenslaufs. Der antichronologische Aufbau sorgt dafür, dass die aktuellsten Informationen am schnellsten gefunden werden.

Der Aufbau ändert sich, wenn du noch keine einschlägigen beruflichen Erfahrungen gesammelt hast. Bewirbst du dich zum Beispiel für eine Ausbildung, solltest du deinen höchsten Bildungsabschluss angeben sowie relevante Fächer – in diesem Fall Werken oder Kunst. Außerdem kannst du mit zusätzlichen Qualifikationen wie etwa einem Praktikum oder relevanten Hobbys punkten.

Für den Beruf des Friseurs/der Friseurin sind vor allem künstlerische und handwerkliche Hobbys interessant. Beschäftigst du dich auch in deiner Freizeit mit aktuellen Frisurentrends und probierst diese an dir selbst oder an Freunden aus, erwähne dies in deinem Lebenslauf und deinem Anschreiben.

Anlagen

Die Anlagen bieten Platz, um deiner Bewerbung wichtige Nachweise wie Schul- oder Arbeitszeugnisse anzufügen. Entscheide dabei, was wirklich relevant ist: Solltest du schon mehrere Jahre Berufserfahrung haben, ist ein Praktikumszeugnis aus deiner Schulzeit wohl wenig aussagekräftig – für eine Bewerbung als Friseur-Azubi ist es hingegen ein wichtiges Dokument.

Formatierung

Die meisten Bewerbungen werden heutzutage per E-Mail verschickt oder über eigens eingerichtete Bewerbungsportale hochgeladen. In diesem Fall sollte deine Bewerbung als PDF formatiert sein, denn dieses Format bündelt mehrere Dokumente in einer einzigen Datei und kann auf jedem Computersystem geöffnet werden.

Solltest du Dokumente wie Schulzeugnisse einscannen müssen, achte darauf, dass die Datei gut lesbar ist.

Bewerbungsvorlage

Eine Bewerbung zu schreiben, ist kein Hexenwerk – dennoch haben viele Menschen zunächst Schwierigkeiten damit. Besonders die richtige Formatierung des Lebenslaufs und das Verfassen des Anschreibens stellen eine große Hürde dar. Um dich bei deiner Bewerbung als Friseur zu unterstützen, haben wir für dich einige Vorlagen zusammengestellt.

Unsere Lebenslauf-Muster bieten dir verschiedene Designs und einen strukturierten Aufbau. Ersetze die Platzhalter einfach durch deine eigenen Daten und spare dir die aufwendige Gestaltung eines Lebenslaufs mit einem Texterstellungsprogramm.

Ob berufserfahren oder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz: Dein Anschreiben sollte individuell auf dich und die Stelle, für die du dich bewirbst, zugeschnitten sein. Aus diesem Grund können wir kein Bewerbungsschreiben verfassen, das allgemein und für jede Stelle gültig wäre. Allerdings haben wir für dich zwei Muster erstellt, um dir einen Leitfaden für dein Anschreiben zu geben.

Aufgaben eines Friseurs

Haare waschen, schneiden und föhnen – als Friseur/Friseurin hilfts du deinen Kunden dabei, die passende Frisur für ihren Typ zu finden. Deine Aufgabe beginnt also mit der Beratung. Du musst wissen, welcher Schnitt, welche Farbe und welcher Stil zu deinem Kunden passen und seine Wünsche umsetzen – denn am Ende sollte er mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auch die Analyse der Haare und Kopfhaut ist Teil der Beratung.

Zu deinen Aufgaben als Friseur gehört nicht nur das Waschen und Schneiden, sondern auch das Färben von Haaren. Die richtige Farbe musst du dabei selbst zusammenmixen und sie der Haarstruktur und -farbe des Kunden anpassen.
Des Weiteren führst du aufwendige Behandlungen durch wie eine Dauerwelle oder eine Keratinbehandlung, um Haare dauerhaft zu glätten. Besondere Schnitttechniken wie der Calligraphy Cut gehören ebenfalls zu deinem Repertoire.
Das Einsetzen und Herstellen von Extensions sowie die Beratung bei Perücken gehört auch zu deinen Aufgaben.
Als Friseur/Friseurin bist du auch für das richtige Styling für besondere Anlässe zuständig: Du lockst Haare, gestaltest Hochsteckfrisuren oder realisierst aufwendige Flechtfrisuren.
Zu deinen Aufgaben gehört außerdem das Rasieren, Pflegen und Stylen von Bärten.
Zum Berufsbild des Friseurs zählt nicht nur der Umgang mit Haaren, auch Kosmetik ist Teil des Berufs. Dazu gehört zum Beispiel das Zupfen von Augenbrauen, das Verlängern von Wimpern, Make-up sowie Hand- und Nagelpflege. Auch Wellnessangebote wie Kopf- und Handmassagen werden häufig in Friseursalons angeboten.
Du musst außerdem Termine vereinbaren, die Kasse bedienen, Produkte verkaufen und ansprechend präsentieren sowie den Salon reinigen.

