Schreibtisch auf dem Bewerbungsunterlage liegen

Anschreiben

Das Anschreiben

Zu jeder Bewerbung gehört ein Anschreiben. Es ist die erste Seite, die der Personaler von dir zu sehen bekommt – im wortwörtlichen Sinne. Da der erste Eindruck einen sehr großen Einfluss hat, kannst du dessen Bedeutung gar nicht überschätzen. Es entscheidet häufig darüber, ob sich Personalverantwortliche den Rest deiner Bewerbung überhaupt anschauen. Nutze also die Chance, schon mit den ersten Sätzen zu begeistern. Wie das funktioniert, zeigen wir hier.

Der formale Aufbau

Das Anschreiben umfasst genau eine DIN A4-Seite. Es beinhaltet die folgenden Bestandteile in dieser Reihenfolge:

  • Deine Absenderinformationen: Dein Name und deine Anschrift sowie deine Kontaktdaten für E-Mail, Telefon und Handy
  • Die Anschrift des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst. Denk daran, das Anschreiben an die Personalabteilung und den Ansprechpartner zu adressieren.
  • Das Datum und den Ort
  • Die Betreffzeile: Schreibe deutlich, dass du dich für eine bestimmte Stelle bewirbst.
  • Die Anrede: Grüße deinen Leser, am besten mit Namen.
  • Der Inhalt
  • Abschließende Bemerkungen: Triff Aussagen zu deinem frühesten Eintrittstermin und dem Arbeitsumfang – also ob du in Voll- oder Teilzeit arbeiten möchtest. Gib deine Gehaltsvorstellung an, sofern in der Stellenanzeige darum gebeten wurde. Du kannst an dieser Stelle ebenfalls um eine vertrauliche Behandlung der Bewerbung bitten, falls du in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen solltest.
  • Bitte um eine Rückmeldung: Bekräftige nochmals deine Motivation und stelle heraus, wie sehr du dich über eine positive Rückmeldung freust.
  • Grußformel
  • Ihre Unterschrift: Erstelle eine herkömmliche Bewerbungsmappe, unterschreib das Anschreiben händisch. Handelt es sich um eine Online-Bewerbung, füge eine Kopie deiner Unterschrift ein.

Das korrekte Format wählen

Dir steht nur eine Seite zur Verfügung, auf der du dich bestmöglich präsentieren solltest. Da ist es naheliegend, eine möglichst kleine Schriftart zu wählen, um ein Maximum an Informationen unterzubringen. Tu das nicht. Um eine gute Lesbarkeit sicherzustellen, ist eine Schriftgröße in 11 oder 12 Pt. perfekt. Vermeide ausgefallene Schriftarten und greif auf etablierte Schrifttypen zurück. In Bewerbungen sind diese geläufig:

  • Times New Roman
  • Arial
  • Bookman Old Style
  • Calibri
  • Georgia
  • Verdana

An wen richte ich die Bewerbung?

Die Bewerbung richtest du stets an die Kontaktperson, die in der Stellenanzeige angegeben ist. Wird kein Ansprechpartner genannt, gehen die Ratschläge für das richtige Verhalten auseinander. Die Einen empfehlen, telefonisch nach dem richtigen Ansprechpartner zu fragen. Dieses Vorgehen vermittelt dir über das Telefonat einen ersten Eindruck vom Unternehmen. Du kannst darüber hinaus in der Bewerbung zeigen, dass du dir die Mühe gemacht hast, den Ansprechpartner in Erfahrung zu bringen.

Andere, in erster Linie Personaler, raten von genau dieser Strategie ab. Besonders große Unternehmen stehen einer Masse an Bewerbern für eine einzelne Stelle gegenüber. Müssen die damit ausgelasteten Personalabteilungen nun auch noch Anrufe entgegennehmen, ist das eher hinderlich als positiv.

Ob du telefonisch nach dem Adressaten fragen möchtest, entscheidest du selbst. Als Faustregel gilt: Je größer das Unternehmen, desto weniger angesehen sind telefonische Vorabanfragen. Bei kleinen Unternehmen punktest du jedoch mit dem telefonischen Erstkontakt.

Der Inhalt: Das gehört in das Anschreiben

Nach dem formal korrekten Aufbau geht es ans Eingemachte. Mit dem verbleibenden Platz wirbst du für dich und deine Arbeit, deine Persönlichkeit und Qualifikation. Da ein roter Faden hierbei unverzichtbar ist, hat sich die folgende Gliederung durchgesetzt:

  • Der Einstieg: Beschreibe kurz deine aktuelle Situation und den Grund deines Wunsches, in diesem Unternehmen zu arbeiten.
  • Die Qualifikation: Lies die Stellenausschreibung aufmerksam. Welche Fähigkeiten soll die perfekte Stellenbesetzung bieten? Gleich ab, welche geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten du bereits besitzt. Stell diese heraus und belegen sie mit Beispielen aus deinem Berufsleben.
  • Erfolge: Hast du bereits konkrete, berufliche Erfolge vorzuweisen? Wenn ja, solltest du sie unbedingt in das Anschreiben aufnehmen. Erfolge beweisen deine Zielorientierung und Gabe für die Lösung von Problemen.
  • Motivation: Hier beantwortest du die Frage, weshalb du dich auf diese Stelle bei diesem Unternehmen bewirbst. Was versprichst du dir von der Anstellung? Welche Ziele verfolgst du?

Wie stelle ich einen Bezug zum Unternehmen her?

Im Textteil solltest du bestenfalls mit persönlichen Anekdoten zu dem Unternehmen aufwarten. Hast du bereits Erfahrungen mit einem Mitarbeiter, der Dienstleistung oder einem Produkt gemacht? Beschreibe das kurz und zeig, wie dieses Erlebnis dich zur Bewerbung motiviert hat. Hast du keine positive Geschichte parat, lass diesen Teil am besten weg. Erfahrene Personaler erkennen Lobhudelei sofort.

Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsschreiben

  • Lass dich von den geforderten Qualifikationen und Fähigkeiten nicht verunsichern: Die Stellenanzeige spiegelt die optimale Besetzung für die Stelle wieder. Doch auch die Unternehmen sind sich darüber bewusst, dass Perfektion selten ist. Wenn du mit deinem Profil überzeugst, stören vermeintliche Unzulänglichkeiten nicht.
  • Vermeide langweilige Formulierung wie: "Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle…".
  • Erzähl eine Geschichte, die sympathisch und interessant ist.
  • Schreiben nur dann eine Bewerbung, wenn du dich gut fühlst. Deine Stimmung schlägt sich im Schreibstil nieder.
  • Wähl eine aktive und direkte Sprache. Statt "Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen" schreib lieber: "Ich freue mich über Ihre positive Rückmeldung."
  • Pass den Stil an das Unternehmen an. Studiere die Stellenanzeige – ist der sprachliche Stil eher locker oder sehr formell? Verfasse das Anschreiben ebenso. Je konservativer der Arbeitgeber, desto formaler solltest du schreiben.
  • Behandle jede Bewerbung, als wäre es die Erste. Eine abnehmende Motivation oder zunehmende Verzweiflung zeigen sich deutlich zwischen den Zeilen.