Fähigkeiten

Da es sich bei dem Beruf des Friseurs um einen klassischen handwerklichen Beruf handelt, brauchst du vor allem eine gewisse Geschicklichkeit. Eine hervorragende Auge-Hand-Koordination ist genauso wichtig wie ein sehr gutes Handgeschick.

Um die Haarqualität und die Gesichtsform des Kunden zu analysieren, benötigst du Beobachtungsgenauigkeit und ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen. Unabdinglich ist außerdem ein Sinn für Ästhetik und Kreativität, um Frisuren zu gestalten und Farben abzustimmen.

Friseure müssen außerdem über sehr gute soziale Fähigkeiten verfügen. Neben der Beratung der Kunden ist auch der Small-Talk und Verkauf ein Bestandteil deiner Aufgabenbereiche: Der Kunde muss Vertrauen zu dir aufbauen und sich wohlfühlen.

Berufsalltag

Als Friseur beginnst du deinen Arbeitsalltag mit der Öffnung des Geschäfts und der Organisation deines Arbeitsplatzes. Du legst alle benötigten Materialien und Werkzeuge für den Besuch des ersten Kunden parat. Anschließend begrüßt du deinen Kunden und bietest ihm Getränke oder Lesematerial an.

Der Friseurumhang schützt seine Kleidung vor herunterfallenden Haaren und Chemikalien. Anschließend führst du ein Beratungsgespräch und setzt den Kundenwunsch um. Nach jedem Besuch musst du deine Materialen säubern, restliche Farbe entsorgen, den Boden fegen und Geschirr abräumen.

Friseure arbeiten sowohl in Voll- and auch in Teilzeit. Da viele Friseursalons unter der Woche und auch am Wochenende geöffnet haben, arbeitest du häufig Samstag und hast Montag einen zusätzlichen Ruhetag.

Branchen

Friseure und Friseurinnen arbeiten hauptsächlich in Friseursalons – als Angestellte oder selbstständig. Es gibt jedoch noch weitere Betriebe, in denen du arbeiten kannst. So hast du auch die Möglichkeit, in einem Hotel als Friseur zu arbeiten oder gar auf einem Kreuzfahrtschiff. Friseure werden auch bei Film- und Theaterproduktionen gebraucht, um die Schauspieler zu stylen. Dasselbe gilt für Fernsehproduktionen.

Eine weitere Möglichkeit der Selbstständigkeit ist, als mobiler Friseur zu arbeiten. In diesem Fall hast du keinen eigenen Salon, sondern frisierst deine Kunden in deren Zuhause.

Ausbildung

Die klassische Handwerksausbildung zum Friseur dauert drei Jahre. Sie kann jedoch auch in Teilzeit durchgeführt werden und wird somit entsprechend verlängert. Bei der Ausbildung zum Friseur handelt es sich um eine duale Ausbildung. Sie findet also sowohl in einem Ausbildungsbetrieb als auch in einer Berufsschule statt.

Ausbildungsinhalte

In den drei Ausbildungsjahren lernen angehende Friseure und Friseurinnen die verschiedenen Techniken, um Haare zu schneiden. Dabei musst du auf Besonderheiten achten wie den Fall und die Wuchsrichtung der Haare. Du lernst außerdem, wie du den Zustand von Haar und Kopfhaut beurteilst und mit welchen Produkten man sie pflegt und reinigt.

Eine Friseurin unterrichtet eine Azubine beim Haareschneiden.
Während deiner Ausbildung zum Friseur lernst du die verschiedensten Techniken des Handwerks.

Des Weiteren werden dir verschiedene Techniken vermittelt, um Haare mit Hilfe von Geräten wie einem Lockenstab oder Glätteisen zu stylen. Dazu gehört auch die Gestaltung von Hochsteckfrisuren, die Einarbeitung von Haarteilen und Schmuck sowie Techniken, um die Frisur zu festigen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin ist die Lehre über farbverändernde Haarbehandlungen. Du lernst, wie du Farben richtig anmischst, wie du die Einwirkzeit festlegst und das Ergebnis überprüfst. Auch kosmetische Behandlungen, Make-up und die Gestaltung von Nägeln sind Teil deiner Ausbildung.

Neben dem Handwerk sind auch organisatorische Inhalte wichtig. Du erlernst den Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen, Grundlagen der Datenerfassung und die Pflege einer Kundendatei sowie die Planung von Aufgaben im Team. Ein weiterer wichtiger Bestandteiler der Ausbildung ist der richtige Umgang mit Kunden inklusive Empfang und Beratung.

Wahlqualifikation

Während deiner Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin kannst du deine Fähigkeiten in einem Fachgebiet spezialisieren. Welche Fächer angeboten werden, hängt jedoch auch von deinem Ausbildungsbetrieb ab.

Du kannst wählen zwischen:

Langhaarfrisuren
Nageldesign
Haarersatz
Coloration
Kosmetik/Visagistik

Schulische Voraussetzungen

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig, um die Ausbildung als Friseur/Friseurin zu beginnen. Allerdings hatten im Jahr 2019 mehr als 50 Prozent der Azubis einen Hauptschulabschluss, 29 Prozent hatten den mittleren Bildungsabschluss.

Wichtige Schulfächer für die Lehre als Friseur/Friseurin sind Werken, Deutsch, Chemie und Kunst.

Ausbildungsvergütung

Im Jahr 2020 wurde ein neues Gesetz für die Ausbildungsvergütung erlassen. Hier wurde festgelegt, dass Azubis eine angemessene Bezahlung erhalten müssen. Die Mindestausbildungsvergütung wird bis zum Jahr 2023 regelmäßig angehoben. Ab 2024 wird sie jedes Jahr im November für das Folgejahr neu angepasst.

Für das erste Lehrjahr sieht sie wie folgt aus:

JahrMindestausbildungsvergütung im 1. Lehrjahr
2020515 Euro
2021550 Euro
2022585 Euro
2023620 Euro

Gehalt

Der Beruf des Friseurs gehört leider noch immer zu den gering bezahlten Berufen in Deutschland. Laut dem Entgeltatlas verdienen Friseure im Durchschnitt 1.684 Euro brutto im Monat. Berufseinsteiger unter 25 Jahren verdienen durchschnittlich 1.670 Euro – mit mehr Berufserfahrung steigt es auf 1.701 Euro an.

Einen deutlichen Unterschied gibt es außerdem in den verschiedenen Bundesländern: Während Friseure/Friseurinnen in Bayern zwischen 1.697 und 1.763 Euro verdienen, bekommen sie in Hessen nur zwischen 1.425 und 1.509 Euro.

Weiterbildung

Als Friseur/Friseurin müsst du immer auf den neuesten Stand sein, denn Frisurentrends entwickeln sich ständig weiter. Du hast zahlreiche Möglichkeiten, dein berufliches Wissen aktuell zu halten. Zum Beispiel durch Weiterbildungen in folgenden Themenfeldern:

Friseurhandwerk
Visagistik
Farb-, Stil- und Typberatung
Kosmetik
Hand- und Nagelpflege
Nadeldesign
kommunikative Kompetenzen

Aufstiegsweiterbildung

Die Weiterbildung zum Friseurmeister/Friseurmeisterin ist die bekannteste Möglichkeit für einen beruflichen Aufstieg. Als Friseurmeister gestaltest du den Arbeitsalltag in einem Salon, überwachst die Arbeit der Mitarbeiter und überprüfst die Qualität. Du übernimmst weiterhin praktische Aufgaben, den kaufmännischen Bereich, die Führung der Mitarbeiter und die Ausbildung von angehenden Friseuren.

Mit der bestandenen Meisterprüfung steigt auch dein Gehalt: Im Durchschnitt verdienen Friseurmeister/Friseurmeisterinnen zwischen 2.586 und 2.974 Euro brutto im Monat.

Um die Meisterprüfung ablegen zu können, musst du nicht zwangsläufig an einer Weiterbildung teilnehmen. Voraussetzung ist lediglich die bestandene Gesellenprüfung als Friseur. Während der Weiterbildung lernst du jedoch vertiefendes Wissen in den Bereichen Fachpraxis, Fachtheorie, betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Grundlagen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Grundlagen.

Natürlich gibt es neben der Meisterweiterbildung noch weitere Optionen, um beruflich aufzusteigen:

Meisterassistent/in – Kosmetik im Friseurhandwerk
Fachwirt/in – Kosmetik und Wellness
Ausbilder
Fachmann/Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung
Lehramt für die Berufsschule
Studium zum Maskenbildner

Du hast natürlich auch die Möglichkeit, dich mit einem eigenen Friseursalon selbstständig zu machen.

Ähnliche Berufe

Neben dem Beruf des Friseurs gibt es noch zahlreiche weitere Berufe in ähnlichen Bereichen. So kannst du zum Beispiel als Visagist/Visagistin oder Kosmetiker/Kosmetikerin arbeiten, um Menschen zu verschönern.

Solltest du dich für Film und Fernsehen interessieren, ist vielleicht der Beruf des Maskenbildners etwas für dich. Auch Spezialisierungen zum Beispiel als Damen- oder Herrenfriseur sowie als Perückenmacher stellen eine Option dar.

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